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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Entstehung der Sterne


kronprinz
02.03.2008, 15:22
Hallo,

ich habe mal eine Frage und zwar muss ich ein Referat über die Entstehung eines Sterns machen. Nun wird aber überall gesagt, dass eine Gaswolke kollabieren muss, aufgrund der Gravitation usw.

Nun wollte ih fragen, wieso es eigentlich zu diesem Prozess kommen muss, damit ein Stern entsteht? Wieso muss eine Gaswolke kollabieren, damit ein Stern entsteht??

Und entsteht der Stern genau dann, wen die Gaswolke kollabiert, bzw ein Teil der Gaswolke?

Hoffe jemand hat ne Antwort darauf :)

MFG,

bm
02.03.2008, 15:32
Irgendwo muss die Materie des Sternes ja herkommen.

Gas -> Graviation -> Gas komprimiert sich -> wird warm -> zündet Kernfusion -> Stern leuchtet.

Ganz einfach.

kronprinz
02.03.2008, 15:49
:D

So einfach ist es leider doch nicht. Abgesehn von den Jeans-Kriterien und so weiter will ich auf folgendes noch eingehen:

Der Orionnebel ist z.b. eine Gaswolke. Allerdings entsteht nicht aus dem ganzen Orionebel ein einziger riesiger Stern, sondern es entstehen im Nebel einige kleine und groß Sterne. Kollabiert also die Gaswolke nur in kleineren Bereichen, wo die Dichte sich erhöht und ein Stern entsteht?

Die Dichte erhöt sich ja z.b. durch eine Supernova, durch die Druckwelle. Gibt es noch andere Möglichkeiten, damit Materie zusammenfällt und die Gravitation dazu führt, dass Sterne entstehen?

Hoffe die Frage ist verständlich :S

Vielen Dank :D

bm
02.03.2008, 17:14
Du brauchst irgendwo Inhomogenitäten in der Dichte. Die dichteren Bereiche üben eine stärkere Gravitation aus und "wachsen" so auf Kosten der weniger dichten Bereiche.

So eine Art Kristallkeim.

Nick F.
03.03.2008, 08:02
der orionnebel ist einfach zu groß. du musst bedenken, sterne entstehen durch gravitative anziehung. gravitation ist schwach und wird stärker, je höher die dichte an einem ort ist. stellares gas ist nicht sehr dicht, folglich sind auch die raumzeitkrümmungen sehr gering. wenn du ein gummilaken von 25m² spannst und darauf stecknadelköpfe verteilst, passiert dir auch nicht viel, sondern erst wenn du einen bowling ball in die mitte legst.

du hast also einen nebel (es muss keiner sein, aber es ist am wahrscheinlichsten, da selten planeten gegeneinander fliegen und man wirklich viel masse benötigt) welcher aufgrund seiner räumlichen abgeschlossenheit mit dem ihn umschließenden raum eine inhomogene mischung bildet. folglich wirkt die gravitation wahrscheinlich stärker nach innen als von außen (wäre es anders, würde kein stern/planet entstehen). es entstehen also langsam reigionen mit höherer dichte, welche somit auch mehr gravitation erzeugen. je näher teilchen diesen regionen sind, desto schtärker, werden sie angezogen. durch den spin der grav.quelle (es ist eher unwahrscheinlich, dass sie sich nicht dreht) entsteht eine aggregationsscheibe. je näher die teilchen nun dem zentrum sind, desto schneller bewegen sie sich in der aggregationsscheibe (ähnlich wenn man sich auf einen drehstuhl setzt, sich im kreis mit ausgestreckten armen dreht, dann die arme anzieht ... man wird schneller). die teilchen werden immer dichter und schneller, erzeugen viel reibung, heitzen sich auf. wenn sie heiß genug werden, entzündet die kernfusion im zentrum (dann sind sie auch massehaltig genug, um zumindest einen planeten zu formen). ab einer bestimmten masse entzuündet auch die kernfusion auf der oberfläche und eine sonne ist geboren


Nick

nobody
03.03.2008, 08:35
sterne entstehen durch gravitative anziehung. gravitation ist schwach und wird stärker, je höher die dichte an einem ort ist. stellares gas ist nicht sehr dicht, folglich sind auch die raumzeitkrümmungen sehr gering. wenn du ein gummilaken von 25m² spannst und darauf stecknadelköpfe verteilst, passiert dir auch nicht viel, sondern erst wenn du einen bowling ball in die mitte legst.

