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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : schnelle Acetylierer und Blasentumore


buba
04.01.2003, 14:37
Hallo,

ich habe immer noch nicht so ganz verstanden, warum schnelle Acetylierer vor Blasentumoren geschützt sind... :rolleyes:

Im Script ist folgendes Reaktionsschema (ich nehme als Bsp. Anilin):

<pre style="font-size:16">
AT
C6H5-NH2 -------> C6H5-NHC(O)CH3

| |
| CYP1A2 | CYP1A2
| rasch | rel. langsam
v v

C6H5-NHOH C6H5-N(OH)C(O)CH3

| /
| AT /
| / (Umlagerung)
v /
/
C6H5-NHOC(O)CH3 <-

|
|
|
v

C6H5-NH+ + CH3COO-
</pre>_<p>

Schnelle Acetylierer bilden rasch Arylamid. Ist dieses wasserlöslich genug, um schnell renal eliminiert zu werden, sodass keine Oxidation durch CYP1A2 stattfinden kann, oder finden weitere Phase-II-Reaktionen statt?

Die Oxidation des Arylamins zum Arylhydroxylamin erfolgt auch rasch (laut Reaktionsschema), und die nachfolgende Acetylierung sowieso (wir betrachten immer noch den schnellen Acetylierer) - dann müssten doch viel mehr reaktive Aryl-N-Acetoxy-Ester und Aryl-Nitreniumionen entstehen, die DNA-Addukte bilden?! Oder ist bei schnellen Acetylierern die AT deutlich schneller als das "rasche" CYP1A2, sodass der letztgenannte Metabolisierungsweg praktisch nicht stattfindet?

:silly:

Astat
04.01.2003, 15:35
Gehts hier prinzipiell um kanzerogene Wirkung von aromtischen Aminen ?Kann Deinem Schema nicht so ganz folgen....
Kenne dazu nur den Ablauf, dass z.B. beta-Naphthylamin in der leber zu alpha-hydroxy-beta-naphthylamin(karzinogen) oxidiert wird, dann noch in der leber eine konjugation mit Glucuronsäure erfolgt, was dann ein Glucuronid(nicht karzinogen) gibt; weiter durch hydrolyse im urin wieder zu alpha-hydroxy-beta-naphthylamin(karzinogen) wird und dann zu Naphthochinonimin wird.

Oder ist bei schnellen Acetylierern die AT deutlich schneller als das "rasche" CYP1A2, sodass der letztgenannte Metabolisierungsweg praktisch nicht stattfindet?

-zumindest eben schneller; klingt für mich eigentlich plausibel, wobei ich nichts genaues darüber weiß.

buba
04.01.2003, 15:44
Originalnachricht erstellt von Astat
Gehts hier prinzipiell um kanzerogene Wirkung von aromtischen Aminen ?
Eigentlich nicht prinzipiell, sondern speziell: ich will begründen können, warum die Aussage "schnelle Acetylierer sind vor Blasentumoren geschützt" richtig ist, wenn das in der Klausur drankommen sollte.

Kenne dazu nur den Ablauf, dass z.B. beta-Naphthylamin in der leber zu alpha-hydroxy-beta-naphthylamin(karzinogen) oxidiert wird, dann noch in der leber eine konjugation mit Glucuronsäure erfolgt, was dann ein Glucuronid(nicht karzinogen) gibt; weiter durch hydrolyse im urin wieder zu alpha-hydroxy-beta-naphthylamin(karzinogen) wird und dann zu Naphthochinonimin wird.
Das klingt zwar interessant, aber was ist mit der Acetylierung?

Astat
04.01.2003, 15:51
dann noch in der leber eine konjugation mit Glucuronsäure erfolgt,

-das ist eine Acetylierung;
-es wird halt bei einem "schnelleren" viel mehr Amin unschädlich gemacht !

buba
04.01.2003, 16:03
Originalnachricht erstellt von Astat
-das ist eine Acetylierung;
:silly:

Bei obiger Fragestellung geht's doch um die N-Acetyl-Transferasen, nicht um Glucuronisierungen.

FK
04.01.2003, 17:19
Die Hydroxylierung der Amide läuft wesentlich langsamer ab als die der freien Amine, so dass mehr von ersteren eliminiert* werden kann.

*wenn auch nicht unbedingt als solches: Acetanilid wird in p-Stellung hydroxyliert und anschließend glucuronidiert.


Gruß,
Franz