also...
Man sollte schulstunden nicht mit arbeitsstunden gleichsetzen. ich denke nicht, dass schüler 40h arbeiten (das wären dann 40/ 3/4 und somit 53 schulstunden pro woche).
als zweites werden immer mehr schüler aufs gym geschickt, die realschulen verkommen zu den neuen hauptschulen. in den letzten 40 jahren war es eine steigerung um circa 200% - nur absolventen! die, die das abi gar nicht schaffen, werden nicht aufgeführt. aus meinem abiturjahrgang sind circa die hälfte der leute aus der sexta durchgekommen. je mehr leute da sind, desto mehr ausschuss ist auch da, dah die kapazitäten bis zum rand ausgeschöpft wurden schon in meiner schulzeit, wird es heute sicherlich nicht besser sein.
Ich hatte (bevor ich zur technikerschule ging) viel mit azubis und vor allem praktikanten zu tun. was auffällig war, war, dass viele gymnasiasten noch nicht mal die eignung für einen beruf hatten, der für realschüler gedacht war. von einem gymnasiasten erwartete (!)ich eine fehlerfreie bewerbung und verständnis bei logischen mathematischen problemen. ich krebste bei mathe zwar auch immer um den 1 pkt, aber nen dreisatz sollte man schon hinbekommen. dasselbe zählt für einfache diktate. da erwarte ich einfach, dass ein gymnasiast nicht 10fehler/150 worte hat. für chemisches oder physikalisches fehlte jeglicher bezug. die wussten schier nichts, aber auch rein gar nichts und hatten noten, von denen ich geträumt habe.
wo ich bei dem nächsten punkt wäre: mit meinen 13 jahren schule hatte ich in der 5.,6. und 7. klasse mit allem drum und dran (inkl. hausaufgaben, lernen) einen schultag von 0800 bis 1430. man mag es nicht glauben: ich hatte sogar langeweile! daher kann ich mir nicht vorstellen, wenn man eine oder zwei stunden mehr ranhängt(entpräche 1 schulstunde/tag mehr, ergo 5/woche und damit dem jetzigen stundenplan), dass da gar keine zeit für sport und andere hobbies bleibt.
das 13. schuljahr war jetzt auch wirklich nicht anstregend (wenn ich das reine schuljahr betrachte) es war geprägt von exkursionen, strategischem lernen zum abitur und viel blödsinn im schädel der schüler. rein ökonomisch gesehen hat es keinen sinn gebracht. für die persönliche orientierung fand ich es allerdings sehr gut. der stoff war nicht so angelegt, dass man ihn auch nicht in 12 jahren bewältigen hätte können.
Imho ist das problem, dass mangelndes verständnis durch stupides auswendiglernen kompensiert wird. dass man dann natürlich nicht mit dem stoff mitkomtm, brauche ich, denk ich, nicht erwähnen.
was ich sehr stark bemängeln muss am deutschen schulsystem, sit die ausstattung der schulen: bücher, die selbst als historische quellentexte durchgehen könnten, sind einfach indiskutabel.
Bremer
16.01.2008, 09:33
Denke Du kannst Deine Schulzeit aber gar nicht mehr mit der von heute vergleichen. Kenne einige Eltern und die meisten sind am Klagen und solche Zustände wie im Spiegel Artikel wiedergegeben sind an der Tagesordnung.
Finde auch das Argument das eine Schul-Stunde halt nur 45 Minuten hat, welches auch öfter im Forum zu dem Artikel auftaucht, nicht richtig. In den Pausen wird von einem Klassenraum zum nächsten gegangen, kurz was gegessen etc. Aber in der Zeit werden keine Hausaufgaben gemacht oder irgendwelchen Hobbys nachgegangen, und faktisch ist die Zeit weg !
Ich höre auch andauernd was für Aufgaben schon sehr jungen Schülern gestellt werden und manchmal kommt es vor das auf der Arbeit über die Lösungen dazu diskutiert werden. Und Schüler der 5 oder 6.ten Klasse sitzen fast jeden Tag lange nach der Schule an den Hausaufgaben, und das nicht immer weil sie zu dumm sind sondern weil die Anzahl der Aufgaben einfach viel ist.
Außerdem wird darüber geredet das man nur noch wirklich gute Schüler zum Gymnasium schicken soll. Erstens kann man das oft nach der Grundschule noch nicht beurteilen und zweitens ist es auch ein Problem für die Eltern das richtige zu wählen. Schließlich sind wir immer mehr einen Leistungsdruck ausgesetzt und auch dem Mangel an Arbeitsplätzen und da überlegt man als Elternteil auch ob das Kind durch Besuch des Gymnasiums nicht später bessere Chancen hat.
FabianH
16.01.2008, 10:22
@fraggle
Du hast meines Erachtens schon Recht mit der Qualität der Schüler, aber: Was hat das bitte mit dem Thema zu tun?
Und: Du kannst leider nicht von dir auf andere schließen!
ThePat
16.01.2008, 11:11
Moin,
Ich habe 1998 Abi gemacht und zwar in Sachsen-Anhalt. Dort gab es schon immer nur 12 Jahre. Wir haben uns bestimmt nicht gelangweilt, aber Zeit fuer meine Hobbys hatte ich immer und ausreichend. Da man natuerlich dort alle moeglichen Leute kannte bei denen das aehnlich war, schliesse ich darauf, dass sich seit der Zeit etwas anderes passiert sein muss, wenn heute auf einmal unsere Kinder dem Stress nicht mehr gewachsen sind.
Das auf die Verkuerzung der Schulzeit zu schieben halte ich schlicht und ergreifen fuer Schwachsinn. Ich habe unter anderem mehrere Nachhilfeschueler aus der Realschule gehabt und die leiden unter aehnlichen Problemen, haben aber gar kein Abi zu machen. Wie das also? Die Gruende warum unsere Kinder an solchem Stress leiden muessen also woanders liegen.
Cheers
Patrick
Akkordeon1987
16.01.2008, 11:11
also...
wo ich bei dem nächsten punkt wäre: mit meinen 13 jahren schule hatte ich in der 5.,6. und 7. klasse mit allem drum und dran (inkl. hausaufgaben, lernen) einen schultag von 0800 bis 1430. man mag es nicht glauben: ich hatte sogar langeweile! daher kann ich mir nicht vorstellen, wenn man eine oder zwei stunden mehr ranhängt(entpräche 1 schulstunde/tag mehr, ergo 5/woche und damit dem jetzigen stundenplan), dass da gar keine zeit für sport und andere hobbies bleibt.
da hast du das gut gehabt, ich ging damals zwar "nur" auf die Realschule, aber mit 14:30 war da irgendwie nichts... Da war ich damals meist noch nicht einmal zu Hause eingetrudelt. Dann gabs diese tollen neumodischen "Gruppenarbeiten" die da heißen 1-2 Leute machen die ganze Arbeit und der Rest kassiert die Note mit ab... Und du willst mir wirklich erzählen, dass du x Aufgaben Mathe, einen Deutschaufsatz und eine Englisch-Geschichte mit Zusammenfassung samt Vokabeln lernen, sinnlos Höhenprofile oder ähnliches für Erdkunde abmalen alles in der Zeit geschafft hast? Viel Lernen musste ich damals nicht, das kam mir irgendwie alles so zugeflogen, Mathe war halt hauptsächlich schreibarbeit wo viele einen halben Nachmittag mit zubrachten. Aber ich glaub vor 15 Uhr war auch ich so gut wie nie fertig.
Mit Hobby kommt drauf an wie Zeitaufwendig was ist. Hatte damals Akkordeon Unterricht und den Kinderchor sowie Gitarren AG, also im Prinzip alles recht zeitaufwendig. Später dann statt dem Chor Akrobatik, das musste in der 11. Klasse dann aber endgültig der Schule weichen (nachdem die Eltern jahrelang damit Druck ausgeübt haben, wenn die Noten nicht stimmen ist ein Hobby weg, denke mal, dass sowas mehr stresst als das Lernen an sich). 9 Stunden und direkt danach noch Sport/Hobby und das alles ohne Mittagessen geht einfach nicht.