Und weshalb konnte dann überhaupt eine Expansion stattfinden und Raum und Zeit entstehen?

Weshalb konzentrieren sich diese 'Keimzellen eines Universums' nicht 'vorher' zu einer 'Supermasse' die zu einem Superuniversum expandiert und völlig andere physikalische Gesetzmäßigkeiten hervorbringt?

Nick F.
03.03.2008, 09:27
Und weshalb konnte dann überhaupt eine Expansion stattfinden und Raum und Zeit entstehen?

wenn ich das wüsste, hätte ich einen nobelpreis.

Weshalb konzentrieren sich diese 'Keimzellen eines Universums' nicht 'vorher' zu einer 'Supermasse' die zu einem Superuniversum expandiert und völlig andere physikalische Gesetzmäßigkeiten hervorbringt?

anfänglich war der strahlungsdruck im kleinen universum zu hoch, um gravierende inhomogenitäten zuzulassen. erst als dieser mit dem sich ausdehnenden universum relativ gering wurde, konnten inhomogenitäten entstehen, dabei ist das universum aber bereits so groß gewesen, dass die grav. zu schwach war, um eine SUPERMASSE hervorzubringen. laut standardmodell ist es in der übriggebliebenen zeit sogar nahezu unmöglich die galaxien zu einem zeitpunkt gebildet zu haben, von dem wir ziemlich genau wissen, dass es sie schon gab. angeblich soll die stringtheorie da einen lösungsansatz geben, den kenn ihc aber nicht.


Nick

Friedrich Karl Schmidt
03.03.2008, 14:51
Ich meine, dass die Verdichtung der Materie durch Gravitation allein nicht erklärbar ist. So dürften die ersten Inhomogenitäten nicht der Gravitation sondern anderen fundamentalen Wchselwirkungen zuzuschreiben sein. Ond auch die gravitationsbedingte Verdichtung ist m.E. nicht möglich ohne die Beteiligung anderer Wechselwirkungen.

Gruß FKS

kronprinz
12.03.2008, 15:22
Hallo

also ich möchte in meinem Referat einen 3-5 minütigen Überblick über die Sternentstehung schaffen, bevor ich zur detailierten Beschreibung komme.

Nun habe ich mir folgende Hauptpunkte aufgeschrieben, die meiner Meinnung nach die Entstehung eines Sterns grob zusammenfassen:

-Sterne entstehen in Gaswolken
-Gas fällt aufgrund der Gravitation zusammen
-Durch die weitere Verdichtung der Gaswolke entstehen einzelne Globulen (räumlich eng begrenzte Staub- und Gaswolken), aus denen anschließend die Sterne hervorgehen
-Im Inneren einer Globule verdichten sich einzelne Bereiche immer weiter, bis sie genug Masse zur Kernfusion angesammelt haben.

Reichen diese Punkte aus? Oder habe ich was ganz wichtiges vergessen?

Vielen Dank :)

LG

Nick F.
12.03.2008, 15:53
zum letzten punkt noch: "genug temperatur".

Nick

kronprinz
12.03.2008, 16:31
"-Im Inneren einer Globule verdichten sich einzelne Bereiche immer weiter, bis sie genug Masse zur Kernfusion angesammelt haben."

Diese Massen, kommen die dadurch zustande, dass die Wolke immer weiter kollabiert und zusammenfällt, sodass gewaltige Massen da zusammenkommen, oder läuft es anders ab.

