Guten Morgen,
da ich nun schon einige Zeit im WWW nach brauchbaren Rastern zur Beurteilung von naturwissenschaftlichen Referaten suche,und nichts wirklich Gescheites gefunden habe(meistens werden Kriterien für die Referate im geisteswisenschaftlichen Bereich dargestellt), wende ich mich an Euch, in der Hoffnung, dass Ihr mir Links posten könnt, die ich noch nicht entdeckt habe.
Gruß, Laika
Muli
13.07.2008, 21:32
Wieso sollten die Kriterien sich unterscheiden?
- Sachliche Vollständigkeit und Richtigkeit
- Auswahl des Stoffes
- Art der Präsentation -> stil und Art des redens (frei, verständlich etc)
- angemessene Unterstützung durch Visualisierung - ob nun ppt oder was Anderes...
ich verstehe nicht, warum man da große Unterschiede machen solte, da die Bewertung ja eigentlich gleichist.
LG Muli
Friedrich Karl Schmidt
14.07.2008, 11:32
- Art der Präsentation -> stil und Art des redens (frei, verständlich etc)
- angemessene Unterstützung durch Visualisierung - ob nun ppt oder was Anderes...
Ob überhaupt und wenn ja mit welchem Gewicht die Art der Präsentation , des Redens usw. in die Bewertung eingehen sollte ist m.E. Auffassungssache.
Denn immerhin hat das mit Chemie nichts zu tun und zu meiner Zeit waren die Lehrer streng angewiesen, selbst miserabelstes Beutsch bei Klassen - und Prüfungsarbeiten nicht zu bewerten, gleichwohl andererseits auch damals Fachlehrer aller Unterrichtsfächer gehalten waren , die Sprachfähigkeit im Unterricht zu fördern.
Entscheidend dürfte hier sein, was in den entsprechenden Richtlinien steht. die bekanntlichü nicht für alle Bundesländer gleich sein müssen.
Im Übrigen wäre ich als Lehrer froh, hier nach eigenem Ermessen verfahren zu können , wobei die Bewertungskriterien den betroffenen Schülern natürlich vorher mitzuteilen sind.
Gruß FKS
Muli
14.07.2008, 16:41
Natürlich ist es von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich, woe bewertet wird, allerdings gehört es mittlerweile zur allgemeinen Kompetenzvermittlung und zum Mathodenwissen. Beispielhaft kann man im Kompetenzbereich Kommunikation sich die entsprechenden Bildungsstandards ansehen:
Der Chemieunterricht bis zum Mittleren Schulabschluss versetzt Schülerinnen
und Schüler in die Lage, Phänomene der Lebenswelt auf der
Grundlage ihrer Kenntnisse über Stoffe und chemische Reaktionen zu erklären,
zu bewerten, Entscheidungen zu treffen, Urteile zu fällen und dabei
adressatengerecht zu kommunizieren.Quelle (http://www.kmk.org/schul/Bildungsstandards/Chemie_MSA_16-12-04.pdf)
Adressatengerechtes Kommunizierenb fällt für mich eindeutig darunter. Dass man über die Erwatungen mit den Schülerinnen und Schülern vorher sprechen muss ist klar. Aber dass zu einem Referat mehr gehört als inhaltliche Richtigkeit, nämlich auch die (vorher geübten oder zumindest erarbeiteten)Arten und Weisen des Präsentierens ist doch der Methode Refarat inhärent. Denn ansonsten kann man sich diese auch sparen und Schülerinnen und Schüler aus dem Buch vorlesen lassen.
LG Muli
Friedrich Karl Schmidt
14.07.2008, 17:16
Adressatengerechtes Kommunizierenb fällt für mich eindeutig darunter. Dass man über die Erwatungen mit den Schülerinnen und Schülern vorher sprechen muss ist klar. Aber dass zu einem Referat mehr gehört als inhaltliche Richtigkeit, nämlich auch die (vorher geübten oder zumindest erarbeiteten)Arten und Weisen des Präsentierens ist doch der Methode Refarat inhärent. Denn ansonsten kann man sich diese auch sparen und Schülerinnen und Schüler aus dem Buch vorlesen lassen. Offenbar ist es mir in meinem letzten Beitrag nicht gelungen, den Unterschied deutlich zu machen zwischen dem ( fächerübergreifenden ) Fördern eines allgemeinen Bildungsziels und dessen Prüfungsrelevanz in einzelnen Fächern.
