PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Tierversuche


nobody
18.01.2001, 20:47
N´abend,
Wie verhält es sich eigentlich mit Tierversuchen im Biologiestudium ? Muss man sie mitmachen oder kann man sich Alternativen zuwenden ? Wenn ja, welche sind es ?

nobody
10.08.2001, 16:13
also ich hab mal so ne militante tierschützerin im netz kennengelernt, die hat ihr biologie-studium aufgegeben, weil sie keine ratten sezieren wollte. sie ist damit sogar vor gericht gegangen, ist aber damit -wie ich finde- zum glück nicht durchgekommen!

Verstrahlt
10.08.2001, 22:08
Ganz meiner Meinung. Man sollte Tierversuche nicht Sinnlos durchfuehren. Aber in vielen Faellen sind sie unersaetzlich

Penthesilea
11.08.2001, 22:47
Tierversuche werden - computer sei dank- in der Zukunft irgendwann mal überflüssig sein.
Doch solange das nicht geht, sollte jeder Versuch sehr, sehr sorgfältig bezgl. Kosten/Nutzen abgewogen werden. Denn meiner Meinung haben auch Tiere ein Recht auf Leben.
Sollte es also unerläßlich sein, einen Tierversuch durchzuführen, ist wenigstens dafür zu sorgen, daß es dem Tier vorher (also Unterkunft / Nahrung) und während möglichst "gut" geht. Man sollte nicht an Betäubungsmitteln sparen, wenn diese einsetzbar sind (habe letztens einen Bericht darüber gesehen - es gibt Firmen, die verzichten aus Kostengründen auf Betäubungsmittel).

Gruß

Penthesilea

nobody
12.08.2001, 12:49
Naja, also ganz überflüssig? Wer will schon Medikamente schlucken, die nur am Computer getestet sind? Computer bleiben eben doch Maschinen. :o

JJFox
12.08.2001, 13:35
Ich glaube auch, daß der Computer Tierversuche nicht ersetzen kann. Denn solange man die Komplexität des menschlichen Organismus noch nicht vollkommen durchschaut und verstanden hat werden Versuche mit Lebewesen unersetzlich sein.
Trotzdem halte ich es für sinnvoll genau abzuwägen ob ein Tierversuch sinnvoll ist um den Tieren unnötige Versuche und Qualen zu ersparen. Ein bekannter Pharmakonzern hat vor kurzem seine Versuche an Primaten eingestellt und die Tiere in einem Safaripark untergebracht wo sie in einem artgerechten Quartier auf Firmenkosten ihren Lebensabend verbringen werden. Das halte ich für vorbildlich und sollte von anderen Unternehmen übernommen werden.

buba
12.08.2001, 14:12
@LOTS:
Wer will schon Medikamente schlucken, die nur am Computer getestet sind?
Dafür gibt es ja klinische Studien an freiwilligen Versuchspersonen, die ein Präparat vor dem Erscheinen auf dem Markt testen.

@JJFox:
Ein bekannter Pharmakonzern hat vor kurzem seine Versuche an Primaten eingestellt und die Tiere in einem Safaripark untergebracht wo sie in einem artgerechten Quartier auf Firmenkosten ihren Lebensabend verbringen werden. Das halte ich für vorbildlich und sollte von anderen Unternehmen übernommen werden.
Du glaubst nicht allen Ernstes, dass dem Konzern was an den Tieren liegt?! Das ist nur eine PR-Strategie oder was auch immer, sonst nichts!

JJFox
12.08.2001, 14:29
Dafür gibt es ja klinische Studien an freiwilligen Versuchspersonen, die ein Präparat vor dem Erscheinen auf dem Markt testen.

Aber die freiwilligen Versuchspersonen sind der Abschluss bei einer Medikamentenzulassung. Ich glaube nicht, daß sich Personen finden würden wenn sie wüssten, daß keine Tierversuche durchgeführt wurden und sie das erste Lebewesen sind, daß dieses Medikament verabreicht bekommt.

Das ist nur eine PR-Strategie oder was auch immer, sonst nichts!

Das mit der PR-Strategie mag stimmen (auch wenn es nicht groß in der Presse war und ich nur durch Zufall darauf gestoßen bin) aber Hauptsache ist doch, daß es den Tieren gut geht, oder?

nobody
12.08.2001, 18:49
Also, wenn du wirklich vor haben solltest Biologie zu studieren, solltest du dich vorher schlau machen, wie das an der uni deiner Wahl gehandhabt wird.
Ich studiere in Münster und dort ist es unerlässlich auch Tiere zu sezieren. Aber es gibt genauso gut Universitäten, an denen man keine Tiere auseinander nehmen muss.
Also, wenn du damit Probleme haben sollltest ist es empfehlenswert sich vorher schlau zu machen.

Also in Münster ist es Pflicht.