Danke für die Ergänzung :)

Nick F.
12.03.2008, 17:56
Diese Massen, kommen die dadurch zustande, dass die Wolke immer weiter kollabiert und zusammenfällt, sodass gewaltige Massen da zusammenkommen, oder läuft es anders ab.

nein, die sind schon in der wolke ausschließlich die dichte erhöht sich und damit auch der betrag des einsteintensors (gravitation). durch einen höheren einsteintensor wird das gravitationsfeld stärker (von einem statischn punkt relativ zum mittelpunkt der wolke) und masse wird von den weiter entfernten regionen angezogen. durch die höhere verdichtung heizt sich die materie auf, bis irgendwann die kernfusion entzündet.


Nick

kronprinz
12.03.2008, 18:44
Ahh, so hab ich das gemeint, hab mich nur falsch ausgedrückt. Aber jetzt ist es klarer, vielen Dank.

Ich muss in meinem Thema "Die Entstehung eines Sterns" auch etwas Chemisches miteinbeziehen. Was meint ihr, wass man da an Chemisches machen kann, erläutern kann? Ich habe mir überlegt, vielleicht kurz auf die Entstehung der Elemente einzugehen, die durch die Kernfusion entstehen können.

oder??

MFG, :)

Nick F.
12.03.2008, 18:48
kernfusion ist physik. die prozesse im innern der sterne sind rein physikalischer natur. die materie liegt in form von plasma vor. plasma kann meines wissens, keine chemischen verbindungen eingehen. von daher wird es schwer da einen prozess zu finden, der wirklich chemischer natur ist. die entstehung der elemente ist jedenfalls physik.

Nick

stalker
12.03.2008, 18:54
vielleicht kurz auf die Entstehung der Elemente einzugehen, die durch die Kernfusion entstehen können.

oder??

Ja, am besten beginnst du damit, dass die Sterne zum größten Teil aus Wasserstoff bestehen, und abhängig von der Masse des Sterns immer schwerere Elemente durch die Kernfusion entstehen.
Mehr Masse -> schwerere Elemente
Also alles der Reihe nach;)

Chemische Physik oder physikalische Chemie^^

Nick F.
12.03.2008, 18:56
Ja, am besten beginnst du damit, dass die Sterne zum größten Teil aus Wasserstoff bestehen, und abhängig von der Masse des Sterns immer schwerere Elemente durch die Kernfusion entstehen.
Mehr Masse -> schwerere Elemente
Also alles der Reihe nach

beachte aber, dass die fusion bei eisen ausgebrannt ist. danach setzt das fusionieren keine energie mehr frei, sondern benötig welche. ab eisen ist es einfacher die elemente zu spalten.

Nick

Ythor
12.03.2008, 21:14
Guten Abend zusammen.

Ein weiterer Punkt der gegeben sein muss ist das die Gaswolke kalt genug sein muss. Ist sie das nicht kann sie nicht kollabieren da der Druck in ihr zu groß ist. Auch der Drehimpuls muss zu einem gewissen Grad abgegeben werden.

Der Stern verbrennt zuerst seinen Wasserstoff zu Helium, ist dieses "Wasserstoffbrennen" abgeschlossen setzt das "Heliumbrennen" ein. Und so zieht sich das immer weiter.

Ist ein Brennvorgang abgeschlossen, wird also im inneren keine Energie mehr freigesetzt, kollabiert der Stern unter seiner eigenen Schwerkraft weiter bis er dadurch wieder heiss genug wird um die nächste "Brennstufe" zu starten. Hier kommt es auch dazu das er in verschiedenen Schalen verschiedene Elemente zur gleichen Zeit erzeugt. Ist er beim Eisen angekommen kann durch die Kernfusion keine Energie mehr erzeugt werden. Die Schalen die sich herausgebildet haben (wenn er sich z.B. zu einem roten Riesen aufgebläht hat) fallen nun auf das Zentrum des Sterns, es kommt zu einer Supanova. In dieser entstehen dann auch alle Elemente jenseits von Eisen.