Das ist denke ich das Hauptproblem, dass viele Schulen nicht darauf eingerichtet sind. Wenn ich hier höre, dass die armen Schüler ja bis nach der 9. Stunde bleiben müssen kann ich echt manchmal nur lachen, weil hier gibt es nämlich in vielen Schulen noch Mittagessen. Dazu reichte bei mir die 10 Minuten Pause incl. durchs ganze Schulgebäude zum andren Raum rennen nicht wirklich aus. Klar, dass man dann Nachmittags für die anfallenden Hausaufgaben erstmal zu schlapp ist und sich alles in die Länge zieht.
Ist denke ich einfach schlecht durchdacht.
Hab zwar keinen direkten Vergleich, aber im Prinzip sollte es doch egal sein, ob man in der Mittelstufe paar Diktate weniger schreibt, paar Aufgaben weniger rechnet (die in dem Maße wie ich sie erlebt habe sowieso eher Beschäftigungstherapie waren, ob man nun 50 oder 100 Aufgaben mit gleichem Schema rechnet?) weil die Zeit kürzer ist.
Vor allem müsste doch momentan "Luft" sein in der Mittelstufe, bei uns war jedenfalls Zeit genug wegen der Rechtschreibreform "alles" in der Grundschule gelernte nochmal über den Haufen zu werfen und neu zu beginnen. Passte auch alles irgendwie, das dürfte doch mittlerweile wegfallen, sollten ja eigentlich alle mit der "neuen" Rechtschreibung begonnen haben?
Geschichte fängt man dann halt einmal weniger bei der Französischen Revolution an (das war bei und so eine Dauer-Wiederholungsschleife), hat dann im Prinzip auch nicht bedrohlich weniger Lerninhalte gehabt...
Fazit: man sollte da mal mit etwas Grips rangehen und schauen was sich kürzen lässt ohne dass es am Ende wirklich fehlt, weil doppelt und dreifach muss ja eigentlich nichts gelehrt werden, die Zeit kann man wirklich besser nutzen....
EDIT: aber "logisch" oder gar "durchdacht" und unser Schulsystem sind ja leider sowieso Dinge die sich scheinbar gegenseitig ausschließen :(
Friedrich Karl Schmidt
16.01.2008, 11:42
als zweites werden immer mehr schüler aufs gym geschickt, die realschulen verkommen zu den neuen hauptschulen. in den letzten 40 jahren war es eine steigerung um circa 200% - nur absolventen! die, die das abi gar nicht schaffen, werden nicht aufgeführt. aus meinem abiturjahrgang sind circa die hälfte der leute aus der sexta durchgekommen. je mehr leute da sind, desto mehr ausschuss ist auch da, dah die kapazitäten bis zum rand ausgeschöpft wurden schon in meiner schulzeit, wird es heute sicherlich nicht besser sein. Danke, dass Sie diesen Aspekt einmal auf den Punkt gebracht haben, da ich es nicht gewagt hätte, diesen Zusammenhang mit gleicher Deutlichkeit zum Ausdruck zu bringen.
Andererseits bin auch ich speptisch, ob die Verkurzung der Schulzeit ( bis zum Abitur ) auf 12 Jahre klug war. Schließlich war abzusehen, dass es darauf hinauslaufen würde, dass der ( im Wesentlichen ) gleiche Stoffumfang lediglich verdichtet werden würde.
Und dies auch noch bei ( praktisch ) gleichzeitiger Implementierung einer Pädagogik, die einen weitgehenden Rückzug des Lehrers aus dem Vermittlungsprozess vorsieht , verbunden mit der Aufforderung an die Schüler, sich den Stoff ( "bitteschön" ) selbst zu erabeiten. Wie dies in einer verkürzten Schulzeit gelingen soll, ist mir ein Rätsel.
Wobei die neuen Lernformen zusätzlichen Lehr/Leraufwand u.a. auch deswegen bedeuten, weil die Fachunterrichte zunehmend mit der Vermittlung von Fähigkeiten belastet werden, die zu lehren eigentlich nicht ihre Aufgabe ist. Jedenfalls nicht in dem derzeit üblichen Umfang.
Dabei habe ich durchaus Sympathie für ein Abitur nach zwölf Jahren. Aber dies kann nur gelingen, wenn man vorher die Stoffumfänge deutlich heruterfährt.
Gruß FKS
Friedrich Karl Schmidt
16.01.2008, 12:26
Denke Du kannst Deine Schulzeit aber gar nicht mehr mit der von heute vergleichen. Kenne einige Eltern und die meisten sind am Klagen und solche Zustände wie im Spiegel Artikel wiedergegeben sind an der Tagesordnung. Auch ich hatte den Eindruck, dass etwa Mitte der neunziger Jahre ein Mentalitätswechsel stattgefunden hat. Der aber nicht unwesentlich auch dadurch ausgelöst wurde, dass Eltern ( und infolge davon auch ihre Kinder ) von eigenem Versagen azulenken versucht haben und die Schule und die Struktur des Bildungswesens für Folgen verantwortlich gemacht haben, die nicht die Schule, sondern sie selbst zu vertreten gehabt hätten.
Bekundungen betroffener Eltern sind also mit Vorsicht zu genießen.
Dass ich im Übrigen die heute übliche Pädagogik für weitgehend verfehlt halte , habe ich hier im Forum schon so häufig zum Ausdruck gebracht und begründet dagestellt, dass ich dies im Einzelnen hier nicht wiederholen muss. Jedenfalls scheinen auch mir die Schüler durch diese Art von Pädagogik bei weitem überfordert, was wir ja auch hier im Forum Tag für Tag erleben können.
Wobei ich aber - im Gegensatz zum SPIEGEL - schon bemüht bin, extreme Einzelfälle nicht zu allgemein gültigen Erkenntnissen aufzubauschen. Aber wie auch immer : Die aus ihrer verfehlten, allgemeinpädogische Konzeption sich ergebenden Folgen muss sich die Schule m.E. schon anrechnen lassen.
Gruß FKS
fraggle
16.01.2008, 17:06
Denke Du kannst Deine Schulzeit aber gar nicht mehr mit der von heute vergleichen. Kenne einige Eltern und die meisten sind am Klagen und solche Zustände wie im Spiegel Artikel wiedergegeben sind an der Tagesordnung.
Finde auch das Argument das eine Schul-Stunde halt nur 45 Minuten hat, welches auch öfter im Forum zu dem Artikel auftaucht, nicht richtig. In den Pausen wird von einem Klassenraum zum nächsten gegangen, kurz was gegessen etc. Aber in der Zeit werden keine Hausaufgaben gemacht oder irgendwelchen Hobbys nachgegangen, und faktisch ist die Zeit weg !
Ich höre auch andauernd was für Aufgaben schon sehr jungen Schülern gestellt werden und manchmal kommt es vor das auf der Arbeit über die Lösungen dazu diskutiert werden. Und Schüler der 5 oder 6.ten Klasse sitzen fast jeden Tag lange nach der Schule an den Hausaufgaben, und das nicht immer weil sie zu dumm sind sondern weil die Anzahl der Aufgaben einfach viel ist.
Außerdem wird darüber geredet das man nur noch wirklich gute Schüler zum Gymnasium schicken soll. Erstens kann man das oft nach der Grundschule noch nicht beurteilen und zweitens ist es auch ein Problem für die Eltern das richtige zu wählen. Schließlich sind wir immer mehr einen Leistungsdruck ausgesetzt und auch dem Mangel an Arbeitsplätzen und da überlegt man als Elternteil auch ob das Kind durch Besuch des Gymnasiums nicht später bessere Chancen hat.
also mein schulbesuch liegt erst ein paar jährchen zurück, meien alten lehrer sind zwar zum großteil nicht mehr an der schule, aber dennoch ist die problematik des lernens und der lehrplan quasi der glecihe geblieben.
