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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Deutsche Revolution 1848 / 1849


ArneE
08.12.2002, 20:59
N'Abend,

mich würde interessieren, was das Wichtigste an der Revolution 1848 / 49 war, d.h. auf was man in einer Ausarbeitung unbedingt eingehen müsste ....

Danke,

Curie
08.12.2002, 21:01
Hi,

wenn du bis morgen wartest, dann kann ich dir einen Zeitstrahl mit den wichtigsten Ereignissen schicken. Es ist eine Hausaufgabe auf Dienstag.

Gruss,

Curry

ArneE
08.12.2002, 21:03
... HA im Bezug auf diese Revolution ?


Und ja, habe Zeit (Mittwoch ist Abgabe).


Wäre echt klasse! :)

bm
08.12.2002, 21:57
Revolution von 1848/49
Mit der raschen Industrialisierung und ihren positiven wie negativen Begleiterscheinungen hatte sich auch das politische Bewusstsein der Menschen in Europa nachhaltig verändert. Seit der Proklamation der Menschenrechte, zuerst in Amerika, dann in Frankreich während der Revolution, waren nationale und liberale Bewegungen entstanden, die im Freiheitskampf gegen die Napoleo- nische Fremdherrschaft nahezu alle Völker des Kontinents erfassten. Von den Ergebnissen des Wiener Kongresses enttäuscht, führten sie, an ihrer Spitze anfänglich vor allem die studentische Jugend und die Freiwilligen der Befreiungskriege, einen verzweifelten Kampf gegen die Restaurationspolitik der Fürsten, die mit der ganzen Macht ihrer Polizeiapparate die Emanzipationsbestrebungen vergeblich zum Schweigen zu bringen versuchten.
Der immer brisanter werdende Gegensatz zwischen den reformfreudigen, nationale und liberale Rechte einfordernden Kräften und den mehr oder weniger starr auf politische Beharrung ausgerichteten Staatsapparaten löste im Frühjahr 1848 eine bis auf England und Russland ganz Europa erfassende Revolutionswelle aus, die Ende Februar in Paris mit Protesten gegen die korrupten Oberschichten und den hohen Wahlzensus ihren Anfang nahm. Da politische Versammlungen verboten waren, veranstaltete die Opposition eine Reihe von »Banketten«, die allerdings zur politischen Arbeit genutzt wurden. Das Verbot eines großen »Reformbanketts« am 22. Februar 1848 führte zum Aufstand. Die Revolutionäre gewannen die Oberhand und zwangen den »Bürgerkönig« Louis Philippe zur Abdankung. Frankreich wurde zur Republik erklärt. Republikaner und Sozialisten bildeten eine provisorische Regierung und schrieben Wahlen zur Nationalversammlung aus.
Die Pariser Ereignisse gaben das Signal für zahlreiche revolutionäre Aufstände in anderen europäischen Ländern, die auch als Märzrevolution bezeichnet werden. In Wien erzwangen die Aufständischen am 13. März den Rücktritt des verhassten Staatskanzlers Fürst Metternich. Auch in Berlin kam es zu Barrikadenkämpfen mit dem Militär. Fast widerstandslos gaben jetzt die Regierungen nach, überall wurden reformfreudigere Persönlichkeiten in die Kabinette berufen und Verfassungen versprochen. Am 18. Mai trat in der Frankfurter Paulskirche eine aus Wahlen hervorgegangene deutsche Nationalversammlung zusammen.
Im österreichischen Vielvölkerstaat verbanden sich revolutionär-liberale Vorstellungen mit Autonomieforderungen der nichtdeutschen Nationalitäten. Die Tschechen lehnten ihre Teilnahme an den Wahlen zur deutschen Nationalversammlung ab und beriefen einen Slawenkongress zum 2. Juni nach Prag ein. In Italien setzte ein sozialpolitisch motivierter Aufstand in Sizilien die italienische Reformbewegung in Gang, die in einen nationalen Befreiungskrieg gegen Österreich mündete, als sich König Karl Albert von Sardinien an die Spitze der Befreiungsbewegung setzte und Österreich den Krieg erklärte. In Ungarn meldete die ungarische Nationalbewegung unter Kossuth Autonomieforderungen an.
Der Umschwung dieser revolutionären Entwicklung, der schließlich zur Niederschlagung nahezu aller Erhebungen und Reformansätze führte, setzte wieder in Frankreich ein. Als nach dem Wahlsieg der Republikaner über die Sozialisten einige soziale Reformen zurückgenommen wurden und die Arbeiter dagegen Sturm liefen, ließ die Nationalversammlung diese erste sozialistische Erhebung in der europäischen Geschichte vom Militär brutal niederschlagen.
Auch in Deutschland gelang es der Frankfurter Nationalversammlung nicht, sich gegenüber den wiedererstarkenden Mächten Preußen und Österreich als übergeordnete Reichsregierung durchzusetzen. Die Versammlung löste sich auf, die in einem Rumpfparlament verbliebenen radikalen Demokraten wurden schließlich von preußischen Truppen auseinander gejagt (Juni 1849). Immerhin enthielt der Verfassungsentwurf der Paulskirche einen Katalog der Grundrechte, der die künftige konstitutionelle Debatte bestimmen sollte. Der Weg zum Verfassungsstaat war auch durch die Reaktion nicht mehr aufzuhalten.
Österreichisches Militär zerschlug sowohl die Erhebung tschechischer Studenten und Arbeiter in Prag im Juni 1848 wie den Wiener Arbeiteraufstand im Oktober. Auch die italienische Freiheitsbewegung brach nach anfänglichen Erfolgen zusammen. Rom, wo Aufständische den Papst vertrieben hatten, wurde von französischen Truppen besetzt, die die alte Ordnung wiederherstellten. In Ungarn musste Österreich die Hilfe russischer Truppen in Anspruch nehmen, um den ungarischen Aufstand endgültig niederzuwerfen. Allein in Frankreich war es zu einem grundlegenden strukturellen Wandel des politischen Systems gekommen.