Je Massereicher ein Stern ist desto kürzer ist seine Lebensdauer, denn desto heisser ist sein Inneres und desto schneller verbrennt er seinen Wasserstoff. wäre evtl. auch noch zu erwähnen.


laut standardmodell ist es in der übriggebliebenen zeit sogar nahezu unmöglich die galaxien zu einem zeitpunkt gebildet zu haben, von dem wir ziemlich genau wissen, dass es sie schon gab
Hier soll wohl auch die Dunkle Materie eine Rolle gespielt haben. Da diese ja auch nicht mit Strahlung wechselwirkt konnte sie schon frühzeitig Gravitationspotentiale bilden in welchen sich dann die barionische Materie "sammeln" konnte.

Nick F.
12.03.2008, 21:22
Die Schalen die sich herausgebildet haben (wenn er sich z.B. zu einem roten Riesen aufgebläht hat) fallen nun auf das Zentrum des Sterns, es kommt zu einer Supanova.

aber nur wenn die masse größer als 1,4 sonnenmassen ist. ist sie kleiner brennt der stern einfach aus und wird zum weißen dann zum braunen zwerg ist sie höher entsteht ein supernova undim innern entsteht ein neutronenstern. ist die masse aber größer als 2 sonnenmassen (nach der nova), so kann auch der entartungsdruck nicht helfen und der stern kollabiert zu einem gefrorenen stern, welcher wiederrum die novarückstände wieder anzieht, sodass man keine neuen, höherwertige elemente hat.



Hier soll wohl auch die Dunkle Materie eine Rolle gespielt haben. Da diese ja auch nicht mit Strahlung wechselwirkt konnte sie schon frühzeitig Gravitationspotentiale bilden in welchen sich dann die barionische Materie "sammeln" konnte.

oder strings oder strahlungsdruckinhomogenitäten oder oder oder. da gibt es so viele ansätze wie forscher

mal davon abgesehen ist dunkle materie genau so eine materie wie helle. sie heißt nur so, weil wir nicht genau wissen, was es ist, und wir sie nicht sehen


Nick

Ythor
13.03.2008, 07:28
davon abgesehen ist dunkle materie genau so eine materie wie helle
Naja "Genau so" würde ich jetzt nicht sagen. Sonst würde sie ja mit Strahlung wechselwirken. Dies tut sie ja eben gerade nicht.

Daher wäre es ihr ja möglich zu einer Zeit als die barionische Materie aufgrund des hohen Strahlungsdrucks noch absolut homogen war bereits erste Kravitationspotentiale zu bilden.

Bisher kann man ihre Existenz ja nur durch ihre Kravitation "nachweisen"

Der große Vorteil den der Ansatz über die Dunkle Materie hier hat ist ganz einfach der das wir ihre Wirkung ja bereits beobachten und einige ihrer Eigenschaften kennen. Diese Theorie also auf etwas stabileren Beinen steht als die Stringtheorie.

Bei den Strahlungsdruckinhomogenitäten gibt es ja das bereits angesprochene Problem das diese Inhomogenitäten nur sehr gering sein konnten und somit die Zeit nicht ausreichen würde um ohne weitere Einflüsse Strukturen im Universum zu bilden wie wir sie kennen.

Nick F.
13.03.2008, 07:32
Naja "Genau so" würde ich jetzt nicht sagen. Sonst würde sie ja mit Strahlung wechselwirken. Dies tut sie ja eben gerade nicht.

dunkle materie ist ein schwindender begriff. auch neutrinos haben mal dazugehört und die wechselwirken mit strahlung, wenn auch selten. außerdem ist die nicht-strahlungswechselwirkung auch nur eine der dunkle materie theorien.

aber wir driften stark vom topic ab.