@fraggle
Du hast meines Erachtens schon Recht mit der Qualität der Schüler, aber: Was hat das bitte mit dem Thema zu tun?
Und: Du kannst leider nicht von dir auf andere schließen!
ich war nie der beste, eher andersrum. allerdings die qualität der sc
hüler ist eine direkte folgerung aus diesem thema. persönlich bevorzuge ich gut ausgebildete realschüler gegen einen normal ausgebildeten abiturienten.
nein, ich kann nicht von mir auf andere schleissen. aber ich kann vergleichen. und wenn ich vergleiche, dass die ganze stoffmenge nicht mehr geworden ist, sondern nur die zeitspanne um 1 jahr gekürzt wurde, wobei der 13.jhrg relativ ruhig ist, sehe ich das problem nicht bei den schulen und den lehrern, sondern vor allem bei den eltern, die entweder zu viel wollen für ihren spunt oder zu wenig dafür tun. eine mischung aus beidem ist natürlich fatal. sonst würde eine SO enorme steigerung an bei den anmeldungen zum gymnasium nicht passierne bei rückgängiger geburtenrate. in diesem kontext frag ich mich auch immer, wer eigentlich vom gymnasiume kommt ohne eine lernscwäche für ein fach attestiert zu haben. diese lernschwächen gab es bei uns -bis auf seltene ausnahmen - nicht. mittlerweile scheint es gang und gebe zu sein. (ich hab da alelrdings jetzt auch keine daten vorliegen...)
Danke, dass Sie diesen Aspekt einmal auf den Punkt gebracht haben, da ich es nicht gewagt hätte, diesen Zusammenhang mit gleicher Deutlichkeit zum Ausdruck zu bringen.
Andererseits bin auch ich speptisch, ob die Verkurzung der Schulzeit ( bis zum Abitur ) auf 12 Jahre klug war. Schließlich war abzusehen, dass es darauf hinauslaufen würde, dass der ( im Wesentlichen ) gleiche Stoffumfang lediglich verdichtet werden würde.
Und dies auch noch bei ( praktisch ) gleichzeitiger Implementierung einer Pädagogik, die einen weitgehenden Rückzug des Lehrers aus dem Vermittlungsprozess vorsieht , verbunden mit der Aufforderung an die Schüler, sich den Stoff ( "bitteschön" ) selbst zu erabeiten. Wie dies in einer verkürzten Schulzeit gelingen soll, ist mir ein Rätsel.
Wobei die neuen Lernformen zusätzlichen Lehr/Leraufwand u.a. auch deswegen bedeuten, weil die Fachunterrichte zunehmend mit der Vermittlung von Fähigkeiten belastet werden, die zu lehren eigentlich nicht ihre Aufgabe ist. Jedenfalls nicht in dem derzeit üblichen Umfang.
Dabei habe ich durchaus Sympathie für ein Abitur nach zwölf Jahren. Aber dies kann nur gelingen, wenn man vorher die Stoffumfänge deutlich heruterfährt.
Gruß FKS
nichts zu danken :)ich ahlte es für einen unumstösslichen aspekt, auf dem das problem fusst bzw. einen teil des problems ergibt.
nebenbei bin ich ausgesprochener frontalunterrichtsfan. gruppenarbeiten und ähnliches sind meistens sehr uneffektiv und fehlerbehaftet.
Auch ich hatte den Eindruck, dass etwa Mitte der neunziger Jahre ein Mentalitätswechsel stattgefunden hat. Der aber nicht unwesentlich auch dadurch ausgelöst wurde, dass Eltern ( und infolge davon auch ihre Kinder ) von eigenem Versagen abzulenken versucht haben und die Schule und die Struktur des Bildungswesens für Folgen verantwortlich gemacht haben, die nicht die Schule, sondern sie selbst zu vertreten gehabt hätten.
Bekundungen betroffener Eltern sind also mit Vorsicht zu genießen.
Dass ich im Übrigen die heute übliche Pädagogik für weitgehend verfehlt halte , habe ich hier im Forum schon so häufig zum Ausdruck gebracht und begründet dagestellt, dass ich dies im Einzelnen hier nicht wiederholen muss. Jedenfalls scheinen auch mir die Schüler durch diese Art von Pädagogik bei weitem überfordert, was wir ja auch hier im Forum Tag für Tag erleben können.
Gruß FKS
dem kann ich bedenkenlos zustimmen!
Tiefflieger
16.01.2008, 18:44
Da möchte ich doch auch mal meinen Senf dazu abgeben. ;)
Stundenplan meiner Tochter (http://www.stromberg-gymnasium.de/stundenplan/klassen-07-08_6b.htm)
Sieht auf den ersten Blick gar nicht so dramatisch aus. Die 8te Stunde am Dienstag ist Musik-AG an welcher sie nicht teilnimmt, dafür gibt es am Freitag eine Theater-AG in Stunde 9+10 (alle 2 Wochen).
Jetzt beachte man noch, wir wohnen ca. 10 km von der Schule entfernt, also erst mal öffentliche Verkehrsmittel, sprich den völlig mit Schülern überfüllten Bus verwenden, für welchen die Eltern monatlich schon mal 33 Euro abdrücken dürfen.
Meine Tochter muß, damit sie um 7:30 Uhr pünktlich in der Schule ist um 6:40 Uhr das Haus verlassen.
Bei Schulende um 12:45 Uhr, ist sie gegen 13:20 Uhr Zuhause.
Bei Ende um 16:10 Uhr wird es grob 17 Uhr und bei Ende um 15:15 Uhr wird es ungefähr 15:45 Uhr.
Hausaufgaben sind natürlich auch noch fällig. Vokabeln pauken usw. sowieso. Manche Lehrer fordern dann noch, dass man zu bestimmten Themen Plakate gestaltet. Also Informationen beschaffen, Bilder besorgen usw. dank Internet ja fast kein Problem, aber durchaus zeitaufwändig. Zum Glück habe ich inzwischen DSL mit Flatrate, aber das gibt es bei uns nicht überall. Wer keinen Internetanschluß hat ist schon deutlich im Nachteil. All diese Dinge fließen in die mündliche Note ein, welche recht hohes Gewicht hat, denn die Zahl der Klassenarbeiten und Tests ist in den einzelnen Fächern relativ gering.
Jetzt noch ein Schwenk zur Qualität des Unterrichts. In Klasse 5 wurde von den Eltern bemängelt, dass die Lehrerin im Englischunterricht oftmals unvorbereitet den Unterricht abhält und auch das Buch nicht innerhalb des Schuljahres abgearbeitet wird. Kommentar der Lehrerin "Mut zur Lücke" weiterhin wurde dann noch eingeworfen, dass der Lehrplan durchaus erlaubt einige Punkte des Buches wegzulassen. Ein paar Sätze später wird dann bemängelt, dass oftmals die Neuntklässler Dinge welche man in Klasse 5 lernen sollte nicht können. :confused:
Dann noch kurz zu Mathe. Zitat der Mattelehrerin (frei aus dem Gedächtnis, wohl nicht wörtlich): "Weihnachtsferien sind nur schulfreie Tage, das bedeutet nicht, dass man da nichts für die Schule machen kann." Dem stimme ich durchaus zu, aber anschließend wurden 5 DIN A4 Blätter mit Übungsaufgaben verteilt und am ersten Tag nach den Ferien ein Mathetest angesetzt, also zu einem Zeitpunkt, an dem die Übungsaufgaben noch nicht einmal nachbesprochen werden konnten. Schlecht für Kinder mit Problemen bei den Aufgaben, bei welchen die Eltern nicht als Hilfslehrer fungieren konnten.
