Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Simpler Spiegel
nobody
28.03.2001, 12:59
Wie "funktioniert" eigentlich ein Spiegel?
Lässt sich mittels der Orbitaltheorie erklären, weshalb ein Lichtstrahl im selben Winkel reflektiert wird, in dem er einfiel?
Schließlich emittieren einzelne Atome Photonen ja in beliebige Richtung...
Und noch etwas .. weshalb ist eigentlich ausgerechnet Glas durchsichtig?
Danke für eure Mühen,
Christian
Galileo
28.03.2001, 14:06
Ich vermute mal, dass Glas transparent ist, da es dort keine freien Elektronen gibt, die das einfallende Licht absorbieren könnten.
[Farbstoffe zeichnen sich ja schließlich durch ihre freien Pi-Elektronen aus.]
HTH,
Galileo
<FONT COLOR="#ffffff" SIZE="1" FACE="Verdana, Arial, Geneva, Helvetica">[Dieser Beitrag wurde von Galileo am 28.03.2001 editiert.]</font>
FK
29.03.2001, 19:03
> Und noch etwas .. weshalb ist eigentlich
> ausgerechnet Glas durchsichtig?
Alle Stoffe, die Licht weder
vollständig
a) reflektieren
oder
b) absorbieren
oder
c) streuen
sind durchsichtig.
Beispiele für "nicht vollständig":
a) dünne Silberschicht
b) dünner Kaffee
c) dünne Milch (sehr dünn)
Bei Glas findet zwar (weitgehend) keine Absorption statt, dass es durchsichtig ist, liegt aber auch daran, dass es homogen ist (keine Bereiche mit unterschiedlicher Brechzahl). Versuche mal, durch Glaspulver durchzuschauen....
Gruß,
Franz
nobody
30.03.2001, 05:03
Herzliche Dank für diese Erläuterungen, wenn mir nun noch ein Genius den Spiegel erklären kann, schwebe ich ganz hoch oben mit den :angel:n...
Galileo
30.03.2001, 05:56
Die Silberschicht auf dem Spiegel (oder was auch immer das ist) reflektiert das einfallende Licht vollständig. Weswegen Du Dann auch Dein Bild im Spiegel siehst, wenn Du hineinblickst.
... würde ich mal sagen.
Galileo
nobody
30.03.2001, 17:14
ad Galileo
Das ist mir wohl bekannt, aber wie lässt sich erklären, dass jeder Lichtstrahl genau im selben Winkel zurückgeworfen wird, ich also kein diffuses Leuchten, sondern mich selbst im spiegel sehe...
FK
30.03.2001, 17:42
Hi!
Kleine Ergänzung: Reflexion ist eine makroskopische Eigenschaft, also an Atomen nicht zu beobachten, ebenso wenig wie Lichtbrechung. Beide Phänomene treten erst dann auf, wenn die Teilchengröße in der Größenordnung der Lichtwellenlänge oder darüber liegt. Ob ein Stoff metallisch reflektiert, hängt u. A. von der Elektronendichte im Leitungsband ab. Für Weiteres bitte ein Physikbuch konsultieren....beim Blättern in meinem "Gerthsen Physik" fand ich zwar eine zweiseitige Abhandlung über die Reflexion an Metallen mit vielen netten Gleichungen, bei deren Anblick ich aber ebenso viele nette bunte Ringe vor den Augen sah, so dass ich auf eine Widergabe dankend verzichte. Offensichtlich bin ich nicht zum Physiker geboren.....
;-)
Franz
No Regrets
30.03.2001, 18:18
Stell es die einfach folgendermaßen vor:
Erbsen prallen, wenn man sie gegen ein gerades Sieb (Lochdurchmesser des Siebes gleich einem normalen Küchensieb) schießt wieder ab (einfallender Winkel gleich ausfallender Winkel)
Senfkörner dagegen prallen in alle möglichen Richtungen vom Sieb ab.
Genauso verhält es sich mit dem Licht. Die Wellenlänge des Lichtes ist zu groß um irgendwelche Beugungseffekte an einem Kristall zu verursachen.
Nimmt man dagegen Röntgenstrahlen (sehr viel kleinere Wellenlänge als Licht), so kann man an einem Kristallgitter schöne Beugungsexperimente durchführen.
In unserem gewältem Beispiel ist
Erbse = Licht
Senfkorn = Röntgenstrahl
Sieb = Kristallgitter
Ich hoffe nun kannst du dir auch erklären, warum jede Fläche ein bissel spiegelt.
mp67
30.03.2001, 20:53
Eine "Erklaerung" des Reflexionsgesetzes ist unter Zuhilfenahme des Huygens'schen Prinzips moeglich, zeichne mal einen ebenen Wellenzug, der auf eien reflektierende Oberflaeche auftrifft und verbinde Punkte gleicher Phase in den reflektierten Wellen.
Micha.
Biohazard
21.02.2002, 21:22
Ich möchte noch anmerken, daß der Satz über Einfalls- und Ausfallswinkel auf alle makroskopischen Körper anwendbar ist, was man zum Beispiel beim Billard unbedingt wissen sollte. ;)
Schießt man dort mit der Kugel gegen die Bande, dann wirst man beobachten, daß der Ausfallswinkel wirklich gleich dem Einfallswinkel ist. Eine gewisse Ungenauigkeit dabei kommt zustande, wenn die Banden nicht völlig gerade sind oder der Filz nicht (mehr) einheitlich anliegt.
(Das genaue Ergebnis ist dann die Folge eines chaotischen Prozesses, den man nur ungefähr vorhersagen kann. ;))
hippie
21.02.2002, 23:41
Originalnachricht erstellt von Biohazard
Ich möchte noch anmerken, daß der Satz über Einfalls- und Ausfallswinkel auf alle makroskopischen Körper anwendbar ist, was man zum Beispiel beim Billard unbedingt wissen sollte. ;)
Schießt man dort mit der Kugel gegen die Bande, dann wirst man beobachten, daß der Ausfallswinkel wirklich gleich dem Einfallswinkel ist. Eine gewisse Ungenauigkeit dabei kommt zustande, wenn die Banden nicht völlig gerade sind oder der Filz nicht (mehr) einheitlich anliegt.
(Das genaue Ergebnis ist dann die Folge eines chaotischen Prozesses, den man nur ungefähr vorhersagen kann. ;))
Soweit ich weiß gilt das nur bei einer absolut elastischen Kollision. also bei weitem nicht für alle makroskopischen körper!