Nick

kronprinz
13.03.2008, 13:41
Hallo

könnte ich nicht als chemischen Aspekt z.B. die freie Energie berechnen (Thermodynamik), die bei der Fusion entstehen. Aber das ist ja keine chemische Bindung. Das wäre wieder rein physiklaischer Natur, oder?

Ich tendiere immer noch zur Entstehung der chemischen Elemente, der Prozess ist zwar physikalisch, aber es sind ja die CHEMISCHEN Elemente.

Meint ihr das reicht?

LG,

Nick F.
13.03.2008, 15:17
könnte ich nicht als chemischen Aspekt z.B. die freie Energie berechnen (Thermodynamik), die bei der Fusion entstehen. Aber das ist ja keine chemische Bindung. Das wäre wieder rein physiklaischer Natur, oder?

ja das ist auch physik

Ich tendiere immer noch zur Entstehung der chemischen Elemente, der Prozess ist zwar physikalisch, aber es sind ja die CHEMISCHEN Elemente.

:rofl:

den muss ich mir aufschreiben

das sind elemente. das "chemische" hat da nichts drin zu suchen. die chemie ändert keine nuklei. chemische reaktionen beziehen sich immer auf den austausch oder das gemeinsame nutzen von elektronen.

aber ich denke, die entsteheung der nuklei geht noch am ehesten in richtung chemie, da ohne die höherwertigen nuklei keine chemie wie wir sie kennen funktionieren würde.


Nick

kronprinz
13.03.2008, 15:34
das sind elemente. das "chemische" hat da nichts drin zu suchen. die chemie ändert keine nuklei. chemische reaktionen beziehen sich immer auf den austausch oder das gemeinsame nutzen von elektronen.

:D Das war mehr ein Akt der Verzweiflung. Das ist irgendwie das einzige, was etwas mit Chemie zu tun hätte, sonst finde ich keinen Prozess :(



aber ich denke, die entsteheung der nuklei geht noch am ehesten in richtung chemie, da ohne die höherwertigen nuklei keine chemie wie wir sie kennen funktionieren würde.

Das klingt intressant. Meinst du damit die Entstehung der Atomkerne? Oder was ist "nuklei", meinst du vielleicht "Nucleus", also den Atomkern?

Hört sich intressant an, hätte das auch mit dem Oberthema "Die Entstehung eines Sterns" zu tun?

Vielen herzlichen Dank :D

LG,

Nick F.
13.03.2008, 15:39
Oder was ist "nuklei", meinst du vielleicht "Nucleus", also den Atomkern?

nuklei ist der plural von nukleus, eingedeutscht vom lateiinischen nucleus, was übersetzt Kern heißt. (nur damit du es mal gehört hast)

Ja damit sind die atomkerne gemeint.

Nick

Ythor
13.03.2008, 15:45
Chemisch passiert in einem Stern eigentlich garnichts. Für irgendwelche stabilen chemischen Verbindungen ist die Temperatur einfach zu hoch.
Plasma halt :)

Ich muss in meinem Thema "Die Entstehung eines Sterns" auch etwas Chemisches miteinbeziehen.
Wie lautet denn die genaue Aufgabenstellung?
Evtl. ist ja wirklich nur das Erbrüten der verschiedenen Atomkerne gemeint.

kronprinz
13.03.2008, 17:28
Wie lautet denn die genaue Aufgabenstellung?
Evtl. ist ja wirklich nur das Erbrüten der verschiedenen Atomkerne gemeint.

Also mein Thema lautet "Die Entstehung eines Sterns". Ich muss das Thema präsentieren, wobei ich es "fachübergreifend" gestalten soll, also sowhl physikalisch als auch chemisch.

Physikalisch ist ja alles gut, aber was da chemisch passiert finde ich leider nix zu. :(

Danke

FK
13.03.2008, 18:32
Es ist zwar schon oft genug gesagt worden, aber ich wiederhole es nochmal: es finden keine chemischen Reaktionen statt. Es gibt keine Verbindungen, die bei diesen Temperaturen stabil sind.