Jetzt noch zur Ganztagesschule. Das Gymnasium strebt Ganztagesunterricht für die Zukunft an und baut daher auch eine Mensa (gibt ja gerade Zuschuß).
Nur zu dumm, man hat sich nicht überlegt wer dort das Essen bereitstellen soll (es gibt nur eine Ausgabeküche, gekocht werden kann dort nicht). Weiterhin beherrscht man wohl auch die Grundrechenarten noch nicht so richtig. Die Schule hat ca. 650 Schülerinnen und Schüler, Tendenz steigen, demnächst werden wohl die 700 überschritten sein. Die Mensa wurde mit einer Kapazität von 150 Plätzen konzipiert. Viele Schüler kommen von den umliegenden Gemeinden, so dass bei Ganztagesbetrieb diese Mensa schon am Anfang viel zu klein ist.
Ich könnte noch seitenweise schreiben, aber Andere wollen wohl auch noch.
Bremer
17.01.2008, 07:49
also mein schulbesuch liegt erst ein paar jährchen zurück, meien alten lehrer sind zwar zum großteil nicht mehr an der schule, aber dennoch ist die problematik des lernens und der lehrplan quasi der glecihe geblieben.
Es geht in dem Artikel um die Veränderungen nach der Pisastudie. Du bist Baujahr 1981 laut Deinem Profil, wenn Du ABI gemacht hast wovon ich ausgehe, dann hast Du 2000 oder 2001 ABI gemacht und vielleicht gerade noch die Pisastudie mitgemacht. Also wie willst Du das beurteilen ?
Da möchte ich doch auch mal meinen Senf dazu abgeben. ;)
Stundenplan meiner Tochter (http://www.stromberg-gymnasium.de/stundenplan/klassen-07-08_6b.htm)
Sieht auf den ersten Blick gar nicht so dramatisch aus. Die 8te Stunde am Dienstag ist Musik-AG an welcher sie nicht teilnimmt, dafür gibt es am Freitag eine Theater-AG in Stunde 9+10 (alle 2 Wochen).
Jetzt beachte man noch, wir wohnen ca. 10 km von der Schule entfernt, also erst mal öffentliche Verkehrsmittel, sprich den völlig mit Schülern überfüllten Bus verwenden, für welchen die Eltern monatlich schon mal 33 Euro abdrücken dürfen.
Meine Tochter muß, damit sie um 7:30 Uhr pünktlich in der Schule ist um 6:40 Uhr das Haus verlassen.
Bei Schulende um 12:45 Uhr, ist sie gegen 13:20 Uhr Zuhause.
Bei Ende um 16:10 Uhr wird es grob 17 Uhr und bei Ende um 15:15 Uhr wird es ungefähr 15:45 Uhr.
Hausaufgaben sind natürlich auch noch fällig. Vokabeln pauken usw. sowieso. Manche Lehrer fordern dann noch, dass man zu bestimmten Themen Plakate gestaltet. Also Informationen beschaffen, Bilder besorgen usw. dank Internet ja fast kein Problem, aber durchaus zeitaufwändig. Zum Glück habe ich inzwischen DSL mit Flatrate, aber das gibt es bei uns nicht überall. Wer keinen Internetanschluß hat ist schon deutlich im Nachteil. All diese Dinge fließen in die mündliche Note ein, welche recht hohes Gewicht hat, denn die Zahl der Klassenarbeiten und Tests ist in den einzelnen Fächern relativ gering.
Jetzt noch ein Schwenk zur Qualität des Unterrichts. In Klasse 5 wurde von den Eltern bemängelt, dass die Lehrerin im Englischunterricht oftmals unvorbereitet den Unterricht abhält und auch das Buch nicht innerhalb des Schuljahres abgearbeitet wird. Kommentar der Lehrerin "Mut zur Lücke" weiterhin wurde dann noch eingeworfen, dass der Lehrplan durchaus erlaubt einige Punkte des Buches wegzulassen. Ein paar Sätze später wird dann bemängelt, dass oftmals die Neuntklässler Dinge welche man in Klasse 5 lernen sollte nicht können. :confused:
Dann noch kurz zu Mathe. Zitat der Mattelehrerin (frei aus dem Gedächtnis, wohl nicht wörtlich): "Weihnachtsferien sind nur schulfreie Tage, das bedeutet nicht, dass man da nichts für die Schule machen kann." Dem stimme ich durchaus zu, aber anschließend wurden 5 DIN A4 Blätter mit Übungsaufgaben verteilt und am ersten Tag nach den Ferien ein Mathetest angesetzt, also zu einem Zeitpunkt, an dem die Übungsaufgaben noch nicht einmal nachbesprochen werden konnten. Schlecht für Kinder mit Problemen bei den Aufgaben, bei welchen die Eltern nicht als Hilfslehrer fungieren konnten.
Jetzt noch zur Ganztagesschule. Das Gymnasium strebt Ganztagesunterricht für die Zukunft an und baut daher auch eine Mensa (gibt ja gerade Zuschuß).
Nur zu dumm, man hat sich nicht überlegt wer dort das Essen bereitstellen soll (es gibt nur eine Ausgabeküche, gekocht werden kann dort nicht). Weiterhin beherrscht man wohl auch die Grundrechenarten noch nicht so richtig. Die Schule hat ca. 650 Schülerinnen und Schüler, Tendenz steigen, demnächst werden wohl die 700 überschritten sein. Die Mensa wurde mit einer Kapazität von 150 Plätzen konzipiert. Viele Schüler kommen von den umliegenden Gemeinden, so dass bei Ganztagesbetrieb diese Mensa schon am Anfang viel zu klein ist.
Ich könnte noch seitenweise schreiben, aber Andere wollen wohl auch noch.
Schön das hier ein betroffener Vater was dazu schreibt, ich selbst höre das immer von Arbeitskollegen und Verwandtschaft. Auch das Beispiel Weihnachtsferien ist doch erschreckend meiner Meinung nach. Ich habe als Kind in den Weihnachtsferien nicht lernen brauchen, da wurde sich mit Freunden getroffen und mit der Familie eine schöne Weihnachtszeit verbracht und mal nicht an die Schule gedacht.
Oder die Aufgaben die heute alle nur noch mit Hilfe des Internets einigermaßen schnell durchgeführt werden können. Wir konnten die Hausaufgaben noch mit Hilfe eines Lexikons oder eben der Schulbücher lösen. Heute muß ein Rechner sein, ohne geht es nicht. Kenne auch Fälle wo die Eltern das nicht bezahlen können und die Kinder dann zu Freunden fahren um da das Internet zu benutzen. Andererseits wird kritisiert das die Schüler zu viel am PC sitzen ! Ist ja selbstverständlich das dann auch mal ein Spiel gespielt wird wenn man eh schon dransitzt.
Und zum Thema Stunden:
Nur mal gerechnet 6 Uhr aufstehen und 13 Uhr im Schnitt zu Hause = 7 Stunden unterwegs = 35 Stunden die Woche. Ohne jetzt die Tage mitzurechnen wo es länger dauert. Dann noch Hausaufgaben (auch am WE), ne Menge !
P.S. Auch das Thema Facharbeit: Mußte einer der Anwesenden hier das früher auch machen ? Ich nicht, heute sitzen die Schüler allein daran oft Wochen und man sieht ja wieviele Fragen dazu alleine hier im Forum auftauchen.
Tiefflieger
21.01.2008, 08:05
...Wir konnten die Hausaufgaben noch mit Hilfe eines Lexikons oder eben der Schulbücher lösen. Heute muß ein Rechner sein, ohne geht es nicht. ...
