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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Taschen-Heizkissen, Wärmekissen


ehemaliges Mitglied
10.12.2000, 18:23
Kennt ihr die Taschen-Heizkissen die es momentan bei Tschibo fur ca 13DM zu kaufen gibt?? Echt cool!

In einem Kunststoffbeutel ist eine klare Flüssigkeit und ein kleines Metallplätchen.
Knickt man dieses Metallplätchen ein bischen, so scheint die Flüssigkeit innerhalb kürzester Zeit auszukristallisieren.
Also, ausgehend von dem Metallplätchen bildet sich ein milchiger Kristall, der fast alle Flüssigkeit bindet. Bei diesem nur einige sec. andauernden Vorgang erwärmt sich das Pad auf ca 55°C für ca 1h.

Um das Wärmekissen wieder "aufzuladen", kocht man es 10 min in Wasser. Dabei wird die Substanz im inneren wieder klar und flüssig.
Ein erneutes aktivieren, angeblich bis zu tausend mal ist möglich
http://www.studenten-city.de/forum/smilies/eek2.gif

Kann mir jemand die Chemisch/physikalischen Prinzipien dieses Vorgangs erklären??



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"LIFE IS NOT MEASURED
BY THE MOMENTS OF BREATH
YOU TAKE, BUT BY THE
BREATHTAKING MOMENTS"

ehemaliges Mitglied
10.12.2000, 19:08
Dabei handelt es sich um Natriumacetat-Trihydrat, das sich bereits bei 50-60°C im eigenen Kristallwasser löst. Beim Abkühlen entsteht eine übersättigte Lösung, aus der das Natriumacetat unter gewissen Bedingungen wieder auskristallisiert.

ehemaliges Mitglied
10.12.2000, 22:10
Kannst Du etwas genauer werden!

CO-Mertens
10.12.2000, 23:10
Durch das Knicken des Metallplättchens werden Schockwellen erzeugt, durch die das Salz in der übersättigten Lösung spontan auskristallisiert. Dabei wird Wärme abgegeben.

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Sascha Mertens
Administrator

ehemaliges Mitglied
11.12.2000, 07:49
Wow, und dabei wird soviel Solvationsenergie frei? Weisst du etwa die Konzentration des Gemischs? (Wollen nachbau)

Nightflyer

ehemaliges Mitglied
11.12.2000, 13:43
Das ist kein Gemisch... das ist reines Natriumacetat-Trihydrat.

Derpel
11.12.2000, 13:55
Ich habe auch schon mal so ein Ding gebaut in einer Chemie-AG, wir haben so weit ich mich erinerr, Acetat in Wasser gelöst. Wahrscheinlich war das Natriumacetat,das dann mit Wasser Natriumacetat-Trihydryt gebildet hat. Dann haben wir diesen Stoff in eine Plastiktüte gepackt, aus einer Dose ein Metallatück ausgeschnitten, die genauen Maße der Tüte abgemessen, und dann zu geschweisst.
Vielleicht hat der Lehrer nohc die genauen Infos, werde das dan posten wenn er das Arbeitsblatt noch hat!

ehemaliges Mitglied
11.12.2000, 18:01
Super!
Das will ich mir auch bauen!

--Es kann Winter werden!--

ehemaliges Mitglied
12.12.2000, 08:39
Ah, dann wird der Kristall
(HCOO-Na+* 3H2O also durch das Erwärmen in seinem eigenen Kristallwasser gelöst??

Nightflyer :jump_green:

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Definition anor. Chemie: Du schaust, dass die Probe nicht ins Essen gelangt....
Definition Biochemie:
Genau umgekehrt...

ehemaliges Mitglied
14.12.2000, 18:11
Ja genau!

Ich habs heute ausprobiert!
Natriumacetat-Trihydrat löst sich beim erwärmen im eigenen Kristallwasser.

Wird die Lösung wieder kalt, kristallisiert der Stoff aber sofort wieder aus.

Mit der Zugabe von einigen mL Essigsäure kann man das Salz aber bei Raumtemp. in Lösung halten.

Ich hab verschiedene Mischungen ausprobiert und bin vorläufig auf folgendes Verhältnis gekommen:
10g Natriumacetat-Trihydrat + 3mL Essigsäure (w= 40%)

Um den Kristallisationsprozess auszulösen genügt es mit einem Spartel in der Lösung zu rühren. Es geht aber auch mit einem Streifen Kupferblech den man in der Lösung hin und her schüttelt.
Es entstehen Temperaturen von 48°C
:jump_onfiregreen:

Probierts doch mal aus!

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ehemaliges Mitglied
15.12.2000, 09:58
Mit Sicherheit :jump_green:

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"Forschung ist nur der letzte Stand des Irrtums"
Albert Einstein

ehemaliges Mitglied
17.12.2000, 13:53
Und?
Schon ausprobiert!

ehemaliges Mitglied
19.12.2000, 21:44
Haaaalllloooo?!

Was ist?

Ist das Wärmekissen so heiß geworden, dass ihr euch die Finger verbrannt habt und jetzt nicht mehr tippen könnt???http://www.studenten-city.de/forum/smilies/burn.gif

:-)




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ehemaliges Mitglied
22.12.2000, 08:05
Das nicht, hab aber im Weihnachtsstress etwas viel zu tun gehabt (mit Kollegen Schach spielen :D). Werde aber sicherlich darauf zurück kommen.

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Frohe Feiertage!

ehemaliges Mitglied
22.12.2000, 15:18
Hui!
Habe in eine 50ml Schottflasche 40g Natriumacetat eingewogen und dazu 5ml Essigsäure und 7ml Wasser zugegeben. Hat sich etwas mühsam gelöst...
Jedenfalls konnte ich danach keine drei Runden mit dem Spatel ziehen, hat sich innert Sekunden auskristallisiert. Die so entstandene Pappe lässt sich sogar auf den Kopf stellen, ist also keine Flüssigkeit mehr vorhanden. Die knappen 50°C dauern aber etwa nur 5min, danach kühlt es sich bis etwa 30°C ab...http://www.studenten-city.de/forum/smilies/frown.gif
Funktioniert aber wirklich gut:)
@Terra:
Schon mal mit Natriumformiat probiert?

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Frohe Feiertage!

ehemaliges Mitglied
25.12.2000, 14:48
Ne, Natriumformiat hab ich nicht!

Wiso geht das besser??

ehemaliges Mitglied
08.01.2001, 08:16
Weis nicht, ob es besser geht, wäre vieleicht mal einen Versuch wert.

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Errare humanum est

minutemen
09.01.2001, 10:37
Um mal meinen Senf noch dazuzugeben: diese huebsche Sache geht bei allen Salzen, die neben einigen Kristallwasser noch einen rel. steilen Anstieg ihrer Loeslichkeit in Wasser mit steigender Temperatur aufweisen. Ein gutes Beispiel waere noch Natriumthiosulfat, mit Kristallwasser selbstverständlich, also normales Fixiersalz.

Karsten

ehemaliges Mitglied
09.01.2001, 11:05
Auf jedenfall sollte die Gitterenergie des Salzes höher als die Solvationsenergie sein...
Es wird aber schon einen Grund haben, dass die Industrie Natriumacetat beforzugt (daher geht wohl am Besten(auch nicht so giftig)).

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Errare humanum est

ehemaliges Mitglied
20.04.2001, 22:11
Meines erachtens ist das ganze keine Natriumacetat-Schmelze. Wir haben in der Schule mal nachgeforscht und herausgefunden, dass noch Saccharinnatrium als Stabilisator hinzu kommt.

Doggett
05.12.2001, 20:22
Hallo.
ich hab mal wieder ne Frage:
Ich habe heute ein Wärmekissen gesehen. Aussen drauf steht, dass innen drin Sodiumacetat und Wasser ist. Ausserdem, deutlich sichtbar, ein kleines Plättchen aus Metall.
Das, was in dem Kissen drin ist, ist zunächst einmal flüssig und farblos, soweit man das erkennen kann.
wenn man jetzt nur ganz leicht an dem kleinen Plättchen aus Metall biegt, breitet sich sehr schnell in dem Kissen ein weisser Feststoff aus, d.h. die Flüssigkeit reagiert zu diesem Stoff.

Diesen Feststoff bekommt man erst wieder "weg", wenn man das Kissen eine zeitlang in kochendes Wasser legt, dann wird daraus wieder die farblose Flüssigkeit.