Bis dann Kristina

nobody
12.08.2001, 19:06
Hi,
Ich denke, daß Tierversuche in verschiedenen Bereichen der Forschung unerlässlich sind. Beim Studium bin ich mir da allerdings nicht so sicher. Da wo nicht unbedingt neue Erkenntnisse gesammelt werden müssen, sollten doch Computersimulationen zum Einsatz kommen.
Gruss
primus

Verstrahlt
12.08.2001, 21:34
Der Menschliche Organismus ist viel zu komplex, damit ein Computre ihn verstehen (exakt verstehen) und wissen kann, was passiert. Als diraktes Beispiel moechte ich Psychopharmatikas nennen. Wir wissen zwar annaehernd wie unser Gehirn funktioniert. Aber ein computer kann das lange nocht wissen. Auch wenn alles um den Menschen herum geklaert ist. Und alles ueber uns bekannt ist, wie es funktioniert und was als naechstes passiert, werden wir nicht auf Tierversuche verzichten koennen. Ausserdem glaube ich, dass Medikamente auf jeden etwas anders wirken. Menschen und Affen sind sehr aehnlich. Deshalb kann man trotz der Unterschiedlichen Wirkung darauf vertrauen, dass die Medikamente aehnlich wirken. Ein Computer ist enorm unterschiedlich wie wir. Auch wenn er weiss wie wir funktionieren. Und wenn der Computer meint, "Die Pille funktioniert" muss es noch lange nicht stimmen. MASCHIENE BLEIBT MASCHIENE UND MENSCH BLEIBT MENSCH (TIER).

Godwael
13.08.2001, 02:50
Ich muß ehrlich sagen, daß mir Unbehagen bereiten würde, zu wissen, daß mein Hausarzt nie ein lebendes (OK, ex-lebendes :D) Wesen von innen gesehen hat.
Computermedizin ist ja schön und gut, aber ich habe keine Lust, mein Leben wegen eines ungültigen Vorganges zu beenden, so nach dem Motto "Tut mir leid, Lungenentzündung kann ich nicht, da war die CD zerkratzt". :p

zarathustra
13.08.2001, 13:17
Ich glaube hier wird einiges in einen Topf geworfen, was so einfach nicht zusammen gehört:

Auch wenn ich ein Gegner von Tierversuchen bin, ist es - meines Erachtens - kaum möglich, Tests von Medikamenten ohne Tierversuche durchzuführen.
Auf diesen Bereich zielen wohl auch die Postings ab, die von der Komplexität des menschlichen Organismus handeln.
Man sollte sich jedoch überlegen, in wie weit man von Ergebnissen aus Tierversuchen auf Auswirkungen von Substanzen auf den Menschen schließen kann, wenn man alleine überlegt, wie unterschiedlich einander ähnliche Tiere auf bestimmte Stoffe reagieren.

Auf der anderen Seite stehen doch die - meiner Meinung nach vollkommen sinnlosen - Tierversuche im Biologiestudium. Ich kann ehrlich gesagt nicht verstehen, wofür man als Bio-Student irgendwelche Tiere sezieren müssen sollte.

JJFox
13.08.2001, 22:30
Aber man sollte zumindest lernen wie man mit Tieren umgehen muß z.B. beim impfen damit man es nicht unnötig oft stechen muß bis man mal trifft.

Die Tiere werden aber nicht nur zu Versuchszwecken gehalten ebenso werden sie als "Antikörper-, Antigenproduzenten" verwendet.

Verstrahlt
14.08.2001, 02:13
Wenn man mal schaut, wieviele Tiere wir JEDEN TAG verfressen, da wird es einem fast schlacht. Wir diskutieren hier, wieviele Tiere wegen Tierversuchen sterben muessen. Und uns tuen die Tiere Leid. Dabei denken wir bei den leckeren Steak, Burger, Schnitzel, Gulasch und und und gar nicht dran, das da auch tiere sterben mussten. Alle sagen TIERVERSUCHE SIND SCHEISSE. Weil es uns selber nur indirekt etwas angeht. Aber keiner denkt daran kein Fleisch zu essen. Oder weniger. Ich selber esse gerne Fleisch und werde auch sicher nicht Vegetarier deswegen, weil da ein Tier sterben muss. Aber wenn Leute so strikt gegen Tierversuche sind, sollen die erstmal auf Fleishc verzuchten und dann rummunjkeln. Es gibt sicher viele Vegetarier als Tierschuetzer. Keine frage Aber auch viele Fleischliebhaber sind dabei. Was meint Ihr dazu

buba
14.08.2001, 02:22
Abgesehen davon, dass Schlachttiere auch nicht gerade oft artgerecht ("gut") behandelt werden, ist es doch etwas anderes, wenn man Tieren - als Versuchsobjekten - irgendwelche potentiellen Heilmittel (Gifte) gibt und sie u.U. unter großen Qualen krepieren lässt... "im Namen der Wissenschaft" :hmpf:

Godwael
14.08.2001, 17:15
Sicherlich ist der derzeit praktizierte Umgang mit Tieren unethisch.
Ich finde allerdings, daß eine menschliche Gesellschaft in einem erheblichen Umfang das Recht hat, Tiere zu nutzen und auch - häßliches Wort :eek: - zu "verbrauchen". Die Frage ist hauptsächlich, in welchem Ausmaß diese Nutzung ökologisch, ökonomisch und nicht zuletzt ethisch vertretbar ist.

