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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Epstein-Barr-Virus


aqua
30.11.2002, 19:31
Hallo,

bei einer Blutuntersuchung wurden bei mir Borrelien und der Epstein-Barr Virus festgestellt.
Der Arzt behandelt mich jetzt zuerst mal gegen die Borrelien und über diesen EBV haben wir erst mal noch gar nicht gesprochen.

Nun habe ich natürlich im Internet mal geguckt, was das ist, aber ich werde daraus nicht so ganz schlau.

Ich habe von der Infektion nichts bemerkt (schlecht fühlt man sich ja immer mal und vielleicht auch ein wenig grippig und wenn man fünf Tage die Woche um halb fünf aufsteht, dann ist man auch viel müde :D ), aber wie sieht es jetzt für die Zukunft aus. Kann eine Reaktivierung heftiger ausfallen oder habe ich jetzt so viele Antikorper, dass ich auch in Zukunft nichts davon merken werde?

Meinen Arzt kann ich zwar Ende nächster Woche auch fragen, aber wenn mir jetzt schon jemand was dazu sagen kann...

Britta

Matzi
30.11.2002, 19:45
Also, erstmal keine zu große Panik.

EBV ist bei weitem nichts ungewöhnliches. Der Durchseuchungsgrad ist gerade bei der jüngeren Bevölkerung sehr hoch (bis zum 30. Lebensjahr ist praktisch jeder infiziert worden). Allerdings verlaufen 50 % der Infektionen inapparent.
Das Virus wird durch Speichel (Kuss) übertragen und wird lebenslang ausgeschieden (bei 20-30%).
Falls es zu Erkrankungen kommen kann, sind dies das Pfeiffer'sche Drüsenfieber (Infektiöse Mononukleose) mit Angina, Fieber, Lymphdrüsenschwellung. (Eine Infektion kann Monate dauern)
Dann gibt es natürlich noch andere ausgelöste Symptome, Spätfolgen (in einigen Fällen Tumore), die aber selten sind.

Also, wie gesagt, EBV ist nichts ungewöhnliches. Eine Erkrankung ist sicherlich nervig, denn, sollte sie apparent verlaufen, muss man sich schon wieder gesunden lassen.
Ich würde aber trotzdem noch einmal mit dem Arzt drüber reden. Die Behandlung der Borrelieninfektion ist aber bestimmt auch erstmal wichtiger.

aqua
30.11.2002, 20:10
Das ging ja schnell. Danke :)

Aber den Virus wird man nicht wieder los, richtig?
Und die Weiterverbreitung kann ich dann wohl auch kaum vermeiden. Also mein Leben lang aufs küssen verzichten, das ist wohl doch zu viel verlangt. :D

Britta

nobody
30.11.2002, 20:17
Originalnachricht erstellt von aqua
Aber den Virus wird man nicht wieder los, richtig?
Und die Weiterverbreitung kann ich dann wohl auch kaum vermeiden.

Hm, ob man ihn wieder ganz los wird weiß ich nicht. Jedenfalls kann man es relativ lang noch übertragen, auch wenn man keine Symptonme mehr hat.


Also mein Leben lang aufs küssen verzichten, das ist wohl doch zu viel verlangt.

LOL :D

aqua
30.11.2002, 20:33
Originalnachricht erstellt von Last of the Sane
Hm, ob man ihn wieder ganz los wird weiß ich nicht. Jedenfalls kann man es relativ lang noch übertragen, auch wenn man keine Symptonme mehr hat.

Hm, Symptome hatte ich ja gar keine und ich kann auch in Zukunft darauf verzichten, wenn ich bedenke, wofür man dieses Virus so verantwortlich macht.
Aber wenn das eh fast die ganze Weltbevölkerung hat, dann werde ich wohl auch in Zukunft nichts davon merken.


Heißt das nun eigentlich der oder das Virus?

nobody
30.11.2002, 22:10
Es heißt das Virus. (Umgangssprachlich auch der Virus.)

Matzi
30.11.2002, 22:31
Originalnachricht erstellt von Krösus
Es heißt das Virus. (Umgangssprachlich auch der Virus.)
Darüber haben wir glaube ich bereits mal irgendwo diskutiert. Aber Krösus hat Recht, so steht es im Duden. Aber da ist es halt im Englischen wieder einmal einfacher...