Die Qualität der Schulbücher ist auch nicht gerade berauschend. Neulich hatte meine Tochter eine Aufgabe in Georgaphie zu bewältigen. Im Schulbuch gab es hierzu Internetlinks zu weiteren Informationen. Das klingt ja im ersten Moment recht gut, aber das Internet ist ja nicht statisch, sondern verändert sich fortlaufend. Die Links waren nicht zum Schulbuchverlag und von dort weiter, sondern direkt zu externen Seiten. Einige der Links waren dann erwartungsgemäß tot oder führten zu Seiten, welche nichts mit dem Thema zu tun haben. Bin mal gespannt, bis wann Domaingrabber sich eine solche Seite greifen und dann erscheinen z.B. jugendgefährdende Dokumente auf der Seite, welche im Schulbuch verlinkt ist. :eek: Soviel zur Medienkompetenz der Schulbuchverlage und der Kultusministerien, welche ja die Schulbücher genehmigen.
Dagegen wird Wikipedia immer als Machwerk des Bösen dargestellt, nach dem Motto "da kann ja jeder seinen Schwachsinn reinschreiben". Diverse Vergleichstests bescheinigen Wikipedia allerdings regelmäßig gleichwertige oder gar bessere Qualität als andere online Enzyklopädien.
Friedrich Karl Schmidt
21.01.2008, 12:21
Es geht in dem Artikel um die Veränderungen nach der Pisastudie. Du bist Baujahr 1981 laut Deinem Profil, wenn Du ABI gemacht hast wovon ich ausgehe, dann hast Du 2000 oder 2001 ABI gemacht und vielleicht gerade noch die Pisastudie mitgemacht. Also wie willst Du das beurteilen ? Ich sehe das nicht so, dass es in dem Artikel nur um die Veränderungen nach der PISA-Studie geht.
Im Übrigen finde ich es nicht ganz fair, dass Sie fraggle's Beurteilungsfähigkeit in Zweifel ziehen, ohne in der Sache auf seinen Vortrag einzugehen. Da ich fraggle im Wesentlichen zugestimmt habe , weiß ich nicht so recht, was ich aus Ihrer oben zitierten Äußerung ableiten soll : Hätte ich fraggle gar nicht erst zustimmen dürfen, weil er sich zu etwas geäußert hat. was er Ihrer Meinung nach nicht beurteilen kann.
Schön das hier ein betroffener Vater was dazu schreibt, ich selbst höre das immer von Arbeitskollegen und Verwandtschaft. Auch das Beispiel Weihnachtsferien ist doch erschreckend meiner Meinung nach. Ich habe als Kind in den Weihnachtsferien nicht lernen brauchen, da wurde sich mit Freunden getroffen und mit der Familie eine schöne Weihnachtszeit verbracht und mal nicht an die Schule gedacht. Was tiefflieger geschrieben hat, erscheint auch mir eine im Wesentlichen berechtigte Kritik zu sein. Dennoch gibt sie für mich nicht so richtig etwas her in Bezug auf die Frage, wie man die Situation verbessern kann. Dass manche Lehrer dazu beigen ihre Schüler zu überfordern, ist heute so wahr, wie vor Jahrzehnten. Ich meine deshalb, dass wir uns konzentrieren sollten auf Überforderungen, die sich aus den staatlich verordneten Regularien ergeben . dabei aber nicht den Fehler machen sollten, alles für bare Münze zu nehmen, was Schüler aus ihrem subjektiven Empfinden heraus beklagen oder auch schon einmal ins Feld führen, um ihre mangelnde Leistungsbereitschaft zu bemänteln.
Oder die Aufgaben die heute alle nur noch mit Hilfe des Internets einigermaßen schnell durchgeführt werden können. Wir konnten die Hausaufgaben noch mit Hilfe eines Lexikons oder eben der Schulbücher lösen. Heute muß ein Rechner sein, ohne geht es nicht. Kenne auch Fälle wo die Eltern das nicht bezahlen können und die Kinder dann zu Freunden fahren um da das Internet zu benutzen. Andererseits wird kritisiert das die Schüler zu viel am PC sitzen ! Ist ja selbstverständlich das dann auch mal ein Spiel gespielt wird wenn man eh schon dransitzt. Dass ich den weitgehenden Rückzug der Lehrer aus dem Vermittlungsprozess als einen schweren Fehler ansehe, habe ich schon mehrfach ausgeführt.
Die Verantwortung dafür tragen aber nach meiner festen Überzeugung nicht in erster Linie die Lehrer, sondern diejenigen, die den Lehrern diesen Mumpitz eigeredet haben : Die Professoren für Erziehungswissenschaften und die Professoren für Fachdidaktik, die nach meiner Beurteilung vorwiegend auf der Basis von pädagogischen Ideologien agieren und deren eigene Unterrichtserfahrung sich nicht selten ( im Wesentlichen ) auf das beschränkt, was sie als Schüler erlebt haben. Was ihnen aber auch in Vergessenheit geraten zu sein scheint, alldieweil sich mir der Eindruck vermittelt hat, als wären diese Leute bereits als Erwachsene auf die Welt gekommen, da es für diese Damen und Herren nur noch "große" und "kleine" Erwachsene, aber keine Kinder mehr zu geben scheint.
Gruß FKS
Bremer
21.01.2008, 12:59
Ich sehe das nicht so, dass es in dem Artikel nur um die Veränderungen nach der PISA-Studie geht.
Im Übrigen finde ich es nicht ganz fair, dass Sie fraggle's Beurteilungsfähigkeit in Zweifel ziehen, ohne in der Sache auf seinen Vortrag einzugehen. Da ich fraggle im Wesentlichen zugestimmt habe , weiß ich nicht so recht, was ich aus Ihrer oben zitierten Äußerung ableiten soll : Hätte ich fraggle gar nicht erst zustimmen dürfen, weil er sich zu etwas geäußert hat. was er Ihrer Meinung nach nicht beurteilen kann.
Gruß FKS
Ich bezog das auf zum Beispiel folgendem Satz aus dem Artikel:
Den Grund für den steilen Absturz sehen Mutter und Sohn nicht in der Schule, nicht bei den Lehrern, sondern in einer Reform, mit der die Kultusminister das durch Pisa-Tests international in Verruf geratene deutsche Schulsystem im Eiltempo wieder nach vorn katapultieren wollten.
Godwael
21.01.2008, 13:41
Die Verantwortung dafür tragen aber nach meiner festen Überzeugung nicht in erster Linie die Lehrer, sondern diejenigen, die den Lehrern diesen Mumpitz eigeredet haben: Die Professoren für Erziehungswissenschaften und die Professoren für Fachdidaktik, die nach meiner Beurteilung vorwiegend auf der Basis von pädagogischen Ideologien agieren und deren eigene Unterrichtserfahrung sich nicht selten ( im Wesentlichen ) auf das beschränkt, was sie als Schüler erlebt haben.
Naja, Ihre Abneigung gegen Daktiker in allen Ehren, aber ich vermute, das Problem liegt in diesem speziellen Fall eher darin, dass bei der Konzeption von Lehrplänen jeder sein Lieblingsthema mit Zähnen und Klauen verteidigt. Deswegen ist es wesentlich einfacher, neue Themen reinzunehmen als alte rauszuschmeißen, und so kommt es zur chronischen Überfüllung der Lehrpläne. Das Problem ist ja nicht neu, es hat sich nur durch das weggefallene Schuljahr dramatisch verschärft.
fraggle
21.01.2008, 16:41
Es geht in dem Artikel um die Veränderungen nach der Pisastudie. Du bist Baujahr 1981 laut Deinem Profil, wenn Du ABI gemacht hast wovon ich ausgehe, dann hast Du 2000 oder 2001 ABI gemacht und vielleicht gerade noch die Pisastudie mitgemacht. Also wie willst Du das beurteilen ?
japp, ich habe 2001 abi gemacht, aber ich weiss nicht, wo der unterschied im lehrplan liegt. es ist offensichtlich nicht so, dass die schüler mehr lernen müssen, sondern nur das sich die zeit verkürzt hat, in der sie es lernen müssen. die naturwissenschaften haben zumindest nicht dermaßen an stoff zugenommen, bei anderen lernintensiven fächern wie den sprachen und den wirtschaft-/sozialfächern sehe ich auch keine große veränderungen oder hat sichirgendwas zwischen goethe, shakespeare und mann gravierend verändert? in den restlichen fächern wird auch nur ein grundstock an wissen vermittelt, der auf ältere theorien basieren. ergo kann ich mir wohl imemr noch ein urteil erlauben. ich denke auch, dass ein mensch, der vor 30 jahren das abi gemacht hat und in seinen unterlagen nachguckt, immerhin noch einen guten vergleich hat zum heutigen abi.