Die Konsequenz dessen, was Sie m.E. vertreten, läuft darauf hinaus , dass ein rhetorisch Begabter in jedem Fach einen Extrabonus voraushat, der über das hinausgeht, was ohnehin und unbemerkt in die Benotung eines Lehrers bereits über die mündliche Note einfließt. Ein solches Bildungssystem produziert vorrangig Schreiber und Verkäufer, nicht selten auch aus der Kategorie " Große Klappe , nichts dahinter".
Gruß FKS
kaliumcyanid
14.07.2008, 17:22
Ich würde mal behaupten, da gibt es kein Raster. In Chemie nicht, und auch in sonst keinem Fach. Sowas legt der Lehrer selbst fest. Und das sind ja auch nur Menschen und ergo nicht alle gleich...
Laika
15.07.2008, 09:50
Sicherlich ist es richtig, dass jeder/jede LehrerIn eigene Bewertungskriterien aufstellt.
Diese sollten sich jedoch in den Fächern ähneln , um eine Vergleichbarkeit zu erreichen.
Was mich im einzelnen interessiert ,ist die Gewichtung der Kompetenzbereiche.
So stimme ich FKS insofern zu, dass die Art des Vortrags in den Hintergrund treten sollte.Ich würde nicht so weit gehen, diese gar nicht zu bewerten.
Die Fachkompetenz ist doch in jedem Falle vorrangig.
Dabei interessiert mich:
Welche Fachkompetenzbereiche müssen in einer Präsentation beurteilt werden?
Wie hoch soll die fachliche Kopetenz prozentual bewertet werden?
Gruß, Laika
zarathustra
15.07.2008, 10:54
Es ist doch so, dass die Kompetenzen der Schüler gefördert werden sollen, was im Falle von solchen Referaten ja nur dadurch möglich ist, dass man sie auch hält. Denn mir z.B. ist es nicht schwer gefallen, etwas mit jemandem zu besprechen, aber dann wirklich vor einer Gruppe von Leuten bzw. vor einer Klasse zu stehen, fand ich bin in die Oberstufe sehr schwierig. Mir hat es geholfen, dass ich immer wieder irgendelche Referate halten musste und sich dann die Nervosität irgendwann gelegt hat...
Um es anders zu sagen: Ich sehe Referate als eine Art Übung an, um dann irgendwann in der Lage zu sein, fließend Vorträge zu halten.
Und genau da stellt sich mir die Frage, ob man bei alltäglichen Referaten überhaupt großartig den Vortragsstil bewerten soll oder obes besser wäre, konstruktive Hinweise zu geben und diesen Teil wenig in die Bewertung einfließen zu lassen. Nehmen wir einen sehr nervösen Schüler, der aber fachlich sehr gut ist. Wenn man ihm dann sagt, dass es inhaltlich eine 1 war, er sich aber so oft verhaspelt hat und sein Vorragsstil derart mies war, dass er insgesamt eine 3 bekommt, dann wird derjenige nie wieder ein Referat halten wollen...
Muli
10.08.2008, 10:43
Was mich im einzelnen interessiert ,ist die Gewichtung der Kompetenzbereiche.
So stimme ich FKS insofern zu, dass die Art des Vortrags in den Hintergrund treten sollte.Ich würde nicht so weit gehen, diese gar nicht zu bewerten.
Die Fachkompetenz ist doch in jedem Falle vorrangig.
Dabei interessiert mich:
Welche Fachkompetenzbereiche müssen in einer Präsentation beurteilt werden?
Wie hoch soll die fachliche Kopetenz prozentual bewertet werden?
Moin...
Dem kann ich mich nur noch mal anschließen. art des Vortrages würde ich auch lediglich auf traniertes Verhalten hin und unter Berücksichtigung von Entwicklung und Entwicklungsfähigkeit des Schülers hin beurteilen: also als positiver Aspekt in der benotung, keinesfalls aber als wirklich negativer. Entsprechende Hinweise auf Stärken und Schwächen wären für mich immer dabei. Ohne gehts nicht...
Was die Fachkompetenzen angeht, so gilt es bei Referaten doch darum, sich in einem Thema kundig zu machen. Entsprechend wären dort Kriterien, wie
- Anzahl und Unterschiedlichkeit der Quellen
- Inhaltliche Vollständigkeit und Richtigkeit
- Fragen beantworten können, die ein wenig über den Vortragstext hinaus gehen
- Wurde der Inhalt in einer Präsentation (wie auch immer) bei aller Verkürzung verständlich aufgearbeitet
Dass Schülerinnen und Schüler sich Themen für ein referat richtig erarbeiten - davon gehe ich erstmal aus. Denn so komplex sind die Schülerreferate meist nicht. Für mich ist in diesem Fall der Umfang und die Aufarbeitung das Wesentliche. Haben die Schülerinnen und Schüler also verstanden, was sie vortragen?I ch würde entsprechend einen Fokus in der Bewertung auf diese Punkte legen. Letztlich könnte ich das aber nicht prozentual ausdrücken.