@aqua: da der Durchseuchungsgrad sehr hoch ist, ist es vollkommen unsinnig, dass du dich dein Leben lang abkapseln willst (kein Küssen). Ich meine, wir kriegen es eh alle irgendwann. Schwierig kann es möglicherweise halt nur bei Immunsupprimierten sein, da müsste man sich mal genauer informieren.

nobody
30.11.2002, 22:34
Originalnachricht erstellt von aqua
Aber den Virus wird man nicht wieder los, richtig?
Und die Weiterverbreitung kann ich dann wohl auch kaum vermeiden.

Auch dieses Virus bleibt, wahrscheinlich lebenslang, in (immortalisierten = unsterblichen) B-Zellen latent.

Originalnachricht erstellt von aqua
Kann eine Reaktivierung heftiger ausfallen oder habe ich jetzt so viele Antikorper, dass ich auch in Zukunft nichts davon merken werde?

VCA-Antikörper (Antikörper gegen "virales Kapselantigen") persistieren lebenslang. Also ist ein Schutz vor einer Reinfektion vorhanden. Allerdings weiß ich nicht ob es verschiedene Serotypen gibt.

Quelle: Medizinische Mikrobiologie (Thieme)

Matzi
30.11.2002, 22:43
Sowohl VCA-IgG als auch EBNA-IgG (EBNA = EB-nuclear-antigen) bleiben erhalten, der Titer sinkt jedoch nach einigen Jahrzehnten ab.

EBV ist serologisch einheitlich, es existieren jedoch zwei Subtypen, die sich an ihrer Fähigkeit der Tumorerzeugung unterscheiden.

nobody
30.11.2002, 23:05
Originalnachricht erstellt von Matzi
EBNA-IgG (EBNA = EB-nuclear-antigen).

Hatte ich übersehen.

Originalnachricht erstellt von Matzi
EBV ist serologisch einheitlich,
[/B]
Das heißt also doch Schutz vor einer Reinfktion. Außer vielleicht in 100 Jahren. ;)

Originalnachricht erstellt von Matzi
Darüber haben wir glaube ich bereits mal irgendwo diskutiert.
[/B]
Hab´s gesehen.

Originalnachricht erstellt von aqua
bei einer Blutuntersuchung wurden bei mir Borrelien und der Epstein-Barr Virus festgestellt.
[/B]
Um welche Borrelien handelt es sich denn.
Zur Auswahl stehen immerhin einige:

Borrelia afzelii
Borrelia anserina
Borrelia baltazardii
Borrelia brasiliensis
Borrelia burgdorferi
Borrelia caucasica
Borrelia coriaceae
Borrelia crocidurae
Borrelia dugesii
Borrelia duttonii
Borrelia garinii
Borrelia graingeri
Borrelia harveyi
Borrelia hermsii
Borrelia hispanica
Borrelia japonica
Borrelia latyschewii
Borrelia lusitaniae
Borrelia mazzottii
Borrelia miyamotoi
Borrelia parkeri
Borrelia persica
Borrelia recurrentis
Borrelia sinica
Borrelia tanukii
Borrelia theileri
Borrelia tillae
Borrelia turdi
Borrelia turicatae
Borrelia valaisiana
Borrelia venezuelensis

;)

hippie
01.12.2002, 00:29
Ich bin seit ca. 2 Wochen auch EBV positiv (die Krankheit heist auch pfeiffersches drüsenfieber) und finde es gar nicht lustig. Man ist total schlapp und hat wahnsinnige Halsschmerzen (v.a. da anfangs noch eine streptokokken infektion am hals dabei war), letztes Wochenende war mein Hals sogar so stark entzündet, dass ich Blut im Schleim hatte...

Als gegenmaßnahme habe ich vom arzt Vitamin B und E Präperate und Spurenelemente verschrieben bekommen.

ein auf genesung hoffender

aqua
01.12.2002, 07:59
Originalnachricht erstellt von Matzi
@aqua: da der Durchseuchungsgrad sehr hoch ist, ist es vollkommen unsinnig, dass du dich dein Leben lang abkapseln willst (kein Küssen).

War auch kein bisschen ernst gemeint! ;)


@Krösus

Och, da mochten mich nur... *nachguck* Borrelia burgdorferi.
Da steht noch was von nachgewiesene Banden bei p 23 + 41. Was bedeutet das denn schon wieder?


@hippie

Dann wünsch ich dir schnelle und gute Besserung.