Die Verantwortung dafür tragen aber nach meiner festen Überzeugung nicht in erster Linie die Lehrer, sondern diejenigen, die den Lehrern diesen Mumpitz eigeredet haben : Die Professoren für Erziehungswissenschaften und die Professoren für Fachdidaktik, die nach meiner Beurteilung vorwiegend auf der Basis von pädagogischen Ideologien agieren und deren eigene Unterrichtserfahrung sich nicht selten ( im Wesentlichen ) auf das beschränkt, was sie als Schüler erlebt haben. Was ihnen aber auch in Vergessenheit geraten zu sein scheint, alldieweil sich mir der Eindruck vermittelt hat, als wären diese Leute bereits als Erwachsene auf die Welt gekommen, da es für diese Damen und Herren nur noch "große" und "kleine" Erwachsene, aber keine Kinder mehr zu geben scheint.
und da liegt ein entscheidendes problem. leute, die sich aufgrund nicht vorhandener lehrerfahrung unterrichtstheorien ausdenken, sind in dem fall nicht wirklich kompetent, da können sie sonst noch was studiert haben. ums mit den worten meines lehrers in lacktechnik zu sagen: "ihr habt noch nicht mit der hand am arm gearbeitet um das beurteilen zu können..."
besser wäre: "jede taktik ist mit dem ersten schuss dahin."
Naja, Ihre Abneigung gegen Daktiker in allen Ehren, aber ich vermute, das Problem liegt in diesem speziellen Fall eher darin, dass bei der Konzeption von Lehrplänen jeder sein Lieblingsthema mit Zähnen und Klauen verteidigt. Deswegen ist es wesentlich einfacher, neue Themen reinzunehmen als alte rauszuschmeißen, und so kommt es zur chronischen Überfüllung der Lehrpläne. Das Problem ist ja nicht neu, es hat sich nur durch das weggefallene Schuljahr dramatisch verschärft.
warum müssen dann zeitintensive lernansätze wie gruppenarbeiten und ähnliches durchgeführt werden? dann verschlechtert sich natürlich die leistung dramatisch ... ich sehe bisher immer noch kein sinn in zB. gruppenarbeiten in der schule. dabei arbeiten generell zwei leute von 5, die geben in zweiter instanz das ganze nochmals didaktisch reduziert wieder. insgesamt hat man so ein thema von 45 min auf 90 gestreckt, allerdings weniger vermittelt.
Friedrich Karl Schmidt
21.01.2008, 17:43
Naja, Ihre Abneigung gegen Daktiker in allen Ehren, aber ich vermute, das Problem liegt in diesem speziellen Fall eher darin, dass bei der Konzeption von Lehrplänen jeder sein Lieblingsthema mit Zähnen und Klauen verteidigt. Deswegen ist es wesentlich einfacher, neue Themen reinzunehmen als alte rauszuschmeißen, und so kommt es zur chronischen Überfüllung der Lehrpläne. Das Problem ist ja nicht neu, es hat sich nur durch das weggefallene Schuljahr dramatisch verschärft.
Es ist manchmal ganz nützlich auch die vorherigen Beiträge zu lesen. Dort hätten Sie u.a. das Folgende gefunden:
Wobei die neuen Lernformen zusätzlichen Lehr/Lernaufwand u.a. auch deswegen bedeuten, weil die Fachunterrichte zunehmend mit der Vermittlung von Fähigkeiten belastet werden, die zu lehren eigentlich nicht ihre Aufgabe ist. Jedenfalls nicht in dem derzeit üblichen Umfang.
Dabei habe ich durchaus Sympathie für ein Abitur nach zwölf Jahren. Aber dies kann nur gelingen, wenn man vorher die Stoffumfänge deutlich heruterfährt.
Gruß FKS
Und ich erlaube mir hinzuzufügen , dass auch und gerade durch die neuen Lernformen der Stoffumfang noch weiter ausufert.Z.B. durch Referate über z.T. exotische Themen , die mit Chemie nur noch am Rande zu tun haben. Unterricht über Zitierregeln z.B., die für das Verfassen von "Papers" angeblich ungeheuer wichtig sind. Dann sind da die Facharbeiten,die "besonderen Lernleistungen". Im Kernbereich der Chemie gibt es gar nicht genügeng geeignete Themen, um Jahr für Jahr all die Ansprüche "innovativ" zu bedienen, die als Folgelasten der "neuen Lerformen" auf den Chemieunterricht zukommen. Es sei denn, man stellte ahr für Jahr die gleichen Themen.
Wenn Sie einmal Zeit zu verschwenden haben und MNU . CHEMKON o.ä. lesen, dann werden sie ständig neue Vorschläge finden , "was man noch so alles " im Unterricht behandeln müsste, sollte ,könnte. Und dies vor allem aus Uni- Werkstätten , wo die Fachdidaktik - Professoren schon lange nicht mehr wissen. was sie ihre Mitarbeiter noch beackern lassen könnten.
Dass auch noch jeder Lehrer sein Steckenpferd nicht nur selbst reitet, sondern es auch noch allen anderen zu verordnen versucht, ist auch einwesentlicher Aspekt. Dennoch meine ich, dass man jedem Lehrer auch einen diesbezüglichen Freiraum belassen muss. Aber auch nur den Lehrern, nicht schon den Planern.
Gruß FKS
Godwael
21.01.2008, 18:22
Ich meine gerade nicht die bereits angesprochenen fachfremden Aufgaben (dass das "Ihr" Thema ist, ist mir bekannt, nicht nur aus diesem Thread), sondern ganz dezidiert Fachthemen, die im Unterricht durchaus gut aufgehoben wären, wenn man denn die Zeit dafür hätte. Auch da muss man entschlacken.
Ich halte es für überzogen, alle Übel auf die "innovativen" Lehrmethoden und nichtfachtliche Inhalte zu schieben, auch wenn ein Teil der Kritik berechtigt ist.
Dabei bin ich beileibe kein großer Fan der ausufernden "neuen Lehrformen", aber ich habe den Eindruck, dass sie da zu schnell bereit sind, das Kind mit dem Bade auszuschütten.
Wenn Sie einmal Zeit zu verschwenden haben , und MNU . CHEMKON o.ä. lesen, dann werden sie ständig neue Vorschläge finden , "was man noch so alles " im Unterricht behandeln müsste, sollte ,könnte.
Da ich in meiner Schulzeit als Versuchskaninchen für allerlei innovatives herhalten musste, kann ich mir das durchaus lebhaft vorstellen...
Friedrich Karl Schmidt
22.01.2008, 00:05
Ich halte es für überzogen, alle Übel auf die "innovativen" Lehrmethoden und nichtfachtliche Inhalte zu schieben, auch wenn ein Teil der Kritik berechtigt ist. Das tue ich doch gar nicht. Ich habe doch ausdrücklich darauf hingewiesen, dass die verkürung von 13 auf 12 Schuljahre bis zun Abitur " nur gelingen kann, wenn der Stoffumfang deutlich reduziert wird".
aber ich habe den Eindruck, dass sie da zu schnell bereit sind, das Kind mit dem Bade auszuschütten. Diese Möglichkeit will ich nicht prizipiell bestreiten. Da ich aber hier anscheinend der Einzige bin, der "die neuen Lernformen" ( zumindest in ihrer derzeit praktizierten Intensität ) für einen schweren Fehler hält, sehe ich mich dazu veranlasst, dies so oft wie nur möglich zum Ausdruck zu bringen. So oft wie es nötig wäre, kann ich es sowieso nicht. Denn die "universtäre Fachdidaktik" war sehr erfolgreich bei Ihrem Bemühen, mich mundtot zu kriegen.