Gruß,
Franz

kronprinz
13.03.2008, 21:59
Es ist zwar schon oft genug gesagt worden, aber ich wiederhole es nochmal: es finden keine chemischen Reaktionen statt. Es gibt keine Verbindungen, die bei diesen Temperaturen stabil sind.

Gruß,
Franz

Jaa, das ist leider so. Nun widme ich mich eben der physikalischen Prozesse.

Ach ja, ihr kennt doch bestimmt alle die Serie Alpha-Centauri von Prof. Dr. Harald Lesch. Einer seiner Serien handelt über die Entstehung der Sterne. Dort sagt er, dass die Gaswolke Brocken bildet, um der Rotation entgegenzuwirken, damit der Kollaps problemlos ablaufen kann. Sind diese Brocken letzendlich die späteren Sterne? Bei Wikipedia findet sich nur folgendes:

"- Durch die weitere Verdichtung der Gaswolke entstehen einzelne Globulen (räumlich eng begrenzte Staub- und Gaswolken), aus denen anschließend die Sterne hervorgehen"

Diese Brocken, die Herr Lesch anspricht, habe ich in keiner weiteren Literatur gefunden. Eigentlich müssten die doch zu erwähnen sein, da sie die Rotation der Gaswolke unterbricht. Ein wichtiger Faktor somit!

Meiner Vermutung nach sind diese Globule diese Brocken, die Herr Lesch meint, er benutzt aber immer "Laiensprache". Ich will nur sicher gehen...

Weiss einer mehr.

Vielen lieben Dank :)

FK
13.03.2008, 22:06
Dort sagt er, dass die Gaswolke Brocken bildet, um der Rotation entgegenzuwirken, damit der Kollaps problemlos ablaufen kann.Was immer er da gemeint hat; ich hoffe nicht, dass er das so formuliert hat - Gaswolken haben nach, soweit man weiß, keine Absichten.;)

Gruß,
Franz

Friedrich Karl Schmidt
14.03.2008, 13:22
zum letzten punkt noch: "genug temperatur". Die Temperatur bedarf hier insofern keiner besonderen Erwähnung, als die Temperaturerhöhung in direktem Zusammenhang mit der Kontraktion steht, alldieweil der Virialsatz verlangt, dass die kinetische Energie der Teilchen um den Betrag E/2 zunimmt, wenn die potenzielle Energie konztraktionsbedingt um E abnimmt.
Wenn man also auf die Temperatur eingehen will, dann wäre dieser Zusammenhang meiner Ansicht nach als erstes zu erörtern.

Gruß FKS

kronprinz
16.03.2008, 14:10
hallo

Vielen Dank erstmal für alle Antworten.

1. Was ist den die wichtigste Aussage des Virialsatzes? Bei Wikipedia ist es leider unverständlich. Ich will das in meinem Referat in nur einem Satz erklären können, damit die wichtigste Aussage enthalten ist, ohne näher darauf einzugehen.

2. Wieso können "schwere" Elemente jenseits von Eisen nicht im Sterninneren entstehen? Theoretisch müsste die Temperatur eben noch höher sein als bei den anderen Prozessen, sodass Eisen zu weiteren Elementen fusioniert. Oder gibt es hier auch ein "Temperaturmaximum"?