Britta

Matzi
01.12.2002, 09:25
Auch Borrelien gibt es eine ganze Liste an Arten. Humanmedizinisch interessant sind jedoch nich alle. B. burgdorferi (Lyme-Borreliose), B. recurrentis und B. dutonii. (Selten auch B. afzelii und B. garinii).

Hattest du eigentlich irgendwo einen Zeckenbiß?

Das mit den Banden muss irgendetwas mit den diagnostischen Mitteln (ELISA oder Immunblot) zu tun haben. Da kann ich dir aber nicht sagen, was das genau heißt, denn ich habe so etwas (leider) noch nicht gemacht.

@hippie: Auch von mir gute Besserung. Dann hast du ja eine ziemlich heftige Angina abbekommen.

aqua
01.12.2002, 10:05
Ja, ich hatte einen Zeckenbiss, in der Kniekehle, trotz Gummistiefeln und Hose reingesteckt.
Aber da ich ziemlich sicher war, dass das Vieh da noch nicht lange war und es auch noch sehr "dünn" aussah, hab ich es entfernt und mich nicht weiter drum gekümmert. Rot geworden ist da auch nichts.
Man kann doch nicht wegen jeder Zecke zum Arzt laufen...

Matzi
01.12.2002, 10:51
Originalnachricht erstellt von aqua
[...]Man kann doch nicht wegen jeder Zecke zum Arzt laufen...
Da hast du wahrscheinlich Recht, hätte ich mit Sicherheit auch nicht gemacht. Aber Zecken können so einiges übertragen, auch Sachen, die nicht unbedingt so angenehm sind.

Lunaris
01.12.2002, 12:42
Naja, Lyme-Borreliose ist wirklich nicht das Tollste, was man bekommen kann... vor allem, wenn es nicht erkannt wird, kann es die Hölle schlechthin sein. Sei froh, daß es so früh erkannt worden ist.

@hippie:

Ist denn Pfeiffersches Drüsenfieber das selbe wie ne Angina?!? Hmm, und ist das Drüsenfieber nicht eher so, daß man eventuell sogar ins Krankenhaus muß :eek:? Wie dem auch sei: gute Besserung!

Lunaris

Matzi
01.12.2002, 13:22
Angina ist ein Symptom des Pffeifer'schen Drüsenfiebers. Und dieses kann schon ziemlich stark ausfallen, sodass Krankenhausbesuche nicht allzu selten sein dürften. Man hört ja auch immer wieder mal aus der Umgebung davon, dass irgendjemand deswegen im Krankenhaus liegt. (Ist mir jedenfalls so, zwar nicht sehr oft, aber kommt vor.)

aqua
01.12.2002, 13:30
@Lunaris
Es war auch nur Zufall, dass das überhaupt festgestellt wurde, eigentlich bin ich auf Hepatitis-Antikörper getestet worden, weil ich mit Abwasser arbeite und mich impfen lassen will. Und weil ich auch ab und zu in der Botanik rumlaufen, bin ich dann gleich mal auf Borellien gestestet worden und... Volltreffer.
Aber jetzt kämpfe ich eher mit der Verträglichkeit des Antibiotikums und überlege, ob ich das nicht vorm Einschlafen nehme, damit ich nicht merke, dass mir immer so schlecht davon wird. :kotz:

Britta

Matzi
01.12.2002, 13:39
Das mit der Impfung gegen Borrelien hatten wir ja schonmal... ;)
Gäbe es sie, hättest du jetzt das Problem nicht.

Was für ein Antibiotikum bekommst du denn? Penicillin?

aqua
01.12.2002, 14:07
Doxyhexal 200 für 20 Tage. Wirkstoff ist Doxycyclin

Matzi
01.12.2002, 14:28
Dann sind deine Beschwerden keineswegs ungewöhnlich. Kommt aber immer auf die Person drauf an. Ich vertrage Doxycyclin recht gut (bisher jedenfalls...).

hippie
01.12.2002, 14:45
Ich hatte zu Beginn der Krankheit Clarithromycin gegen die Streptokokken bekommen, das Halsweh wurde auch deutlich besser dadurch, auch wenn ich Antibiotika generell nicht so gut vertrage (Durchfall, Übelkeit, etc).
Bei einer EBV Infektion ist man gegen bestimmte Antibiotika (afaik ampicillin) sehr sensibel und kann schwere Ausschläge bekommen, aber das sollte dem behandelten Arzt wohl bekannt sein.

nobody
01.12.2002, 15:50
Originalnachricht erstellt von aqua
Och, da mochten mich nur... *nachguck* Borrelia burgdorferi.
Da steht noch was von nachgewiesene Banden bei p 23 + 41. Was bedeutet das denn schon wieder?

p23 und p41 sind beides Proteine von Borrelia burgdorferi, gegen die das Immunsystem Antikörper bildet, die dann im Test (z.B. Blot)nachgewiesen werden.

