1. Ich habe hier verschiedene Titrationskurven einer mehrprotonigen Säure und möchte nun die Ausgangskonzentration des Analyts bestimmen.
Wie stelle ich das an?
Ich muss doch die Masse an zugeführtem Titer am Äquivalenzpunkt wissen, oder?
Dann Masse Titer=Masse Analyt, aber was sagt mir das im Bezug auf die Ausgangskonzentration des Analyts?
2. In den Pufferzonen sind doch pH=pKs. Liegt dieser Punkt genau zwischen zwei Äquivalenzpunkten bzw zwischen 0 und Ä.?
:confused::confused::confused:
Gruß Chris
FK
17.03.2003, 21:06
Du hast eine bestimmte Stoffmenge (mol) Titrationsmittel zugegeben.
Wenn Du die Molmasse des Analyten kennst, solltest Du das umrechnen können...
Verbrauch n mol NaOH am letzten Äquivalenzpunkt = n mol Säure.
Der "Pufferpunkt" (pH = pKs) liegt genau zwischen den Äquivalenzpunkten (bei mehrprotonigen Säuren) bzw. zwischen 0 und Äquivalenzpunkt.
Gruß,
Franz
Isildur
17.03.2003, 21:25
Soweit so gut, wenn nun der letzte Äquivalenzpunkt oberhalb pH 12 liegt, wie erkenne ich ihn dann?
Bei Phosphorsäure wäre dann der lezte Äquivalenzpunkt an der Stelle, an der HPO42- --> PO4 3- +H+ protolysiert.
Wieso muss man diesen Punkt nehmen?
Ist dann die Ausganskonzentration C=n mol Säure pro Anfangsvolumen?
Richtig gerechnet?
c= 1mol*L-1 Zugabe: 1mL
n mol= 1mmol
Gruß Chris
bm
17.03.2003, 21:47
Die dritte Protolysestufe der Phosphorsäure ist schwer zu titrieren. Aber versuche es doch mal mit der Suchfunktion; das hatten wir alles schon.
Isildur
17.03.2003, 22:35
Gibt es eine Möglichkeit die Ausgangskonzentration anders, also nicht mittels des Äquivalenzpunktes, zu bestimmen?
Ich würde nämlich gern selbst auf die Lösung kommen ohne die Werte zu übernehmen
Gruß Chris
FK
18.03.2003, 06:58
Wenn Du weißt, dass Du Phosphorsäure titrierst, kannst Du ja den ersten Äquivalenzpunkt nehmen. Dann entspricht 1 mol NaOH 1 mol Phosphorsäure.
Der dritte ÄP ist bei Phosphorsäure tatsächlich nicht zu erkennen (jedenfalls in wässriger Lösung).
Gruß,
Franz
Isildur
18.03.2003, 20:46
V0 Analyt=100ml
Der erste Äquivalenzpunkt meiner Titration ist ungefähr bei 1,35ml zugeführter NaOH mit c=1mol*L-1
Heist das, dass ich 1,35mmol NaOH hinzugefügt habe, also die Konzentration des Analyts dann auch 1,35 mmol beträgt?
Ist das dann die Ausgangskonzentration?
Muss ich noch etwas beachten?
Den Analyt habe ich aus 0,941g 85% Phosphorsäure auf einen Liter dest. Wasser hergestellt. Das sollte 0,8g reine Phosphorsäure auf einen Liter entsprechen. Dafür bin ich auf eine Konzentration von 8,163mmol*L-1 gekommen.
Wie stimmt das mit dem Wert vom Äquivalenzpunkt überein?:confused:
Gruß Chris
buba
18.03.2003, 20:53
Originalnachricht erstellt von Isildur
V0 Analyt=100ml
Der erste Äquivalenzpunkt meiner Titration ist ungefähr bei 1,35ml zugeführter NaOH mit c=1mol*L-1
Heist das, dass ich 1,35mmol NaOH hinzugefügt habe, also die Konzentration des Analyts dann auch 1,35 mmol beträgt?
Nicht gerade geschickt, mit so konzentrierter NaOH zu titrieren. Jedenfalls ist "1,35 mmol" keine Konzentration, sondern eine Stoffmenge.
Der erste Äquivalenzpunkt meiner Titration ist ungefähr bei 1,35ml zugeführter NaOH mit c=1mol*L-1
1.35 ml ist verdammt schwer genau abzulesen. Ich habe ganz gerne einen Verbrauch an Titrationsflüssigkeit von ca. 10 ml.
0.1 mol/l NaOH hätte ich in diesem Falle gewählt.
Isildur
18.03.2003, 21:22
@buba Danke für deinen Hinweis!
@bm Ich habe mit einer Micropipette mit einer Scalierung von 1/40 ml titriert; im nachhinein habe ich das auch schon gedacht, leider bin ich auf so einen Geistesblitz erst nach dem Anlegen meiner Excel-Tabelle gekommen:rolleyes:
aber wie ist denn der Zusammenhang zwischen dem Ergebnis der Titration
und dem was ich berechnet habe
Rechnung:
H3 PO4=98g/mol
0,8g/L (=) 0,8/98mol/L (=) c=8,163*10-3 mol/L
Ist das dann auf die ungenauigkeit beim ablesen aus den Messwerten zurückzuführen?
Gruß Chris
buba
18.03.2003, 21:28
Du hast einfach zu weit titriert. Vielleicht war die NaOH-Lösung nicht mehr ganz frisch (CO2-Absorption). Oder bei der Zeichnung haben sich Ungenauigkeiten ergeben.
Isildur
18.03.2003, 21:47
@buba Hätte vielleicht anmerken sollen, dass ich mit pH-Meter gearbeitet habe und eine vollständige Titrationskurve angefertigt habe
"Soll": 0,00816 mmol/l
Hast du dich da nicht vertan? sind es nicht 0,00816 mol/L?
Die NaOH-Lösung stammte aus unserer Sammlung, ich denke da könnte der Knackpunkt liegen. Habe ich halt im Resumee auch einen Negativpunkt, ist vielleicht auch nicht verkehrt.
Gruß Chris
buba
18.03.2003, 21:53
Ja, hab mich vertan.
Isildur
19.03.2003, 14:42
Ich habe ein Protolysediagramm von Phosphorsäure entdeckt.
Daraus würde ich ablesen, dass der dritte Äquivalenzpunkt der Abschluss der Protolyse von Phosphorsäure ist. Liegt der dann bei pH 14 oder ist diese Annahme falsch?
Ich komme darauf, weil in diesem Diagramm die pKs-Werte als Mittelpunkte zwischen zwei Äquivalenzpunkten dargestellt sind und die Protolyse für HPO4 2- zu PO4 3- ja bei pH 14 erst abgeschlossen ist.
Gruß Christian
FK
19.03.2003, 19:22
Die dritte Stufe von Phosphorsäure lässt sich, wie gesagt, in wässriger Lösung nicht vernünftig titrieren, weil sich der Umschlag dahinschleicht.
Übrigens: mit "Laborant Chemstation" kannst Du Dir eine wunderschöne Titrationskurve von Phosphorsäure (und nicht nur von der!) malen lassen.