Für welche Studiengänge braucht man einigermaßen gute Chemiekenntnisse? Jetzt sagt mir nicht: In Chemie, Bio, Physik. Das ja sowieso.
Aber wo noch?
Unsere ehemalige Chemielehrerin war neulich nämlich geradezu entsetzt, als ihr viele erzählt haben, sie hätten Chemie jetzt nach der 11 abgewählt. Sie meinte das wär schlimm weil man "das doch in vielen Studienfächern später braucht". Aber in welchen Studienfächern denn außer den genannten?
Man muss ja auch nicht unbedingt Scheine in Chemie machen müssen, es könnte ja auch Studienfächer geben, bei denen man zwar keine Chemiekenntnisse nachweisen muss, aber trotzdem zum besseren Verständnis Chemie in Grundzügen kennen muss.
Matzi
03.04.2003, 20:25
Medizin und alle verwandten Studiengänge ebenfalls würde ich sagen.
theplaya
03.04.2003, 20:28
Ach ja Medizin und Pharmazie.... was denn sonst noch?
bm
03.04.2003, 20:37
Was mir ganz spontan so einfällt :
Textilingenieur
Baustoff-Berufe (Beton, Putz, PU-Schäume (Abbindezeit, Zuschläge.....))
Reinigungswesen (ist kein Studienfach)
Kunststoff-Ingenieur (Polymerisationsgrade, Weichmacher)
Agar-Wissenschaftler (Bodendüngung, Halbwertszeit von Pflanzenschutzmittel...)
u.v.a.m.
Matzi
03.04.2003, 20:41
Meteorologie, Mineralogie, Materialwissenschaft, Geowissenschaften, Agrarwissenschaften etc.
Habe einfach mal einige Beispiele gesucht.
AJ
04.04.2003, 11:25
Die Mutter meiner Freundin ist Religionslehrerin, die auch so Prüfungen für Lehreranwärter (habe vergessen, wie die heißen) leitet. Als ein Prüfling was von den vier Elementen erzählte, meinte die Prüferin, dass aber auch wüsste, dass die vierhistorisch klassischen Elemente keine echten Elemente sind, sondern das es auch noch das PSE gibt. Daraufhin hat der Prüfling nur groß geguckt. Von Wasser als H2O wusste sie auch nichts.:cry:
Aber zum Thema: Oecothrophologie, Architektur, Archäologie
Bestimmt noch viel mehr, aber die fallen mir spontan ein.
Gruß,
Ansgar
Tiefflieger
04.04.2003, 11:53
Natürlich auch alle umweltrelevanten Studiengänge. Ohne Chemie läuft da (fast) nichts.
theplaya
04.04.2003, 14:10
Wofür braucht man denn bei Architektur und Archäologie Chemie??
Kennt ihr noch irgendwas, was wirklich häufig vorkommt (Archäologie scheint mir ein doch etwas exotisches Studienfach zu sein) ?
Matzi
04.04.2003, 15:39
Also, als häufig würde Medizin zum Beispiel einstufen.
schlumpf
04.04.2003, 16:16
naja, dann hat man drei Jahre Chemie gehabt ... ein bissi wenig für jemanden, der Abi hat ....
Auch von einem BWLer, der ja vielleicht bei einer Pharmafirma arbeitet, kann man mit Fug und Recht Chemiekenntnisse erwarten. Und auch von einem Germanisten, der dann bei der örtlichen Tageszeitung über Chemieunfälle berichtet. Und auch von einem Juristen, der eine Chemiefirma vertritt.
Ein solches Maß an Nichtwissen leistet man sich nun mal in keinem anderen Fach ... ich meine, über einen Slatko, der Shakespeare nicht kennt, machen sich alle lustig, aber Shakespeare braucht man ja (mit der Logik der Chemieabwähler) eigentlich auch nicht, oder?
glimpse
04.04.2003, 16:21
Originalnachricht erstellt von schlumpf
naja, dann hat man drei Jahre Chemie gehabt ... ein bissi wenig für jemanden, der Abi hat ....
Bei uns konnte man Abi mit einem Jahr Chemie machen... 2 Wochenstunden in der 10... kein Kommentar. :rolleyes:
upsidedown
04.04.2003, 16:30
Chemie ging bei euch in der 10. erst los? Und dann noch ein Jahr weniger als wir? Das ist wirklich nicht viel... :no:
Naja, was ich von diesem Schulchaos *ähh* Bildungsföderalismus halte hab ich ja schon oft genug kundgetan...
Und Schlumpf: So recht du hast, aber ich kann dir aus leidvoller Erfahrung sagen das selbst bei uns viele Chemiegrundkenntnisse nahe Null mit ins Studium mitgebracht haben :(
bm
04.04.2003, 16:31
Wofür braucht man denn bei Architektur und Archäologie Chemie??
Architektur : Wieviele Bauwerke müssen denn aufwendig renoviert werden, weil die Eisenarmirung zu dicht unter der Betonoberfläche ist?
Archäologie : Konservierung von Fundstücken.
Nur mal so auf die Schnelle.
upsidedown
04.04.2003, 16:34
Altersbestimmungen...
Bei uns kann man das als speziellen Studiengang studieren: Archeometrie nennt sich das. Und die machen eine ganze Menge an Instrumentenanalytik und Werkstoffchemie.