Eine Sache noch zu "alltäglichen Referaten": Diese (klassischen Referate)gibt es eher selten in der Schule. Referate sind eigentlich immer eine Zusatzleistung oder ein Teil der "sonstige Mitarbeit" - Note. Zudem finde ich persönlich frontal gehaltene Vorträge - ob von Schülern oder Lehrern - nur so mittelspannend - auch im Studium. Das freie Sprechen und Formulieren von Schülern kann durchaus auch mit entsprechenden Methodiken, die handlungsorientierter und kooperativer angelegt sind verwirklicht werden.
LG
Muli
EDIT: Hab in nem Lehrer-Materialpool (4teachers) mal eine Zusammenstellung und einen konkreten Vorschlag zur Referatsbewertung gefunden. Der ist sicherlich ausbaufühig.
Dass Schülerinnen und Schüler sich Themen für ein referat richtig erarbeiten - davon gehe ich erstmal aus. Denn so komplex sind die Schülerreferate meist nicht. Für mich ist in diesem Fall der Umfang und die Aufarbeitung das Wesentliche. Haben die Schülerinnen und Schüler also verstanden, was sie vortragen?I ch würde entsprechend einen Fokus in der Bewertung auf diese Punkte legen. Letztlich könnte ich das aber nicht prozentual ausdrücken.
So normal ist das nicht, denn manche verstehen nicht alles oder nicht in der Tiefe, die man erwarten würde, von dem, was sie vortragen.
Neben dem Verstehen erscheint es mir ebenso wichtig darauf zu achten, wie der Vortrag war, also was für die MitschülerInnen dabei rum gekommen ist. Es kann ja nicht sein, dass jemand alles verstanden hat, aber so dämlich/schnell/nuschelig/uunverständlich vorträgt, dass niemand versteht, was er eigentlich transportieren will.
Aus diesem Grund muss m. E. die Vortragsleistung also solche ihren Niederschlag bei der Bewertung finden.
Gruß
arrhenius
Laika
10.08.2008, 14:06
Habt Dank für Eure weiteren Beiträge.
@Muli: Diese Tabelle ist zumindest etwas übersichtlicher als das, was ich bisher gefunden habe.
Mir stellt sich hier jedoch die Frage: um so ein Referat beurteilen zu können, müßte man sich doch während des Vortrags laufend Notizen machen, ansonsten würden doch wichtige Details in Vergessenheit geraten.
Kann das die SuS verunsichern?
@ Arrhenius: Das sehe ich ganz genauso.
Die Überprüfbarkeit des vorgetragenen Inhalts sollte ein grundsätzlicher Anspruch an den/die Referenten/in sein. Ansonsten macht das Ganze keinen Sinn. Es gibt so viele schlechte Referenten/in auch unter Erwachsenen ( hier als Gegensatz zu SuS gemeint),die einem nur die Zeit stehlen.
Diesem Manko sollte schon rechtzeitig Vorschub geleistet werden .
Gruß, Laika
Friedrich Karl Schmidt
10.08.2008, 15:05
EDIT: Hab in nem Lehrer-Materialpool (4teachers) mal eine Zusammenstellung und einen konkreten Vorschlag zur Referatsbewertung gefunden. Der ist sicherlich ausbaufühig.
Quelle: http://www.4teachers.de/download/id/41492/sid/577e7773c66e0c5c381995b379eea67f/Bewertungskriterien%20fuer%20Referate.doc Für meinen Geschmack ist der Kriterienkatalog schon wegen der Vielzahl von Gesichtspunkten so nicht brauchbar. Ich finde ihn völlig überladen.
Mein Haupteinwand aber ist, dass der fachliche Aspekt bei weitem zu gering in das Gesamturteil eingeht.
Wozu das führen kann, zeigt ein Thread, den zu Lesen ich als ein eher zweifelhaftes Vergnügen empfunden habe. Dort behauptete der TES, dass er einen Chemieleistungskurs zwar mit 15 Punkten abgeschlossen hätte, von der Chemie aber nur wenig wüsste. Für Letzteres lieferte er gleich den Beweis : Er fragte nach den Reaktionsgleichungen für die Reaktion von Zink mit Sauerstoff, sowie für die Reaktion von Zink mit zwei Edelgasen.
Es wird Zeit, dass sich der Chemieunterricht wieder mehr seinem "Kerngeschäft" zuwendet und die Lehrer wieder Chemie lehren und nicht nur Aufträge verteilen und Schüler veranlassen, Ihre Zeit mit Recherchen zu verplempern .
