wie macht man am Besten seine Glasgeräte in der Analytik sauber, also so sauber, dass man damit arbeiten kann?
Reicht doch eigentlich wenn ich mit Ethanol spüle oder?
matthias
hippie
26.05.2003, 17:28
Wenn die Sachen aus der Spülmaschine kommen oder man sie gut mit Reiniger und warmen Wasser gespült hat, sollte man nochmal mit aqua dest. spülen, dann mit Ethanol und das ganze gut trocknen (Trockenschrank, Druckluft).
GH
26.05.2003, 17:28
Es kommt darauf an was man mit dem Gerät analysieren möchte.
Für Probenahmegefäße gibt es eine eigene Norm, welche Behälter dazu verwendet werden können und wie sie vor der Probenahme gereinigt werden müssen.
Gruß
GH
zarathustra
26.05.2003, 17:28
Ich weiß ja nicht, was Du an Analytik machst, wenn Du irgendwelche Grundpraktika machst (Titrieren, Trennungsgänge und Co.) wird das sicherlich nicht reichen! Je nach Verunreinigungen mit Spülmittel und Wasser, Salz- oder Salpetersäure oder bei Bedarf mit Königswasser reinigen! Nachher immer mit dest. Wasser durchspülen, am Besten mehrfach!
GH
26.05.2003, 17:32
Wenn Du Chlorid im Spurenbereich bestimmen sollt ist es natürlich nicht gut bit Salzsäure zu reinigen. In diesem Fall muss man mit einer anderen Säure reinigen usw.
Gruß
GH
FK
26.05.2003, 17:35
Die richtige Reinigungsmethode hängt von der Art der Verschmutzung ab.
Bei wasserlöslichen Verunreinigungen reicht normalerweise Spülen mit dest. Wasser. Schwerlöslichem Dreck muss man mit härteren Methoden zu Leibe rücken: Säuren, Laugen, Lösemitteln, Oxidationsmitteln.
Fettiges Zeug kriegt man oft schon mit alkalischen Netzmittellösungen weg.
- Aceton hat für organische Verunreinigungen ein besseres Lösevermögen als Ethanol und trocknet auch schneller -
Bei Reagenzgläsern lohnen sich lange Reinigungsprozeduren nicht - zumindest nicht, wenn die Arbeitszeit bezahlt wird...
Gruß,
Franz
m_bond
26.05.2003, 17:48
Danke für die vielen Tipps,
naja es geht schon ums erste Praktikum im Chemiestudium quantitative Analyse, sprich Analytik.
Denn wir durften heute unsere Gläser reinigen, aber da gab es nur sone Seifenlauge die die uns hingestellt haben und die Messkolben waren so fettig, dass die Wassertropfen noch dran hingen. Ich weiss ja nicht wie sauber man arbeiten muss aber wir dürfen halt meist nur so 2% abweichen und das läppert sich ja bei unsauberen Gläsern zusammen denke ich.
Ich komm aus der Molekularbiologie und da wurde alles mit Ethanol gereinigt.
Spülmaschiene haben wir übrigens nicht und Massbehälter darf man nicht in den Trockenschrank stellen
matthias
buba
26.05.2003, 17:50
Originalnachricht erstellt von m_bond
Ich weiss ja nicht wie sauber man arbeiten muss aber wir dürfen halt meist nur so 2% abweichen
Ihr habt's gut...
schlumpf
26.05.2003, 19:12
den Einfluß der Verunreinigung auf das Analysenergebnis könnte man mit einer schnellen Testmessung (titrieren gegen dest. Wasser) recht einfach rausbekommen. Ich würde mal tippen, er geht gegen Null.
Ansonsten: Was soll der Alkohol in der anorganischen Analytik (in der Biologie ist's klar, Desinfektion)? Dann lieber mit Spüli und mit klarem Wasser und dest Wasser nachspülen, vielleicht in der Manganometrie etwas salzsäure, in der Iodometrie etas Aceton, aber sonst ist doch eh alles wasserlöslich in der AC ...
No Regrets
26.05.2003, 19:17
Für die Grundpraktika reicht Spüli und dann mit VE-Wasser hinterher...
Für organische Spurenanalytik oder Ultraspurenanalytik von Schwermetallen muss man schon zwei komplett andere Reinigungsmethoden verwenden ;)
bm
26.05.2003, 20:17
aber sonst ist doch eh alles wasserlöslich in der AC ...
Schon einmal einen so richtig "versiften" Kolben nach einer Bechamp-Reduktion gereinigt. Oder einen mit Braunstein?
aber sonst ist doch eh alles wasserlöslich in der AC ...
Deswegen schwimmen wir ja auch alle. Oder?
FK
26.05.2003, 21:19
Originalnachricht erstellt von schlumpf
sonst ist doch eh alles wasserlöslich in der AC ...
:rolleyes: schon lange her, was? ;)
Die Bauindustrie lebt davon, dass es nicht so ist; die Analytiker ärgern sich darüber...
