Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Molekulare Elemente?
nobody
14.11.2000, 21:23
Tach !
Die Frage mag zwar recht simpel klingen, aber ich habe bis heute nicht verstanden welche Elemente Moleküle bilden (Warum sie welche bilden weiß ich - glaub ich zumindest). Kann mir das mal bitte jemand einfach erklären ?
Welche Elemente bilden Moleküle ?
Muß man sich die merken oder kann man das irgendwie "ableiten" ?
Danke!
buba
14.11.2000, 21:54
Merk dir einfach:
Die Elemente der VII. Hauptgruppe (=Halogene: Fluor, Chlor, Brom, Iod, [Astat]) kommen unter Normalbedingungen als Moleküle vor, ebenso die Gase Wasserstoff, Stickstoff und Sauerstoff.
nobody
15.11.2000, 17:16
Danke für die Antwort !
Aber warum machen es die anderen nicht ? Wollen die nicht auch die "stabile Edelgaskonfiguration" ? (Soviel ich weiß bilden sich Moleküle nur deshalb)
Derpel
15.11.2000, 18:33
Die anderen Gase, bilden keine Moleküle, weil sie ja schon 8 Aussenelektronen haben, die Edelgase. Die nicht gasförmigen Moleküle bilden keine Moleküle, haben glaube ich aber einen Gitterbau, wobei auch Bindungen entstehen.
Kutti
17.11.2000, 12:46
Es gibt grundsätzlich 3 Arten von Bindungen:
1) Metallbindung:
Anziehung zwischen delokalisierten Elektronen und positiv geladenen Metallrümpfen. Eigenschaften: Metallgitter, hohe Smp.; gute Leiter; verfombar.
2) Elektronenpaarbindung (unpolar/polar): Verknüpfung von Nichtmetallatomen durch gemeinsame, bindende Elektronen
Eigenschaften: Moleküle; flüchtig; Nichtleiter.
3) Ionenbindung: Anziehung zwischen positiven und negativen Ionen.
Eigenschaften: Ionengitter, Salze; hohe Smp.; spröde-hart; Leiter
Welche Bindung jeweils zustande kommt, hängt von den entsprechenden Reaktionspartnern und deren EN- Werte ab.
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Kutti
Moderator
C.Kuttruff@gmx.net
nobody
17.11.2000, 14:44
Die Halogene haben 7 Valenzelektronen. Das heißt, wenn sich zwei Halogene verbinden, besitzt jedes von ihnen Edelgaskonfiguration. Deshalb sind die Elemente der 7.HG gasförmige Moleküle.
Ähnliches Prinzip bei Wasserstoff (füllt durch Molekülbildung sein s-Orbital)
Für die 6.HG braucht man schon zwei Bindungen, um die Edelgaskonfiguration zu erreichen. Sauerstoff schafft das durch eine Doppelbindung. Aber schon Schwefel ist zu gross für eine Pi-Bindung, kommt also nur als Ringe (z.B. S8-Moleküle), bzw. Ketten vor.
Für die 5.HG braucht man drei Bindungen, was wegen der Größe nur Stickstoff schafft. Phosphor kommt elementar (u.a) als P4 - Molekül vor. Arsen ist für solche gespannten Moleküle schon zu gross und kommt normalerweise nicht molekular vor.
Die 4.HG benötigt 4 Bindungen untereinander, um molekular vorzukommen, was nicht einmal der kleinste Vertreter Kohlenstoff schafft. Er braucht 4 Elektronen, hat also keine Chance, ein Molekül zu bilden.
In der 3.HG ist die Elektronegativität schon so gering, dass eine Metallbindung günstiger ist (Energiegewinn durch Delokalisierung der Bindungselektronen). Die EN von Bor ist noch zu gross für Metallbindung, deshalb ist Bor das Element mit den phantasievollsten Modifikationen, denn es muss einige Tricks anwenden, um die Edelgasschale voll zu bekommen.
Ob ein Element Moleküle bildet oder nicht, liegt also daran,
- wieviele Bindungen es eingehen muss
- wie gross es ist (wg. Doppel- Dreifachbindungen)
- welche EN es hat
[This message has been edited by Dirk (edited 17-11-2000).]
No Regrets
17.11.2000, 16:32
Ist C60 kein Molekül??
As4 ist übrigens gelb!!
Beim Schwefel gibs von S2 bis S20 und noch höher fast alles!!
Se8 (rot) ist auch als Molekül bekannt... usw
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und noch n Semester
nobody
17.11.2000, 19:24
Originally posted by No Regrets:
Ist C60 kein Molekül??
As4 ist übrigens gelb!!
Beim Schwefel gibs von S2 bis S20 und noch höher fast alles!!
Se8 (rot) ist auch als Molekül bekannt... usw
Bekannt ist das alles und noch mehr (z.B. Ozon), aber nicht gerade in berauschenden Mengen oder thermodynamisch stabil (bis auf Se8 vielleicht).
DirtyHarry
17.11.2000, 21:15
re: Kohlenstoff
Ihr habt vergessen ;), daß stabile Zustände auch anders erreicht werden können! Kohlenstoff hybridisiert doch und erreicht so energetisch einen äußerst stabilen Zustand, z.B. 4 einfach besetzte sp³-Hybridorbitale. Der Rest läßt sich über Bildung von Molekülorbitalen (s. im Mortimer, MO-Theorie) erklären. Es ist also nicht immer die Bildung eines Oktetts nötig, um einen energetisch günstigen Zustand zu erreichen! ;)
Friede und Wohlstand
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Dirty Harry
dany_boy
13.01.2009, 15:58
zum kohlenstoff:
die c-atome bilden doch moleküleund zwar in jeder modifikation des kohlenstoffs.
bucky balls siehe oben.
graphit: sp2-hybridisierter kohlenstoff; je 3 sigma-bindungen (sp2-sp2) u 1 pi-bindung (p-p). jede graphitschicht ist ein makromolekül aus lauter c-atomen und hat ein delokalisiertes pi-elektronensystem. (graphit leitet im übrigen parallel zur c-schicht den strom, senkrecht aber nicht!)
diamant: sp3-hybridisierter kohlenstoff; je 4 sigma-bindungen (sp3-sp3). jeder diamant ist ein (makro)molekül.
FK
13.01.2009, 16:18
Womit Du recht hast.
Gruß,
Franz
Planck
13.01.2009, 16:27
Schön, dass auch 2979 Tage alte Threads noch Beachtung finden...