Kann mir jemand helfen?? Was für eine Reaktion läuft hier ab?
Warum wird aus dem flüssigen etwas festes?
und warum bleibt das Kissen warm? Kann dieser entstehende Stoff die Wärme speichern? Und woher kommt die Wärme genau??

wäre nett wenn jemand ne Antwort posten könnte...danke schon mal!
Doggett

ehemaliges Mitglied
05.12.2001, 20:30
:suspect: Hat bestimmt Deine Oma auf irgendner Kaffeefahrt gekauft...

No Regrets
05.12.2001, 20:52
@LotS
sowas gibs wirklich ;)

kleinerChemiker
06.12.2001, 03:08
jaaaaaaa, genau das gleiche Kissen hab ich auch! Ich wollt auch schon mal vor langer Zeit fragen, wie dieses Kissen funktioniert, ob das Kristallisationswärme ist und so! Endlich wird das gefragt, ich hätts wohl nie gefragt! :D


lg, Peter!

ehemaliges Mitglied
06.12.2001, 12:37
Die Flüssigkeit im Wärmekissen ist eine gesättigte Lösung, durch das Knicken des Metallplätchens wird die Lösung angeimpft, sie kristallisiert aus. Dabei wird Reaktionswärme abgegeben. Daher wird das Kissen warm. Um den Vorgang rückgängig zu machen muß man das Kissen in wasser erhitzen, dann wird es wieder flüssig. :sunshine:

kleinerChemiker
06.12.2001, 15:20
nö, es ist nicht eine gesättigte Lösung, sondern eine übersättigte Lösung, denn aus einer gesättigten Lösung würde sich nicht so einfach wieder was ausscheiden, nur aus einer übersättigten Lösung!


Peter!

ehemaliges Mitglied
06.12.2001, 16:53
:p Danke! Natürlich übersättigt! :D

ehemaliges Mitglied
05.05.2004, 17:49
Könnt ihr mir das vielleicht etwas genauer erklären?

Warum übersättigt sich die Lösung? Weil sie warm mehr lösen kann und dann abkühlt? Und warum scheidet sich dann das überschüssige nicht einfach ab?

Was GENAU passiert, wenn man das Metallplättchen biegt? "angeimpft", darunter verstehe ich nicht viel...

Und warum genau entwickelt sich daraus so viel Wärme?


Wir hatten heute im Chemiepraktikum dieses Experiment, haben selber Beutel hergestell, die aber nicht durch Biegen des Plättchens losgegangen sind, sondern nur, wenn man sie auf den Boden schmiss.... =)

Ich hoffe, ihr könnt mir das helfen =) meine Chemielehrerin konnts mir nicht erklären, die hat irgendwas gefaselt von "das Salz merkt nicht... blablabla.... und durch biegen des Plättchen MERKTS dann... blablabla"

ciao Banana

ehemaliges Mitglied
05.05.2004, 20:18
schau mal eine seite vorher...

Adam
05.05.2004, 21:19
@Bananabomb

Jede Menge andere Threads gibs auch noch dazu:

http://www.chemieonline.de/forum/search.php?searchid=41037

Gruß
Adam

thomas463
17.12.2005, 23:48
hallo, hab selbst ein solches wärmekissen zuhause, ist das metallplättchen aus einem speziellen metall bzw. legierung oder so, warum beginnt die reaktion beim knicken des blättchens? (wird energie dabei freigesetzt beim knicken des plättchens?)
:confused:

Methanol
17.12.2005, 23:51
hallo, hab selbst ein solches wärmekissen zuhause, ist das metallplättchen aus einem speziellen metall bzw. legierung oder so, warum beginnt die reaktion beim knicken des blättchens? (wird energie dabei freigesetzt beim knicken des plättchens?)
:confused:
Es wirkt als Kristallisationskeim(genauer weiß ich nicht)

kaliumcyanid
18.12.2005, 21:27
Das Metallplättchen hat ja so Noppen oder Rippen oder so. Durch das Knicken wird die NaOAc-Lösung (die sich ja auch zw. den Noppen/Rippen befindet) zum Auskristallisieren gebracht. Den gleichen Effekt kannst du mit nem Spatel oder so erzeugen (z.b. als Vorführversuch, Erlenmeyer mit übersättigter NaOAc-Lsg. rein und dann bissle mit nem Spatel rütteln. Is ziemlich empfindlich und fängt schnell an, auszukristallisieren).

Siehe auch hier: http://www.chemieunterricht.de/dc2/tip/01_99.htm

thomas463
18.12.2005, 23:11
fürs händewärmen beim spazierengehn reichts