Gruß,
Franz
bm
26.05.2003, 21:41
Irrtum :
Die Bauindustrie lebt davon, dass es nicht so ist;
Die Bauindustrie lebt davon, dass es so ist! (zumindest zum Teil)
FK
26.05.2003, 21:46
Originalnachricht erstellt von bm
Irrtum :
Die Bauindustrie lebt davon, dass es so ist! (zumindest zum Teil)
Na, ja, wenn man sein Haus aus Gips baut...
Gruß,
Franz
GH
26.05.2003, 21:49
Die Bauindustrie lebt, da Teile wasserlöslich sind und andere nicht.
Es wäre schlecht, wenn sich ein Ziegel (nach dem Brennen rein anorganisch) im Regen lösen würde :) . (Speziell Dachziegel :D )
Es wäre aber auch schlecht wenn sich der gelöschte Kalk nicht lösen würde => kein Beton ;) .
Gruß
GH
bm
26.05.2003, 21:56
nicht nur :
Na, ja, wenn man sein Haus aus Gips baut...
Da werden Kleister für 5€ verkauft, und damit die Tapete auch richtig hält als Zusatz Dispersionskleber (für ein paar schlappe €).
Macht man sie wieder runter, gibt es spezielle Tapetenentferner (für ein paar schlappe €)...
Da werden Grundierungen/Lacke/Lasuren/Farben verkauft, hinterher wieder Abbeizmittel...
und und und...
schlumpf
26.05.2003, 22:00
ich glaube es ging um Titrationen, da habe ich noch nie einen Dachziegel im Erlenmeyer gesehen, und auch noch nie Tapetenkleister ....
bm
26.05.2003, 22:30
ich glaube es ging um Titrationen, da habe ich noch nie einen Dachziegel im Erlenmeyer gesehen, und auch noch nie Tapetenkleister ....
...Moderatoren zu Recht zuweisen?
btw.: Stimmt schon, driftet in Richtung "off-topic". Aber trotzdem: Tapetenkleister im Erlenmeyer habe ich schon gesehen, Dachziegel noch nicht. Aussserdem ging es um Reinigungen von Glasgeräten.
Und : Spass muss sein! ./. Muss Spass sein?
bm
26.05.2003, 22:41
aber wir dürfen halt meist nur so 2% abweichen
Das ist zu relativieren. 2% absolut, relativ; in welchem Bereich?
Bei der Spurenanalytik sind 2% rel. quasi nicht zu erreichen (da ist man oft froh, wenn die Zehnerpotenz stimmt),
im "Normalbereich" :
0-10% : 2% rel. i.O.
10-100% : 2% rel. würde ich nicht ohne Nachfrage akezeptieren.
m_bond
26.05.2003, 22:58
Also auch ich als Zweitsemestler kann bestätigen, dass sich in der AC nicht alles löst!!
Und in Sachen Alkohol, gut als Biologe liebe ich es damit sauber zu machen und ausserdem habe ich heute mal einen Messkolben (geeicht auf 100ml Ausfluss) Aber über der Eichmarke klebte noch Wasser an der Wand, weil die wohl dreckig war (fett) daher dachte ich nimmt man Alkohol um den fettfrei sauber zu machen und wollte nur ma so wissen ob das üblich ist, oder ob die paar Tropfen am Rand den Kohl auch nicht fett machen oder ob das sogar bei der Fehlerrechnung als Systematischer Fehler vielleicht schon bedacht wird. Da hier wohl ein paar Leutz mit mehr Erfahrung sind dachte ich frachste mal.
matthias
buba
27.05.2003, 00:22
Bei Titrationen kann ein Tropfen verdammt viel ausmachen... :hmpf:
FK
27.05.2003, 06:59
Originalnachricht erstellt von schlumpf
da habe ich noch nie einen Dachziegel im Erlenmeyer gesehen
Soll schon mal passieren, dass gemahlene Dachziegel ausgegeben werden... ;) (Aufschlüsse üben...).
Gruß,
Franz
schlumpf
27.05.2003, 08:45
Stichwort 'fettig': das kann damit zusammenhängen, daß konzentrierte Lauge länger drinstand, die ätzt das Glas an. Über die Genauigkeit solcher Geräte würde ich mir lieber keine Gedanken machen :-(
Laborgeräte kann man silanisieren (weiß nicht inwieweit das die Hersteller schon machen - kann es mir bei Pipetten, Büretten etc. schon vorstellen), d.h. aus den OH des Glases werden OMethyl, so daß Wasser sauber abperlt.
Übrigens haben analytische Glasgeräte ein Verfalldatum (wird auf dem Glas eingeätzt), ab dem sie von zertifizierten Analyselabors nicht mehr verwendet werden dürfen.
bm
27.05.2003, 21:15
Laborgeräte kann man silanisieren : Ja,
aber nicht bezahlen.