Märzrevolution
(Revolution 1848/49), die im März 1848 von der französischen Februarrevolution ausgelöste Erhebung des liberalen Bürgertums in den deutschen Staaten und in den österreichischen und preußischen Ländern außerhalb des Deutschen Bundes (auch deutsche Revolution genannt). Sie war, anders als in Frankreich, v.a. eine bürgerliche Revolution mit dem Ziel liberaler Reformen wie auch nationaler Einheit, wodurch v.a. in Schleswig (Deutsch-Dänische Kriege) und in den nicht deutsch besiedelten Gebieten Österreichs Nationalitätenprobleme aufbrachen. Ausgehend vom deutschen Südwesten (Beginn: Offenburg in Baden, 27.2.) wurden in den Klein- und Mittelstaaten die Reformforderungen bald erfüllt: konstitutionelle Verfassungen, Pressefreiheit, Schaffung von Reformministerien (»Märzministerien«), Wahl eines gesamtdeutschen Parlaments (Frankfurter Nationalversammlung; eröffnet am 18.5.). Ein radikal-republikanischer Aufstand in Baden (12.4. 1848 Ausrufung der Republik in Konstanz durch F.Hecker) wurde niedergeschlagen. In Preußen, wo es am 18./19.3. zu Straßenkämpfen und am 29.3. zur Berufung eines liberalen Kabinetts unter L. von Camphausen gekommen war, setzten sich im Frühsommer die Gegner der revolutionären Bewegung durch (»Junkerparlament«), die sie ab 9.11. mithilfe der preußischen Armee schließlich besiegten. In Österreich kam es nach dem Sturz Metternichs (13.3. 1848) zu einer immer stärkeren Radikalisierung bis zu den bürgerkriegsähnlichen Maiaufständen (15.25.5.); Kaiser Ferdinand I. floh nach Innsbruck (17.5.), von wo aus er die Gegenrevolution einleitete. Gleichzeitig begann die ungarische Revolution (15.3., Pest; Auswachsen zum Freiheitskrieg) und die dem ungarischen Beispiel folgende Märzrevolution in Böhmen (Niederwerfung des Prager »Pfingstaufstandes«).
Die 2.Phase der Märzrevolution, die Septemberrevolution, erwuchs aus der Radikalisierung der sozialen Unterströmung der Märzrevolution, deren militärische Niederwerfung bis 23.9. 1848 den Dualismus Preußens und Österreichs wieder aufleben ließ. Wegen der Ereignisse in Ungarn (Organisation der Honvéd durch L.Kossuth und deren militärische Bekämpfung; endgültige Niederlage Schäßburg, 31.7. 1849) kam es zum Ausbruch der Wiener »Oktoberrevolution« (6.31.10. 1848); ihre Niederwerfung (u.a. widerrechtliche Exekution R.Blums) förderte die österreichische »Gegenrevolution«. Die Autonomiebestrebungen der einzelnen Länder gaben den antirevolutionären, konservativen Kräften zusätzlich Auftrieb, sodass der österreichische Reichstag nach Kremsier (Kromeríz; 22.10.) ausweichen musste. Das Scheitern der Frankfurter Nationalversammlung in der Kaiserfrage, die Wiederherstellung des Deutschen Bundes, das Einschwenken der deutschen Staaten auf den Reaktionskurs (v.a. Ablehnung der Reichsverfassung vom 28.3. 1849 und Niederschlagung der Maiaufstände 1849) sowie der Widerruf der in Österreich oktroyierten Verfassung vom 4.3. 1849 (»Märzverfassung«) am 20.8. 1851 leitete einen neoabsolutistischen Kurs ein und beendete die Revolutionsbewegung. (Achtundvierziger)

