Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Barock
nobody
28.02.2003, 17:56
Wieder mal hallo,
mal ganz abgesehen davon, dass ich mich nur schwer in diese Zeit hineinversetzen kann, verstehe ich nicht alles, was die da geschrieben haben. Dieses Deutsch ist eine Zumutung und ich denke eh noch auf Englisch.
Natürlich hat der Lehrer mir sofort ein Referat darüber gegeben.
Was sollte ich eurer Meinung nach sagen, wenn ich über den Geisteszustand reden muss?
Ich kann ja nicht nur sagen, dass sie gegen Ausländer waren. (Steht in einem meiner "Lieblingsgedichte", wo ich auch mal etwas verstehen kann.)
Vielen Dank...
nobody
06.03.2003, 21:04
Über deinen Geisteszustand?
nobody
08.03.2003, 10:07
Nein, aber wenn dir das mehr Spaß machen würde...
Die Hexenprozesse zu der Zeit haben wir schon bearbeiten, aber warum waren die Deutschen da gegen die Schweden?
Also wenn das wer wüsste, wäre das bestimmt sehr hilfreich.
CO-Mertens
08.03.2003, 10:17
Dann schau mal in das Fach Geschichte. Dreißigjähriger Krieg, Katholiken vs. Lutheraner usw. Die Schweden waren zu der Zeit eine Großmacht und Teile Norddeutschlands gehörten zu Schweden.
JJFox
08.03.2003, 10:39
allgemeines über das barock
http://www.xlibris.de/Epochen/Barock/Barock1.htm
FK
08.03.2003, 11:23
Originalnachricht erstellt von Little.Flower
Ich kann ja nicht nur sagen, dass sie gegen Ausländer waren. (Steht
Ja, das war eine typisches Phänomen des Barocks....zum Glück gibt es sowas überhaupt nicht mehr.... :rolleyes:
Scherz beiseite: wer war gegen Ausländer? Alle? Nur die Deutschen, die unerklärlicherweise etwas gegen die zahlreichen ausländischen Soldaten hatten, die das Land verwüsteten? Übrigens war damals oft Ausländer, wer 50 km weiter weg wohnte und die gleiche Sprache sprach...
Gruß,
Franz
nobody
08.03.2003, 21:44
Zur Zeit des Barocks begann die allgemeine Säkularisierung, die Loslösung von alten Vorstellungen.
Gott fängt an, zu "sterben", die Menschen werden zunehmend transzendental obdachlos. (Was ist nach dem Tod war vorher klar zu beantworten, die Menschen konnten sich nach etwas richten. Auf einmal schauen die Menschen aber über den "Tellerrand", die Erde ist keine Scheibe?)
Die Philosophie schafft nicht mehr das zu verarbeiten, was an neuer Erkenntnis hinzugewonnen wird.
In der Literatur wird auch versucht, das zu verarbeiten. Jedoch muss sich z.B. die Lyrik an ganz fest vorgegebene Strukturen halten. Ein festes Reimschema in Form von Sonetten in Alexandriner Form ist Maßstab.
...
Schlott
nobody
09.03.2003, 10:13
Danke.
Ja, in der Mittelstufe hätte ich besser in Geschichte aufpassen müssen. (Wir haben fast immer Weimarer Republik gemacht)
Also gegen Ausländer waren da wohl alle. Blieb bei den ganzen Kriegen auch nicht aus, denke ich. Trotzdem macht der Autor sich da erst über die Schweden her und schreibt dann eine Strophe lang nur französische Wörter. (Gut, Deutschland - Frankreich, tjaaa)
Ja, die meisten Gedichte sind wirklich ein Sonett. Und was hat man dann, außer unreinen Reimen im ersten Teil, als Möglichkeit, seine eigene Verwirrung darzustellen?
Aber jetzt mal ehrlich: Was erfahre ich über den Geisteszustand, wenn da jemand ein Gedicht über die schönsten Augen der Welt schreibt?
hippie
09.03.2003, 10:46
Originalnachricht erstellt von Little.Flower
Ja, die meisten Gedichte sind wirklich ein Sonett. Und was hat man dann, außer unreinen Reimen im ersten Teil, als Möglichkeit, seine eigene Verwirrung darzustellen?
Schon mal was von Stilmitteln gehört? Gerade Barockgedichte lassen sich super auseinandernehmen, da man in der Regel 2-3 Stilmittel pro Vers hat.
Stilmittel, die eine Verwirrung ausdrücken [i]können[i] sind außer unreinen Reimen auch unregelmäßigkeiten im Versmaß (z.b. Anapäst statt Jambus im Alexandriner), mit der Wortstellung lässt sich auch eine Menge ausdrücken, ebenso mit Ellipsen und Ellisionen.
Godwael
09.03.2003, 20:06
Also gegen Ausländer waren da wohl alle.
:rolleyes:
... man darf nicht vergessen, daß es zu dieser Zeit kein "Deutschland" gab. Es handelte sich eher um die Reaktion auf eine gewaltsame Überfremdung und Okkupation (siehe FK's Beitrag), als um aggressiven Nationalismus.
Der deutsche Nationalismus ist letztendlich aus dieser Situation (der Abwesenheit einer Nation) erst entstanden. Deutschland ist historisch gesehen keine Nation, sondern ein Wunschtraum, der (dummerweise?) wahr geworden ist.
Nimm's mir nicht übel, aber wenn du schon so startest, solltest du deinen Lehrer vielleicht um ein etwas überschaubareres Themengebiet bitten. :)
nobody
10.03.2003, 15:20
Heute hab ich das ganze sogar gut über die Bühne gebracht. Der Lehrer war so sehr mit dem Koreaner beschäftigt, dass er kaum zugehört hatte und dann meinte er: jaja, sehr richtig.
Was will ich mehr?
Hey, wenn der im Sonett wirklich Wörter benutzt, die keiner mehr kennt und da auch bei scharfem Hingucken (aus den Lateinklausuren zum Thema Interpretation ist einiges hängen geblieben) keine Stilmittel drin sind (auch keine Alliteration!), dann bleibt halt nur die Kadenz. Außerdem hat der immer brav im 6-hebigen Jambus geschrieben.
hippie
10.03.2003, 18:09
Originalnachricht erstellt von Little.Flower
keine Stilmittel drin sind
nichts gegen dich, aber das kann ich nur schwerlich glauben. Was für ein Sonett war es denn? eines von Gryphius?
Hansen
13.03.2003, 23:00
Das ist vermutlich ein Fall von "den Wald vor läuter Bäumen nicht sehen" :) - Die Barock-Sonnete die wir im Unterricht hatten quollen jedenfalls immer über vor Stilmitteln :rolleyes: