Könnte mir mal jemand erklären, welcher Genese radioaktive Mineralien sind?
Sind es Mineralien, die durch Bestrahlung radioaktiv geworden sind, stammen sie aus Vulkanausbrüchen oder oder...
Als Beispiele hab ich Uranpechblende, Torberit, Autunit, Fluorite.
Bei Fluoriten z.B. weiß ich, dass sie u.a. im Johannesschacht bei Wölsendorf (Nabburg, Bayern) zu finden sind, nur es muss ja einen Grund dafür geben...
FK
23.12.2002, 14:22
Die üblichen radioaktiven Minerale enthalten radioaktive Elemente, die wegen ihrer langen Halbwertszeit von Anfang an dabei waren. Als Begleiter findet man kurzlebige Elemente, die durch radioaktiven Zerfall entstanden sind.
Spurenweise mögen auch - in der Nähe von Neutronenstrahlern etwa - auch "synthetische" radioaktive Elemente entstehen.
Zur Mineralbildung dürften die Mengen aber nicht ausreichen.
Im radioaktiven Fluorit sind Spuren strahlender Elemente eingebaut, gewissermaßen als Verunreinigung. Welche das sind, müsste man mal "ausgoogeln".
Gruß,
Franz
mantis
23.12.2002, 14:43
Danke! :)
IB
mantis
23.12.2002, 14:48
Aber doch noch eine klitzekleine Frage:
Gibt es einen Hinweis darauf, ob in der Nähe von Vulkanen oder Hot Spots häufiger radioaktive Mineralien zu finden ist?
bm
23.12.2002, 15:09
dass in Vulkanen oder hot-spots Radionucleide neu "gekocht" werden. Sie waren halt "von Anfang an" dabei, oder sind aus anderen als Zwischenstufen entstanden.
Anders sieht die Sache natürlich aus, wenn der Mensch die Finger im Spiel hat : Da werden radioaktive Isotope aktiv "gebrütet".
mantis
23.12.2002, 18:10
hm, fühle mich nicht richtig verstanden. Das mit dem "schon immer vorhanden" ist mir schon klar, siehe Uran und Anreicherung zwecks "Weiterverabeitung". Aber es gibt schließlich noch andere Mineralien die auch radioaktiv sind und an bestimmten Stellen gehäuft zu finden sind-und deswegen muss es denk ich mal einen besonderen Grund dafür geben.
Mir fällt grad noch Schneeberg/Annaberg mit Uranabbau ein.
Warum dort und nicht meinetwegen unter München?
bm
23.12.2002, 18:21
der Erdkruste. Im Vorderen Orient gibt es Öl, woanders Silber und Gold, etc...
nobody
01.01.2003, 22:35
Völlig richtig...
... auf mehrere Faktoren kommt es letztlich an - darunter auf die Bildungsbedingungen (Temperatur, Druck, Stoffzufuhr, ph-Wert) aber auch auf tektonische und andere Begebenheiten (Subduktionszonen ja/nein, Viskosität des Magmas, Möglichkeit von Pegmatitbildungen, Kristallisationszeitpunkte, etc..). Das alles ist dann schon bestimmend für eine Häufung oder Nichthäufung bestimmter Mineralien.
Man spricht dann auch für die Beispiele Erzgebirge (Schneeberg oder Schlema-Hartenstein vor allem) oder für die Region 'Langesundfjord', Norwegen von sog. abbauwürdigen Lagerstätten (z.B. auf Uran..).
Zusätzlich spricht man dann auch oft die sog. Formation an, wie z.B. die Kobalt-Wisnut-Nickel-Uran-Formation, etc..
Einige Minerale wie z.B. der Gadolinit zeigen sich dann oft durch radioaktive Verunreinigungen - eingebaut in die Kristallstruktur -isotropisiert, d.h. die Kristallstruktur des Minerals Gadolinit z.B. (ein 'Selten Erden'-Eisen-Beryllium-Silikat) bricht dann in sich zusammen und das Mineral wird metamikt, d.h. optisch zeigt sich nur noch ein pechschwarzes und opakes bzw. undurchsichtiges Gebilde.
Rekristallisation ist natürlich möglich. :)
Andere sog. sekundäre Minerale (z.B. Oxidationsminerale) wie der Kupfer-Uranglimmer Torbernit (Kupfer-Uranyl-Phosphat), tragen das Element Uran bereits seit Beginn des Wachstumsprozesses in ihrer Kristallstruktur. Anderes natürlich vorkommendes radiokatives Element ist Thorium wie z.B. im Mineral Thorianit zu finden.. :D
Godwael
02.01.2003, 00:02
Eine klitzekleine Korrektur: Die radioaktiven Elemente waren nicht "von Anfang an" dabei, sondern entstanden in sogenannten Novae, energiereichen Sternausbrüchen.
Ansonsten haben sie sich in Lagerstätten angereichert wie alle anderen Metallerze auch.
Eine Besonderheit ist, daß einmal in der Erdkruste "gefangene" Elemente exponentiell zerfallen, während die Schmelze des Erdmantels durchmischt wird und die Konzentration radioaktiver Elemente nicht so stark absinkt. Daher enthalten frische Eruptivgesteine meist einen recht hohen Anteil Radioaktivität, d.h. strahlender Müll lagert sich natürlicherweise in der Nähe aufsteigender Magmadiapire an (und seit neuem in Salzstöcken).
mantis
02.01.2003, 07:48
Daher enthalten frische Eruptivgesteine meist einen recht hohen Anteil Radioaktivität, d.h. strahlender Müll lagert sich natürlicherweise in der Nähe aufsteigender Magmadiapire an
darauf zielte meine Frage ab, super.
Jetzt fehlt mir nur noch ein Nachweis, also Quellenangabe.
(und seit neuem in Salzstöcken).:D
Ich meinte eher die natürlichen Vorkommen...und nicht die Eingelagerten.
FK
02.01.2003, 10:36
Originalnachricht erstellt von Godwael
Eine klitzekleine Korrektur: Die radioaktiven Elemente waren nicht "von Anfang an" dabei, sondern entstanden in sogenannten Novae, energiereichen Sternausbrüchen.
Es war natürlich der Anfang der Erde gemeint, nicht der Urknall....