Gruß FKS
Suppenname
22.01.2008, 00:14
Ich hab die anderen Beiträge nicht alle gelesen, wollte aber mal was loswerden.
Ich habe das Gefühl, dass beim großen Vorhaben "Wir reagieren jetzt mal panisch, ähm schnell auf die desaströse PISA-Studie und sorgen dafür, dass die Kurzen ihr ABi früher in der Tasche haben" der verzweifelte Versuch unternommen wurde, das Rad neu zu erfinden. Leider haben die Verantwortlichen nicht genau genug rübergeschaut in die Länder, die das Abi nach 12 Jahren schon sehr lange haben. Jetzt haben sie das Rad nicht rund, sondern viereckig gebaut und wundern sich, dass es nicht rollt. Sicherlich kann es funktionieren, Kiddies nach 12 Jahren ihr Abi in die Hand zu drücken. Ich habe als hessischer Schüler (auch noch unter Koch, der bei Wahlantritt '98 eine Unterrichtsgarantie gegeben hat :D) dermaßen viele Freistunden gehabt, dass bestimmt ein halbes Jahr bei rausgesrpungen ist. Den unproduktiven Vertretungsquatsch rechne ich mal mit ein. Filmchen gucken bringt einem für Mathe grad gar nix. Es war der verzweifelte Versuch, jahrelanges Nichtstun durch Aktionismus zu vertuschen. Nun darf man sich nicht wundern, wenn Forderungen nach Nachbesserungen laut werden. Blöderweise wird das dann aber teuer (Ganztagsschulen, Nachmittagsbetreuung usw. usf.) und Schüler zahlen so unglaublich wenig Steuern, weswegen man die ganze Angelegenheit wohl noch ein paar Jahre abwechselnd dem politischen Gegener in die Schuhe schiebt oder unter den Teppich kehrt. Bin mal gespannt, ob sich wenigstens in Hessen nach der Wahl was ändert...
Noctum
22.01.2008, 00:24
Diese Möglichkeit will ich nicht prizipiell bestreiten. Da ich aber hier anscheinend der Einzige bin, der "die neuen Lernformen" ( zumindest in ihrer derzeit praktizierten Intensität ) für einen schweren Fehler hält...
Sind sie nicht. Ich habe diese "neuen Lernformen" aus 2ter Hand durch die Schwester meiner Freundin mitbekommen, die letztes Jahr auf einer Gesamtschule Abi gemacht hat und auch überhäuft wurde mit "neuen Techniken" und "innovativen Lehrern" ....
Manchmal erscheint es mir nur, als wolle man auf Teufel komm raus den klassischen (und in meinen Augen sinnvollen) Frontalunterricht vermeiden, warum auch immer.
Über das Niveau der besagten Abistufe (ich glaube hier und da gute Einblicke bekommen zu haben weil ich auch öfter "Nachhilfe" vor Klausuren gegeben habe) hat mich teilweise geschockt ... und ich bin ein Anhänger der These, dass junge Menschen heute nicht prinzipiell dümmer sind als vor 20 Jahren. Also muss irgend was anders sein.
Aber auch dort wird sicherlich (hoffentlich) irgendwann der "Back to the roots" Gedanke einziehen. Denn es gibt z.B. IMHO nix effektiveres um ein Thema unvollständig und Lückenhaft zu vermitteln, als es die Schüler "in Gruppenarbeit" selber "erarbeiten" zu lassen etc. (wobei das Alter der Schüler da auch eine Rolle spielen dürfte)
Solche Methoden mögen für manche Dinge ja ganz toll sein, wenn so aber grundlegender Stoff "vermittelt" wird, ist das meiner Meinung nach 'ne Katastrophe.
Gruß
Godwael
22.01.2008, 01:01
Das tue ich doch gar nicht. Ich habe doch ausdrücklich darauf hingewiesen, dass die verkürung von 13 auf 12 Schuljahre bis zun Abitur " nur gelingen kann, wenn der Stoffumfang deutlich reduziert wird".
Das stimmt. Das hatte ich fehlinterpretiert.
Da ich aber hier anscheinend der Einzige bin, der "die neuen Lernformen" ( zumindest in ihrer derzeit praktizierten Intensität ) für einen schweren Fehler hält, sehe ich mich dazu veranlasst, dies so oft wie nur möglich zum Ausdruck zu bringen.
Ich habe keine Erfahrungswerte, in welchem Ausmaß das heutzutage praktiziert wird. Zu meiner Zeit haben wir so was alle paar Monate mal gemacht und ich würde das Resultat in der Gesamtsumme irgendwo bei gemischt-positiv einordnen. OK, es war Mist dabei, aber eben auch viel nützliches.
Im Vergleich fand ich es viel ärgerlicher, dass die einzelnen Themen rüde durchgepeitscht wurden, weil ja "noch so viel anderes im Lehrplan war".
Hansen
22.01.2008, 11:17
Wenn ich mir anschaue, mit welch verhältnismäßig geringem Aufwand ich mein Abitur gemacht habe, frage ich mich schon, ob es dieser drastischen Anhebung des Niveaus nicht schon länger gebraucht hätte. Man schaue sich nur mal die modernen Bachelor-Studiengänge an, diese sind derart zeitintensiv, dass ich für meinen Teil behaupten möchte, in diesem meinem 1. Semester bereits mehr für die Uni getan zu haben als in der gesamten Oberstufe, die bei mir immerhin noch auf drei Jahre angelegt war - und das mit einer Fächerkombination, die traditionell nicht in dem Ruf steht, einem zu wenig Freizeit zu lassen, in Zeiten von Bachelor und Studiengebühren ist es nicht mehr weit her mit Vorurteilen.
Wäre es schon in der Schule nötig gewesen, den Stoff systematisch nachzuarbeiten, wäre mir es nun in der Uni sicherlich leichter gefallen - so kostete es schon einiges an Kraft. Es ist meiner Meinung nach einfach ehrlicher, die Kinder von vornherein darauf vorzubereiten, dass ihnen nichts geschenkt wird.
Friedrich Karl Schmidt
22.01.2008, 11:56
Zu meiner Zeit haben wir so was alle paar Monate mal gemacht Wenn es so wäre, würde ich kein Wort darüber verloren haben. So wie ich die Realität heute sehe, ist das "fragend entwickelnde Lehrgespräch" , auch bekannt unter dem Kürzel "Frontalunterricht", flächendeckend und offiziell verpönt. Dass viele Lehrer dennoch daran festhalten, geschieht z.T. aus Überzeugung, bisweilen aber auch ( leider und zugegeben ) aus Trägheit.
Aber wie auch immer : Wenn alle Lehrer sich aus dem Vermittlungsprozess in dem Umfang zurückziehen würden, wie dies heute propagiert und offiziell gefordert wird, dann würden die daraus resultierenden Defizite noch deutlicher zu Tage treten. Und wenn es nicht Foren wie dieses gäbe und auch nicht die Unzahl von Nachhilfeunterrichten aller Art, dann wäre nach meiner Überzeugung der Zusammenbruch dieses Lehr/Lernsystems nur eine Frage von relativ kurzer Zeit.
Das heute progagierte Lehr/Lernsystem unterscheidet sich praktisch nicht von einem Hochschulseminar. Man könnte auch sagen : Ein Studium ohne Vorlesungen.