Gruß FKS
zarathustra
10.08.2008, 17:58
Es gibt so viele schlechte Referenten/in auch unter Erwachsenen ( hier als Gegensatz zu SuS gemeint),die einem nur die Zeit stehlen.
Diesem Manko sollte schon rechtzeitig Vorschub geleistet werden.Das hört sich ja alles ganz toll an und der Anspruch, dass die Schüler das lernen sollen, macht ja auch Sinn. Nur genau das ist doch der Punkt: Sie sollen lernen, Präsentationen zu halten - und es nicht bereits perfekt können.
Das Erarbeiten von Inhalten und die Strukturierung des Vortrages zu Hause kannst Du sicher mit in die Bewertung einfließen lassen. Aber einen Vortrag zu halten lernen Deine Schüler nicht zu Hause vor dem Spiegel, sondern nur beim Votragen vor einer Gruppe. Insofern wäre der Vortrag / das Vortragen (nicht der Inhalt) doch ein Lernprozess und keine zu bewertende Prüfungsleistung. Du kannst den Schülern zwar Hinweise geben, was sie am Vortragsstil ändern sollten, aber stark mit in die Bewertung einfließen sollte sowas meiner Meinung nach nicht...
nobody
10.08.2008, 18:20
Das kommt darauf an, wer den Vortrag hält: handelt es sich um einen Mittelstufenschüler oder um einen Schüler der Klasse 12 und 13? Bei letzteren kann man davon ausgehen, dass sie nicht das erste Mal in dieser Situation sind und deshalb auch eine Bewertung vornehmen bzw. den Anteil der Vortragsleistung entsprechend höher gewichten.
Entscheidend ist allerdings, dass der Vortrag insgesamt fachlich in Ordnung ist, oder anders ausgedrückt: ein fachlich falscher Vortrag wird auch durch eine gelungene Präsentation nicht gut, er wird nicht mal ausreichend.
Gruß
arrhenius
Laika
10.08.2008, 18:47
So würde ich das auch sehen.
Deshalb auch meine Frage etwas weiter oben in diesem Thread.Sowie die Frage bezüglich des Mitschreibens.Leider sind beide noch nicht (für mich persönlich) zufriesenstellend beantwortet.
Laika
nobody
10.08.2008, 18:59
Hallo Laika,
Mitschreiben tue ich immer und begründe den SchülerInnen gegenüber das damit, dass ich ja am Ende eine Beurteilung vornehmen und die nicht nur aus meiner Erinnerung bestreiten kann.
Ich notiere mir wichtige Aspekte, manchmal auch Formulierungen v. a. aber Fragen, die mir während des Vortrages kommen und an denen ich nachhaken will. Die sind für mich sehr wichtig, weil ich herausbekommen will, wie gut der Referent wirklich in seinem Stoffgebiet ist.
Dazu: Mir hat mal jemand einen 45-Minuten-Vortrag gehalten (abgemacht waren 20 - 25), der komplett auswendig gelernt war. Bei Nachfragen ist der mitten im Satz wieder eingestiegen. Beantworten konnte er keine Nachfrage. Grauenhaft.
Nebenher führe ich einen schulinternen Bewertungsbogen zu verschiedenen Kriterien mit sechs Notenstufen. Die Eintragungen sind jede für sich sicherlich nicht sonderlich valide, es ergibt sich aber ein Gesamtbild, mit dem man etwas machen kann. Wenn vereinbart wird, dass Powerpoint ein eigener Schwerpunkt ist, dann nehme ich die Präsentation mit nach Hause und nehme sie genauer unter die Lupe.
Prozentual ist der Anteil von Vortrag und Präsentation etwa 1/3, oder bei jüngereen SchülerInnen auch weniger. Entscheidender Punkt ist aber etwas, was ich mit Kollegen als "Bewährung in der fachlichen Diskussion" bezeichne; also die Fähigkeit seinen Vortrag zu verteidigen und auf Fragen kompetent zu antworten.
Kann das ein Schüler nicht, dann ist auch der Vortrag nichts, selbst wenn zuvor alles richtig wahr. Ich muss dann annehmen, dass ein Täuschungsversuch vorliegt.
Gruß
arrhenius
Laika
10.08.2008, 21:44
Hallo arrhenius,
danke für Deine Ausführungen.
Was verstehst Du unter einem schulinternen Bewertungsbogen? Läßt Du im nachhinain die Schüler anonym bewerten?
Wenn das der Fall ist,welche Kriterien sind aufgeführt?
Die prozentuale Verteilung hatte ich mir auch so überlegt.