Vielen Dank liebe Freunde der Astronomie ;)

MFG,

bm
16.03.2008, 14:16
Ältere Riesensterne fusionieren leichte Nuklide (z. B. Helium) zu schwereren Elementen wie Kohlenstoff und Silizium. Beim Element Eisen, das die am stärksten gebundenen Atomkerne im Periodensystem hat, kommt die Fusion zum Stillstand. Durch die Fusion von Eisen in noch schwerere Elemente kann keine Energie mehr freigesetzt werden.

http://de.wikipedia.org/wiki/Nukleosynthese#Synthese_schwerer_Nuklide_in_alten_Riesensternen

Ythor
17.03.2008, 10:03
@FK
Das fomuliert Prof. Lesch durchaus so. Um das ganze etwas lebendiger zu machen. So eine Gaswolke ist eben auch nur ein Mensch. Sozusagen :)

Die Gaswolke überträgt einen Teil ihres Drehimpulses eben auf diese "Brocken" damit sie leichter kollabieren kann. Wenn ich das richtig verstanden habe handelt es sich bei dieser Gaswolke um ein werdendes Sonnensystem (keine ganze Galaxie) und die "Brocken" bilden dann Planeten.

Die Eisenthematik wurde ja schon erwähnt. Nach der Eisenfusion kann durch Kernfusion keine Energie mehr erzeugt werden. Der Druck im Stern bricht also zusammen, die äußeren Schalen stürzen aufgrund der Schwerkraft auf das Zentrum: kabummm!

Um es mal frei auszudrücken

Friedrich Karl Schmidt
17.03.2008, 10:20
Der Druck im Stern bricht also zusammen, die äußeren Schalen stürzen aufgrund der Schwerkraft auf das Zentrum: kabummm! Und wenn "alles" in Richtung Zentrum stürzende "dort" angekommen ist, wieso bleibt es dann eigentlich "dort" ? Warum fliegt nicht "alles" wieder nach außen ?

Gruß FKS

Friedrich Karl Schmidt
17.03.2008, 10:36
1. Was ist den die wichtigste Aussage des Virialsatzes? Bei Wikipedia ist es leider unverständlich. Ich will das in meinem Referat in nur einem Satz erklären können, damit die wichtigste Aussage enthalten ist, ohne näher darauf einzugehen.
Der Virialsatz gilt Für ein stabiles , zumindest aber hinreichend langsam sich veränderndes System von Teilchen. Für den fall , dass für die zwischen den Teilchen wirkende Kraft F ~ 1/r2 gilt, besteht zwischen den zeitlichen Mittelwerten seiner (inneren) potenziellen und seiner (inneren) kinetischen Energie der folgende Zusammenhang ;

Ekin \ = \ - \ Epot/2 \ = \ - \ E \ > \ 0

Wenn also ein Stern gravitationsbedingt kontrahiert, dann nimmt seine potenzielle Energie doppelt so stark ab, wie seine kinetische Energie zunimmt.

Was übrigens analog auch für die Elektronenhülle eines Atoms oder Moleküls gilt.

Gruß FKS

Nick F.
17.03.2008, 11:43
Und wenn "alles" in Richtung Zentrum stürzende "dort" angekommen ist, wieso bleibt es dann eigentlich "dort" ? Warum fliegt nicht "alles" wieder nach außen ?

Ereignishorizont

aber das zentrum wird oft garnicht erst erreicht. der entartungsdruck der elektronen verhindert gravitativen kollaps bei m<=1,4 sonnenmassen. für 1,4ms<m<=2,4ms (nach masseverlust) stoppt der entartungsdruck der neutronen den ganzen spaß


Nick

kronprinz
17.03.2008, 18:29
Fassen wir also mal alles zusammen, damit ein Fremder hier noch durchblicken kann :) :

1. Gaswolke kollabiert aufgrund der Gravitation
2. Durch die Verdichtung entstehen Globule
3. Einzelne Bereiche der Globule verdichten sich unabhängig voneinander immer mehr
4. Ein Protostern ist geboren, der noch Masse ansammelt und die Dichte im Inneren nicht groß genug ist
5. Sobald aufgrund der hohen Dichte und der Reibung große Temperaturen entstehen, zündet die Kernfusion und der Stern leuchtet.


Ist das alles richtig so? Ich würde so eine ähnliche Zusammenfassung auch in meinem Referat verwenden.

Vielen Dank :)

MFG,

Ythor
18.03.2008, 07:34
Warum fliegt nicht "alles" wieder nach außen ?