Astat
02.12.2002, 16:56
Hatte als Kind eine schwere Mononukleose, wobei ja auch zumeist die Leber und die Milz ordentlich anschwellen - war 5 Wochen flachgelegen. Man kann heute noch jede Menge Antikörper bzw. Titer festellen.
Bei einem Zeckenbiss in Borreliose-gefährdeten Gebieten ist eine Antiobiose fast schon obligat, um Spätfolgen zu vermeiden.

hippie
02.12.2002, 16:59
Originalnachricht erstellt von Astat
wobei ja auch zumeist die Leber und die Milz ordentlich anschwellen

Das sind sie bei mir auch, und ich bin deswegen bis Weihnachten vom Sportunterricht befreit. :) Krankheiten haben gottseidank auch wenige positive Seiten...

Astat
02.12.2002, 17:10
schön, dass Du es so siehst. ;)

nobody
23.12.2002, 15:52
Weiß jemand wie lange eine Antibiotikatherapie bei Borrelien dauert.

Astat
23.12.2002, 16:15
-bei einem entzündeten Zeckenbiss oder bei einem Erythema migrans behandelt man normalerweise wie oben bereits angesprochen mit der entsprechenden Antibiose 21 Tage.
-die chronische From ist schwierig zu behandeln; mehrere Therapien behandeln mit den entsprechenden Mitteln bis zu 4 Wochen. Gibt auch die Variante, wo danach noch "Lipidsenker" eingesetzt werden.

nobody
09.01.2003, 20:30
Bin beim Arzt gewesen und hab mich auf Ak gegen Borrelien untersuchen lassen. Das Testergebnis war, wie fast nicht anders zu erwarten, positiv und hab Doxycyclin für 20 Tage verschrieben bekommen.
Eine ganze Menge von Leuten, die ich kenne und sich untersuchen lassen haben, hatten Borrelien-Ak. Ich denke, wer die Möglichkeit hat sich auf Borrelien untersuchen zu lassen, sollte das tun. Oft bleibt sowas unerkannt, bis es zu Symptomen kommt. Ich wäre auch nicht zum Arzt gegangen, wenn nicht soviele positiv gewesen wären. (Wäre dann auch unerkannt geblieben.)
Das soll aber keine Panikmache sein.
Ist nur ein Tip von mir.
(Ein bisschen liegt es wahrscheinlich auch daran, das hier ein stärker gefährdetes Gebiet ist.)

nobody
01.09.2003, 10:17
Ich habe eine seltene chronische entzündliche rheumatische Erkrankung. Im Verlauf der Diagnose der Krankheit habe ich von meinem Orthopäden, meinem Rheumatologen und auch bei Recherchen im Internet erfahren, dass Borrelien bestimmte rheumatische Erkrankungen verursachen können.

Die gewesene Borrelien-Infektion führt aber für sich alleine nicht später automatisch zu einer rheumatischen Erkrankung. Als Auslöser spielt ausserorentlicher Stress oder eine besondere Belasstung des Immunsytems eine wichtige Rolle.

Die Ernährungsgewohnheiten sollen auch eine Rolle spielen.

Ich würde daher Menschen mit nachgewiesener Borrelieninfektion empfehlen,

sich um eine möglichst harmonische Lebensweise zu bemühen,
sich nicht chronisch zu überlasten und
sich gesund zu ernähren.

Was "gesunde Ernährung" heisst, kann man im Internet im Zusammenhang mit Rheumatismus nachlesen (unverbindlich: viel Obst, Gemüse, Fisch, ungesättigte Fettsäuren, insbesondere Omega 3 Fettsäuren (Fisch, z.B. Lachs) wenig Fleisch, Zucker, Alkohol).

Zu einer harmonischen Lebensweise gehört auch, sich nicht verrückt machen zu lassen durch die Angst vor möglichen Krankheiten.

Ich würde aber trotzdem mal einen Rheumatologen danach fragen, auf welchem Wege man eine optimale Vorbeugung vor einer chronisch entzündlichen rheumatischen Erkrankung erreichen kann.

Berniechap