Im Vergleich fand ich es viel ärgerlicher, dass die einzelnen Themen rüde durchgepeitscht wurden, weil ja "noch so viel anderes im Lehrplan war". Dies ist in der Tat auch ein großes Problem. Wenn man nicht ganze Fächer abschaffen will. bleibt für die Chemie z.B. einfach nicht genügend Zeit . Eine Zeit lang habe ich geglaubt, man sollte den Chemieunterricht auf "Allgemeine Chemie " beschränken. Was aber zur Folge hätte, dass die Stoffkenntnisse nahe bei Null bleiben würden, was auch nicht akzeptabel ist. Heute sehe ich allenfalls die Möglichkeit, die Chemie aus den unteren Klassen ganz herauszunehmen, dort dafür die Fremdsprachen und die Mathematik zu verstärken und im Gegenzug die Stundenzahl für Chemie in der Oberstufe zu erhöhen.
Aber davon unabhängig sollte klar sein, dass man ein Mehrfaches an Zeit benötigt, wenn man die Schüler nicht "lehrt" , sondern sie praktisch alles "selbst herausfinden" lassen will. Wo dann ( zu allem Überfluss) auch noch die Zeit für Facharbeiten, Referate etc. herkommen soll, ist mir ein Rätsel.
Ich halte diese Entwicklung für geradezu verheerend. Und dass ich diesem Treiben praktisch tatenlos zusehen muss, bringt mich manchmal fast um den Verstand.
Vielleicht verstehen Sie jetzt etwas besser, warum mich das Thema einfach nicht loslässt.
Gruß FKS
ThePat
22.01.2008, 12:39
Moin,
es gab eine Zeit, da lief Analysis im Mathematikunterricht so ab, dass man zwar einen Taschenrechner hatte, diesen allerdings im Unterricht so gut wie nie brauchte, weil es darum ging zu verstehen. Man wurde oft sogar "gezwungen" gewisse Teile an der Tafel ohne Hilfsmittel zu ueberschlagen. Das brachte einem ein gewisses Gefuehl fuer die Materie.
Diese Vorgehensweise hat sich dann innerhalb von 5-8 Jahren drastisch geaendert. Man kam auf die Idee, dass wenn man den Schuelern einen grafischen Taschenrechner (und jetzt spaeter sogar CAS) gibt, sie sich nicht mehr mit den trivialen Sachen wie Nullstellen bestimmen, Funktionen Zeichnen, Schnittpunkte ausrechnen... abzumuehen brauchen. Nein, dann koennten sie sich mit tiefgruendigeren Problemen der Analysis auseinandersetzen. Genau so sahen und sehen dann jetzt auch die Abituraufgaben aus. Nullstellen werden prinzipiell nur noch "angegeben", heisst im Klartext: kommen aus dem Taschenrechner. Nach diesen Schema-F Aufgaben kommt es dann meist knueppeldick mit zb. "Berechnen sie die Parameter eines Brueckenbogens, der folgende Gestalt haben soll...". Wer allerdings die Grundlagen nur konnte, weils der Taschenrechner irgendwie gemacht hat, sieht beim Rest dann keinen Stich.
Irgendwann (es war vor ca 3 Jahren, beim mitteldeutschen Computeralgebra-Tag, als mir das zu Ohren kam) stellen aber auch die wichtigen Leute fest, dass unsere Schueler nicht mehr die einfachsten Sachen rechnen koennen. Nun hatte man sich aber gerade ueberlegt, dass es doch noch viel brillianter waere Taschenrechner in den Schulen einzufuehren, die symbolisch rechnen koennen. Dann koennten unsere Schueler noch tiefgreifendere Aufgaben loesen, weil sie sich mit noch weniger trivialem Mist rumaergern muessten. Da ist guter Rat teuer: Die Loesung ist aber total einfach (zumindest in den Koepfen derer die das zu entscheiden haben). Mein letzter Wissensstand ist, dass 2009 ein Matheabi geschrieben wird, dass aus 2 Teilen besteht. Eins mit und eins ohne Taschenrechner. Seid gespannt gespannt sag ich da nur.
Cheers
Patrick
Godwael
22.01.2008, 21:35
Vielleicht verstehen Sie jetzt etwas besser, warum mich das Thema einfach nicht loslässt.
Ich kann Ihre Ansichten da durchaus nachvollziehen. Sie haben ja auch einen wesentlich unmittelbareren Bezug zur Thematik als ich.
tine
22.01.2008, 22:38
Mein letzter Wissensstand ist, dass 2009 ein Matheabi geschrieben wird, dass aus 2 Teilen besteht. Eins mit und eins ohne Taschenrechner. Seid gespannt gespannt sag ich da nur.
Das ist in Baden-Württemberg jetzt schon so. Und für viele ist das sicherlich irgendwo auch eine Rettung, weil nach meiner Erfahrung mindestens 1/3 der Schüler mit dem GTR schlichtweg nicht richtig umgehen können. (Kein Wunder... Es bleibt ja auch nicht wirklich Zeit sich ordentlich damit zu beschäftigen.) Ein zweigeteiltes Matheabi sollte meiner Meinung nach auf jedenfall die Regel sein, allein schon weil es eben mehr Sinn macht, gewisse Dinge schriftlich ohne Taschenrechner berechnen zu können bzw. den Rechenweg nachvollziehen zu können.
Jannes
22.01.2008, 22:39
Moin,
es gab eine Zeit, da lief Analysis im Mathematikunterricht so ab, dass man zwar einen Taschenrechner hatte, diesen allerdings im Unterricht so gut wie nie brauchte
Oh ja - vor meiner Zeit vermutlich !
Nun, die beschriebene Entwicklung, dass die eingeführten CAS-Systeme Schülern die handwerklichen Fähigkeiten in der Mathematik nehmen, sehe ich als zutreffend an! Es ist wirklich so (Ich lasse mich dazu auch verleiten..), dass man den ganzen Quatsch (Integrale, Logarithmen, Umformungen, Differenzieren) mit dem Rechner lösen kann! Man lernt zwar, wie es "auch so" geht, ich kann mir aber denken - oder sehe es am Klausurenausfall - dass viele das nicht mehr durchschauen können.
In unseren Klausuren gibt es auch immer einen handwerklichen Teil, es wird gefordert, dass man vieles auch per Hand lösen kann. Nichts desto trotz (wird das zusammengeschrieben?) glaube ich, dass hier Handlungsbedarf besteht - in Braunschweig (Uni) fiel vor Kurzem (fast) ein ganzer Ingenieurs Jahrgang durch die Analysis I... da war das Geschrei dann groß - die Professoren meinten, die Rechner seien Schuld- auf der anderen Seite sind unsere Mathelehrer erbost, das s diese Rechner auf der Uni nicht zugelassen werden - was tun?
fraggle
22.01.2008, 22:59
ivh halte die allgemeinbildenden schulen für den ort, an dem man grundlagenkenntnisse vermittelt bekommt, nciht weiterführende probleme. daher halt ich mathe so weit es geht 'zu fuss' für die bessere lösung, weil wer den ansatz nicht begriffen hat, wird auch den rest nicht verstehen...
Paleiko
22.01.2008, 23:26
Es ist meiner Meinung nach einfach ehrlicher, die Kinder von vornherein darauf vorzubereiten, dass ihnen nichts geschenkt wird.
Der Leistungsdruck an der Uni (in der Regelstudienzeit bleiben, gute Noten, für den Lebenslauf nebenbei ins Ausland, ehrenamtlich tätig sein..) ist heutzutage schon groß genug. Ich halte es für falsch diesen Druck schon bei Kindern von 10 Jahren gezielt aufzubauen, denn in den Schulen ist die Angst vor Arbeitslosigkeit sicherlich ohnehin längst angekommen.
fraggle
22.01.2008, 23:49
vielleicht nicht bei kinder mit zehn jahren, aber nach dem ende der schulpflicht wäre es schon angemessen...