Naja "Alles" fliegt nicht wieder nach aussen. Aber doch so ziemlich einiges.
Nick F. sprach ja den Entartungsdruck schon an der den kollaps recht plötzlich wieder stoppt.

Von den Bewegungsabläufen kann man sich das ähnlich einer Implossion vorstellen. Je nach größe des Ursterns bildet sich beim Kollaps eben die zukünftige Sternleiche. Der Teil fliegt nicht wieder nach aussen. Der Rest läuft ähnlich einer Druckwelle wieder nach aussen. Hierbei wird das Material in der Stoßfront übrigens wieder soweit verdichtet das schwere Elemente erbrütet werden. Die Kernfusion also wieder in Gang kommt.

@kronprinz
Ja das kann man eigentlich so stehen lassen.
Wobei der Grund für die Globulen nicht unbedingt die verdichtete Gaswolke ist. Sie ist eher eine Vorraussetzung. Der Grund ist hier ganz einfach die Schwerkraft und vorallem eine Ungleichverteilung der Masse in der Gaswolke und damit an manchen Stellen ein erhöhtes Gravitationspotential.

Friedrich Karl Schmidt
18.03.2008, 10:06
Ereignishorizont

aber das zentrum wird oft garnicht erst erreicht. der entartungsdruck der elektronen verhindert gravitativen kollaps bei m<=1,4 sonnenmassen. für 1,4ms<m<=2,4ms (nach masseverlust) stoppt der entartungsdruck der neutronen den ganzen spaß

Aber Nick, es ist doch klar, dass es hier nicht der Punkt ist, ob die Kontraktion in einen schwarzen Loch oder einem Neutronenstern endet. Die Frage, die ich aufwerfen wollte : Wie wird das System die kinetische Energie los, die es bei der Kontraktion ansammelt...
Gruß FKS

Nick F.
18.03.2008, 10:30
Aber Nick, es ist doch klar, dass es hier nicht der Punkt ist, ob die Kontraktion in einen schwarzen Loch oder einem Neutronenstern endet. Die Frage, die ich aufwerfen wollte : Wie wird das System die kinetische Energie los, die es bei der Kontraktion ansammelt...
Gruß FKS

das kommt auf den tod darauf an. weiße/braune zwerge glühen einfach aus, geben also die energie der langsamen kontraktion gleichzeitig ab. neutronensterne gehen bei der nova und im 1013kg cm-3 bereich eine energieschuld ein, die durch die kontraktion ausgeglichen wird. deshalb auch der rapide kollaps im gegensatz zum zwerg. löcher haben auch die nova, die energieschuld reicht aber nicht aus, sodass die energie als "massedefekt" in der singularität liegt und dann in form von Hawkingstrahlung mit dem rest der evaporierten materie abgegeben wird.
(laut Kip Thorne)


Nick

Nick F.
18.03.2008, 13:17
beim loch vergaß ich noch die gravitationswellen zu erwähnen


Nick

kronprinz
21.03.2008, 23:33
Hallo

Eine kleine Frage noch:

Wieso rotieren eigentlich Gaswolken? Deshalb kommt es ja zu einem weiteren Druck, der gegen die Gravitation wirkt. Doch was ist die Ursache dieser Drehung?


LG, :)

FK
21.03.2008, 23:40
Gaswolken müssen sicherlich nicht zwangsläufig rotieren. Eine Rotation wird sich aber einstellen, wenn sich so eine Wolke quer zu einem Gravitationsfeld bewegt.

Gruß,
Franz

kronprinz
21.03.2008, 23:50
Vielen Dank für die Antwort :)

Jetzt bin ich (denke ich mal) sehr gut für das Thema vorbereitet.
Ich danke euch alle nochmal herzlichst für die wirklich sehr intressanten und verständlichen Antworten.

:)

LG,

bm
21.03.2008, 23:52
Dann mal viel Erfolg!