Curie
09.12.2002, 18:49
Hi,

habe meine Zeitleiste fertig:

www.geocities.com/michellefbsreich/gesch1848.xls

(Ihr wisst, speichern unter...)

Gruss, Michelle Curry

ArneE
09.12.2002, 19:11
Hi Michelle,

vielen Dank - werde ich mir gleich mal angucken. :)

Curie
09.12.2002, 19:18
Bitte bitte,

vielleicht findest du ein Paar Rechtschreibfehler. Ansonsten kann ich dazu nur sagen, dass ich die Daten aus dem Abi Pocket Teacher und aus eineigen Blättern, die ich von meinem Lehrer hab, entnommen habe.

Grüße,

Curry

corneliusk
10.12.2002, 16:54
Hallöchen!

Weiß zufällig jemand, ob eine Forderung der Revolution von 1848/49 direkte Wahlen zum Parlament waren?

Hintergrund ist der, dass mir in meiner Geschichtsklausur ein Punkt abgezogen worden ist, weil bei der Begründung warum das preuß. Dreiklassenwahlrecht als reaktionär einzustufen ist, ich die indirekte Wahl weggelassen habe.
Meiner Meinung nach kann dies nur ein Argument sein, wenn die Forderung nach direkten Wahlen bestand, denn per definitionem sind solche Kräfte reaktionär, die sich den Ideen der Revolution entgegenstellten, und wenn direkte Wahlen '48 nun mal kein Thema waren, dann ist deren fehlende Umsetzung auch kein Grund für das Etikett reaktionär.

Danke!
Corneliusk

Matzi
10.12.2002, 17:39
Also, ich denke mal, die Forderung bestand. Die Pauls-Kirchen-Verfassung sah beispielsweise eine freie, geheime, direkte und ? Wahl vor. Daran meine ich mich zu erinnern...

ArneE
15.12.2002, 12:16
Vielen Dank für eure Antworten. :)

@bm: Woher hast du die Texte? Quellen?

lena
15.12.2002, 16:08
Brauchst du noch was?
Hab einiges bei meinen rechtsgeschichte unterlagen gefunden.
Falls nötig, kann ich dir ein paar dateien schicken bzw. wenn du spezielle fragen hast im hoke nachschaun und posten.

lg lena

ArneE
15.12.2002, 18:33
Hi Lena,

ich kann JEDE ART von Informationen gebrauchen. Wenn du was hast, würde ich mir sehr, sehr freuen, wenn du mir die Dateien schicken könntest .... :) :)

lena
15.12.2002, 18:36
werd morgen meine vorlesungsmitschrift abtipseln und dir schicken, heute schaff ichs nimmer, muss noch einiges lernen
lg lena

ArneE
15.12.2002, 18:44
Hi Lena,

wir müssen das morgen leider abgeben. :( :(

Findest du denn unter Umständen Zeit, ein paar wichtige Ereignisse noch zu schicken

nobody
15.12.2002, 19:20
Kommt zwar ein bisschen spät, aber vielleicht hilft´s Dir noch.
Schleswig-Holstein (http://www.idstedtschlacht.de/site15.2.htm)
Alles (http://kant.stepnet.de/FAECHER/GE/1848.HTM)

lena
15.12.2002, 19:21
so ein Teil zur Paulskirchenversammlung is unterwegs.
werd schaun ob ich mehr auch noch schaff :)
lg lena