Wir alle verurteilen Massentierhaltung und wünschen uns nachhaltige, ökologisch orientierte Landwirtschaft rund um den Globus.
Dabei müssen wir uns vor Augen halten, daß die größte Innovation in der Landwirtschaft - die Grüne Revolution - eben vom Wesen her nicht nachhaltig, sondern sehr massiv substituierend ist, eben mit den bekannten Folgen: Pestizid- und Nährstoffeintrag in Gewässer zum Beispiel, könnt ihr alles bei den Umweltverbänden nachlesen.

Ohne die Errungenschaften der Grünen Revolution wären aber viele Drittwelt- und Schwellenländer viel stärker von Nahrungsmangel bedroht als jetzt schon, weil in vielen Gegenden einfach viel mehr Menschen da sind, als mit "ökologischer Landwirtschaft" ernährt werden können.
Ähnliches gilt für nahezu alle anderen ressourcenabhängigen zivilisatorischen Errungenschaften, sei es im Bezug auf die Ressourcen selbst oder den CO2-Haushalt (Nur ums Internet brauchen wir uns keine Sorgen zu machen: Silizium gibts wie Sand am Meer. :cool: Elektronikschrott allerdings auch).

Offensichtliche Lösung ist natürlich, daß mittelfristig
nur so viele Menschen auf der Erde leben, wie ökologisch, ökonomisch und ethisch vertretbar ist.

Daraus folgt meines Erachtens, daß für einzelne Regionen genau das gleiche gelten muß, denn ich halte es für wenig sinnvoll und noch viel weniger machbar, gigantische Überschußbestände an Lebensmitteln zu erwirtschaften und dann um den halben Globus in unfruchtbare Regionen zu transportieren, wie das gelegentlich vorgeschlagen wird.

Eine überschlägige Bestandsaufnahme ergibt, daß es deutlich zu viele Menschen für den Planeten gibt, also müssen wir uns doch hauptsächlich fragen, wie wir - salopp gesagt - die ganzen Leute loswerden wollen.

FK
14.08.2001, 17:45
Originalnachricht erstellt von Godwael

denn ich halte es für wenig sinnvoll und noch viel weniger machbar, gigantische Überschußbestände an Lebensmitteln zu erwirtschaften und dann um den halben Globus in unfruchtbare Regionen zu transportieren, wie das gelegentlich vorgeschlagen wird.



Stimmt....wesentlich wirtschaftlicher ist es, die Hungrigen dahin zu bringen, wo die Überschüsse sind.....notfalls bezahlen die ihre Reise selbst oder kommen zu Fuß.....kleinere Reibereien mit der einheimischen Bevölkerung nicht restlos ausgeschlossen.... :rolleyes:


Gruß,
Franz (Wirtschaftsfachmann; fragt sich nur, welche Art von Wirtschaft.... :D )

JJFox
14.08.2001, 19:31
So gesehen sind Versuchstiere viel nützlicher, sie "leisten" wenigstens was für die Menschheit im Gegensatz zu überzüchteten Tieren die dann unnötig geschlachtet und nicht gegessen sondern wegen überschuss entsorgt werden.
--> wir sollten uns nur noch von Unkraut ernähren und alle Tiere zu Versuchszwecken verwenden!
Unkraut gibts in denDrittwelt- und Schwellenländer sicher auch genug und vielleicht kann man ja bald sand essen!


:dizzy:


ich dachte das Thema hier heißt "Tierversuche" und nicht "lasst uns die Drittwelt- und Schwellenländer ausrotten"

VerloreneSeele
15.08.2001, 01:54
:suspect: bei dem Thema denke ich unweigerlich an "Lipobay", denn hier wurde ja an den Tierversuchen (so scheint mir) doch gewaltig gespart, was leider einige Menschenleben forderte. Und das, obwohl ja die Nebenwirkungen mit diesem anderen Stoff (was war das doch gleich :confused: )bekannt war, wurde das Präparat ohne weiteren Tests auf den Markt gebracht, Kundschaft ist ja auch genug vorhanden.
Also meinermeinug hätten hier die Tierversuche weiter gehen MÜSSEN! Obwohl ich auch gegen solche Tests bin wo es um kosmetische Sachen geht.

Verstrahlt
17.08.2001, 15:38
Man sollte die Tiere auf keinen Fall nicht nuetzen Qualen aussetzen.